Grundlegendes zum Test 2010
Marco Felgenhauer am 10.08.2010 - 09:30 Uhr

Zwei Jahre ist es nun her, dass sich die Nordic Sports Magazin und XC-Ski.de Crew zum letzten großen Rollskitest traf. Eine Ewigkeit? In der ansonsten von Innovationen geradezu überrollten Sportbranche vielleicht schon, nicht jedoch in der kleinen Nische, in der sich die Hersteller der Sommertrainingsgeräte für Langläufer tummeln. Kaum eine Firma besteht aus mehr als fünf Mitarbeitern, wenn nicht sogar ein Tüftler alleine Produktion, Entwicklung und Vertrieb übernimmt. Technologische Quantensprünge sind damit nur selten zu erwarten, was allerdings auch für die sehr ausgereiften Produkte spricht. Umso schöner, wenn dann doch einmal eine richtige Neuheit mit dabei ist.
Frischer Wind in der Szene
Die italienische Firma globulonero (man schreibt den Namen tatsächlich klein) war in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei, was insofern wenig verwundert, dass die Marke erst neu auf dem Markt aufgetaucht ist. Hinter dem Unternehmen steht jedoch ein bekannter Name. Francesco Aurilio war schon bei i-gliti mit von der Partie und hatte unter diesem Markennamen bereits vor drei Jahren einen wirklich leichten Roller aus Kohlefaserverbundstoff im Angebot. Laufeigenschaften und Haltbarkeit, gerade was den aus zwei Carbon-Schalen und einer durchgängigen Radaufhängung aus Aluminium bestehenden Holm anging, waren damals allerdings noch nicht konkurrenzfähig. Mit globulonero konnte der redselige Italiener nun aber die Tester überzeugen und war mit seinen Konstruktionen in den Testfeldern meist ganz vorne vertreten. Platz zwei und drei bei den Klassikern sowie Platz zwei bei den Rennrollern sprechen für sich. Die Holme bestehen dabei inzwischen zu einem sehr großen Teil aus dem beliebten Leichtbaumaterial (entweder Kohlenstofffaser oder eine als Composite bezeichnete Mischung aus Kohle- und Fiberglasfasern, die dann etwas günstiger zu haben ist). Auf ein stützendes Alu-Skelett können die Italiener inzwischen verzichten. Das B1 genannte Skating-Modell holt sich damit bei Trainings- und Wettkampfrollern die Krone als leichtester Roller im Test und das bei durchwegs zufriedenen Kommentaren, was die Stabilität der Holme anbetrifft. Leider haben die genannten Modelle auch einen weiteren Spitzenplatz inne: den des teuersten Modells der jeweiligen Klasse. Unter 300 Euro gibt es keinen globulonero!
Carbonholm von Nordic Pro
Abgesehen von den Italienern wagte sich lediglich der deutsche Produzent NordicPro an das Thema Carbon heran. Grund dafür gibt es genug, wagt man den Blick hinüber in die Radsportindustrie, wo im High-End-Bereich nichts mehr geht ohne Verbundstoff. Um preislich halbwegs konkurrenzfähig zu sein bräuchte man jedoch entsprechende Stückzahlen, um die Kosten für die teuren Werkzeuge zu decken, die für eine einteilige Konstruktion wie bei globulonero nötig wären. Bei NordicPro jedenfalls setzt man auf die günstigere Variante mit einem Carbon-Holm und angeschraubten Radaufhängungen aus Aluminium. Damit ist der SG24-2 zwar deutlich komfortabler als die Alu-Konkurrenz, allerdings auch nicht leichter. Fast 200 Gramm nimmt der globulonero dem NordicPro in der Gewichtswertung ab, wohlgemerkt pro Rollski! Durchaus ein spürbarer Wert.
Skiähnlicher Holm bei Marwe und Ski Skett
Auf Komfort setzen auch die Konstruktionen von Ski Skett und Marwe. Auch wenn die Bezeichung „Carbon Flex“ bei SkiSkett Kohlefaser suggeriert, handelt es sich wie bei Marwe um einen Holm aus Holz und Kunststoff – vom Aufbau her einem Ski sehr ähnlich. Maximaler Komfort und eine Dynamik wie auf dem Ski werden so erreicht und Skiähnlichkeit ist ja eines der wichtigsten Kriterien des Rollskitests. Kein Wunder also, dass auch in diesem Jahr Marwe sowohl bei den Skatern als auch bei den Klassikern die durchschnittlich besten Bewertungen einfuhr, gefolgt von einem zweiten Platz bei den Allroundern und dem besten Laufgefühl bei den Wettkampfrollern.
