Grundlegendes zum Material und zu den Testkriterien

Marco Felgenhauer am 26.08.2008 - 15:33 Uhr
Insgesamt 42 Skiroller stellten sich in vier Kategorien der Prüfung durch das Test-Team. Der Markt für Skiroller ist nach wie vor überschaubar, dennoch gibt es immer wieder neue Hersteller und eine Menge Innovationen, was den Rollski-Test erneut zu einer spannenden Sache werden ließ.

Herzstück Holm
Die Vielfalt bei den Bauweisen und verwendeten Materialien hat uns wieder überrascht. Einmal abgesehen von der alten Diskussion über die richtige Länge des Holmes oder die Positionierung der Rücklaufsperre der Klassik-Roller werden inzwischen weitere Punkte erörtert. Das beginnt zunächst beim Material für das Herzstück des Rollski. Klassisch ist ein Holm aus Aluminium, so wie man es bei zahlreichen Herstellern findet. Immer mehr Firmen bieten jedoch auch spezielle Komposit-Materialien an. Diese Bauweise aus verschiedenen Kunststoffen ähnelt sehr dem Aufbau eines Langlaufskis, wovon sich die Produzenten größtmögliche Ähnlichkeit mit dem Laufen auf Schnee versprechen. Marwe wurde mit diesem Prinzip äußerst erfolgreich, aber auch bei Swenor und Ski Skett setzt man nun auf die federnde Konstruktion. Leider gibt es auch ein paar Nachteile. Beispielsweise muss die Radaufhängung aus Aluminium mit dem leichten Kunststoffholm umständlich verschraubt werden, was dann das Gewicht schnell nach oben treibt. Ist der Holm zu weich, leidet außerdem die Führungsstabilität – nämlich dann, wenn sich Vorder- und Hinterrad in entgegengesetzte Richtungen verwinden. Für sehr schwere Läufer sind sowieso steife Aluminium-Holme die richtige Wahl, gleichzeitig aber auch für Gewichtsfetischisten. In der Verarbeitung des Metalls gibt es einfach viel mehr Erfahrung und damit auch die flexibleren Einsatzmöglichkeiten. So sind die durchweg als sehr steif empfundenen Rollski von SRB allesamt aus Aluminium, aber auch die jeweils leichtesten Modelle von Ski Skett, Start und Ski Way. Und nicht ohne Grund sind die Wettkampfroller – bei denen wirklich jedes Gramm eine Rolle spielt – immer noch aus diesem Werkstoff.

Abmessungen der Rolle
Die kurzen, schnellen Rollski für Rennen waren auch lange Zeit die einzigen, die mit Rollendurchmessern von 100 mm geliefert wurden. Für hohe Geschwindigkeiten sind große, schmale Rollen einfach das Beste. Doch auch bei den Trainingsgeräten setzt sich dieses Format immer mehr durch, wenn auch meist mit mehr Auflagefläche als den ursprünglich üblichen 20 – 25 mm, die für Anfänger einfach nicht geeignet wäre. Besseres Abrollverhalten – vor allem auf rauem Asphalt – und sicherere Führung bei hohen Geschwindigkeiten gegenüber kleinen Rollen sprechen dafür. Daher setzt der neue Hersteller SRB in allen Kategorien auf die großen Rollen.



Rollenmaterial
Mit entscheidend für die Funktion der Rollen ist natürlich auch das Material. Gummi und Polyurethan (PU) kommen hier zum Einsatz. PU ist dabei meist härter und abriebfester, Gummi dagegen dämpft besser und hat vor allem bei nassen Bedingungen oft mehr Grip. Ein genereller Sieger lässt sich hier allerdings nicht feststellen, da es auch immer noch auf die Verarbeitung dieses Materials ankommt. Wie dick ist der Belag auf der Felge, welcher Härtegrad wurde verwendet, welche Breite und Form hat die Rolle? Besonders bei den Wettkampfrollern ist oft der Härtegrad entscheidend. So war bei den vorherrschenden Bedingungen bei den beiden Siegern von Ski Skett die weichere Rolle schneller als die härtere, was aber bei wärmeren Temperaturen schon wieder ganz anders aussehen kann.

Skiähnlichkeit im Trainingsbereich
Für die drei Trainings-Kategorien spielt die Geschwindigkeit dagegen eine untergeordnete Rolle. Dagegen lag das Hauptaugenmerk unserer Testläufer vielmehr auf der Skiähnlichkeit, schließlich will man sich ja auf die Wintersaison vorbereiten. Vor allem bei den Kriterien Abdruck (klassische Technik) und Abstoß (Skating), aber auch bei Führung und Haftung sollte immer ein möglichst dem winterlichen Langlauf ähnliches Gefühl aufkommen, ansonsten gab es Punktabzug. Überraschenderweise gab es in dieser Hinsicht jedoch keine nennenswerten Vorteile für eine bestimmte Art von Holm beziehungsweise für ein bestimmtes Rollenmaterial. Vielmehr ist es das perfekte Zusammenspiel aller Komponenten, das für eine gute Bewertung notwendig ist.

Dank an die Partner
Um einen echten Vergleich zwischen den einzelnen Modellen möglich zu machen ist es natürlich notwendig, dass die im Test verwendeten Bindungen, Schuhe undStöcke einheitlich sind. In diesem Jahr erhielten wir diesbezüglich die Unterstützung von Rottefella (Bindungssysteme), Alpina (Schuhe) und One Way (Stöcke). Ohne diese drei Partner wäre der Test sicher nicht möglich gewesen – herzlichen Dank!
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