SRB verbindet skiähnlichen Holm mit Alu
Irgendwo auf dem Weg hin zu den Aluminium-Modellen liegt dann SRB, mit einer Konstruktion, die von beiden Varianten profitieren möchte: flexibler Holm innen, seitlich unterstützt von durchgehenden Alu-Flanken. Was die Stabilität angeht ist SRB damit eine Klasse für sich, Langlebigkeit und die Eignung für schwere Läufer ist garantiert. Der Nachteil kommt als einfache Summe der Einzelteile, genauer gesagt deren Gewicht. Eineinhalb Kilo wiegt das Skating-Modell SR01, nur etwas leichter ist der Allrounder KR02. So schwer ist längst kein Ski mehr. Trotzdem reicht es für die beiden angesprochenen Modelle für Platz drei und eins in der jeweiligen Kategorie, was den Schluss nahe legt, dass die Laufeigenschaften, gerade was die Rollen anbelangt, überragend sein müssen.
Preisgünstige Alu-Modelle
Bleibt das klassische Rollski-Material: Aluminium. Auch wenn sie inzwischen keine Wertungssiege mehr einfahren bleiben die Alu-Roller unschlagbar in Sachen Preis-Leistung. Beispiel gefällig? Der NordicPro SG24-1 liegt bei den Skatern nur knapp hinter dem Klassenbesten Marwe Skating 610 C Cap, ist dabei aber exakt 100 Euro günstiger. Der SkiSkett Fire PL aus derselben Kategorie kostet gar nur 160 Euro und ist gerade einmal 25 Gramm schwerer als der fast doppelt so teure globulonero aus Carbon. Stabilität, Haltbarkeit, geringes Gewicht – ausgedient hat Aluminium als Material für die Holme sicherlich noch lange nicht. Für Sparfüchse und Einsteiger sind die Roller aus Metall sowieso ideal.
Perfektes Testgelände und gute Noten
Perfekt erschien auch das neue Testgelände auf der Skirollerstrecke in Oberstdorf. Die anspruchsvolle Runde entlang der Weltcup-Loipen hatte alles zu bieten, was das Tester-Herz begehrt, außer vielleicht einer nassen Passage. An den heißen Tagen im Juni war es schlichtweg unmöglich, eine regennasse Fahrbahn auch nur zu simulieren. Im Gegensatz zu den vorhergegangenen Tests, als wir uns immer auf natürlich Nässe verlassen konnten, wurden die Rollen in diesem Jahr nur vom extrem heißen Teer herausgefordert. So verwundert es kaum, dass die Testergebnisse so eng beieinander liegen wie noch nie zuvor. Was den Notendurchschnitt anbelangt wäre der schlechteste Roller mit einer guten Drei davon gekommen, der Rest tummelt sich nur von Kommastellen getrennt im Bereich einer Note Zwei. Note Eins bekam nur der Seriensieger Marwe 610 C Cap.
Perfekter Rollski-Teer, gleich bleibende, hohe Temperaturen, das schlug sich auch im Geschwindigkeitstest der Rennroller wieder. Extrem knapp war es für die fünf Modelle beim Lichtschranketest, die Geschwindigkeiten unterschieden sich nur um 0,3 Kilometer pro Stunde. Durch die hohe Gewichtung der Geschwindigkeit rückte das Testfeld in der Endabrechnung damit ziemlich eng zusammen, womit auch hier die subjektive Beurteilung einzelner Testkriterien für die richtige Wahl ausschlaggebend sein sollte.
Dank an unsere Partner
Unser Dank geht in diesem Jahr an Tourismus Oberstdorf und Sportstätten Oberstdorf, sowie das Hotel Bergruh für Unterbringung und perfekte Unterstützung bei der Durchführung des Tests. Mit Material haben uns dieses Mal die Firmen Salomon (Bindungen und Schuhe) sowie Leki (Stöcke) ausgerüstet, um einheitliche Testbedingungen zu schaffen. Nicht zuletzt geht der Dank an alle Tester, die erneut sehr gute Daten abgeliefert haben, was sich in den folgenden Ergebnissen widerspiegelt.
Frischer Wind in der Szene
Die italienische Firma globulonero (man schreibt den Namen tatsächlich klein) war in diesem Jahr zum ersten Mal mit dabei, was insofern wenig verwundert, dass die Marke erst neu auf dem Markt aufgetaucht ist. Hinter dem Unternehmen steht jedoch ein bekannter Name. Francesco Aurilio war schon bei i-gliti mit von der Partie und hatte unter diesem Markennamen bereits vor drei Jahren einen wirklich leichten Roller aus Kohlefaserverbundstoff im Angebot. Laufeigenschaften und Haltbarkeit, gerade was den aus zwei Carbon-Schalen und einer durchgängigen Radaufhängung aus Aluminium bestehenden Holm anging, waren damals allerdings noch nicht konkurrenzfähig. Mit globulonero konnte der redselige Italiener nun aber die Tester überzeugen und war mit seinen Konstruktionen in den Testfeldern meist ganz vorne vertreten. Platz zwei und drei bei den Klassikern sowie Platz zwei bei den Rennrollern sprechen für sich. Die Holme bestehen dabei inzwischen zu einem sehr großen Teil aus dem beliebten Leichtbaumaterial (entweder Kohlenstofffaser oder eine als Composite bezeichnete Mischung aus Kohle- und Fiberglasfasern, die dann etwas günstiger zu haben ist). Auf ein stützendes Alu-Skelett können die Italiener inzwischen verzichten. Das B1 genannte Skating-Modell holt sich damit bei Trainings- und Wettkampfrollern die Krone als leichtester Roller im Test und das bei durchwegs zufriedenen Kommentaren, was die Stabilität der Holme anbetrifft. Leider haben die genannten Modelle auch einen weiteren Spitzenplatz inne: den des teuersten Modells der jeweiligen Klasse. Unter 300 Euro gibt es keinen globulonero!
Carbonholm von Nordic Pro
Abgesehen von den Italienern wagte sich lediglich der deutsche Produzent NordicPro an das Thema Carbon heran. Grund dafür gibt es genug, wagt man den Blick hinüber in die Radsportindustrie, wo im High-End-Bereich nichts mehr geht ohne Verbundstoff. Um preislich halbwegs konkurrenzfähig zu sein bräuchte man jedoch entsprechende Stückzahlen, um die Kosten für die teuren Werkzeuge zu decken, die für eine einteilige Konstruktion wie bei globulonero nötig wären. Bei NordicPro jedenfalls setzt man auf die günstigere Variante mit einem Carbon-Holm und angeschraubten Radaufhängungen aus Aluminium. Damit ist der SG24-2 zwar deutlich komfortabler als die Alu-Konkurrenz, allerdings auch nicht leichter. Fast 200 Gramm nimmt der globulonero dem NordicPro in der Gewichtswertung ab, wohlgemerkt pro Rollski! Durchaus ein spürbarer Wert.
Skiähnlicher Holm bei Marwe und Ski Skett
Auf Komfort setzen auch die Konstruktionen von Ski Skett und Marwe. Auch wenn die Bezeichung „Carbon Flex“ bei SkiSkett Kohlefaser suggeriert, handelt es sich wie bei Marwe um einen Holm aus Holz und Kunststoff – vom Aufbau her einem Ski sehr ähnlich. Maximaler Komfort und eine Dynamik wie auf dem Ski werden so erreicht und Skiähnlichkeit ist ja eines der wichtigsten Kriterien des Rollskitests. Kein Wunder also, dass auch in diesem Jahr Marwe sowohl bei den Skatern als auch bei den Klassikern die durchschnittlich besten Bewertungen einfuhr, gefolgt von einem zweiten Platz bei den Allroundern und dem besten Laufgefühl bei den Wettkampfrollern.
SRB verbindet skiähnlichen Holm mit Alu
Irgendwo auf dem Weg hin zu den Aluminium-Modellen liegt dann SRB, mit einer Konstruktion, die von beiden Varianten profitieren möchte: flexibler Holm innen, seitlich unterstützt von durchgehenden Alu-Flanken. Was die Stabilität angeht ist SRB damit eine Klasse für sich, Langlebigkeit und die Eignung für schwere Läufer ist garantiert. Der Nachteil kommt als einfache Summe der Einzelteile, genauer gesagt deren Gewicht. Eineinhalb Kilo wiegt das Skating-Modell SR01, nur etwas leichter ist der Allrounder KR02. So schwer ist längst kein Ski mehr. Trotzdem reicht es für die beiden angesprochenen Modelle für Platz drei und eins in der jeweiligen Kategorie, was den Schluss nahe legt, dass die Laufeigenschaften, gerade was die Rollen anbelangt, überragend sein müssen.
Preisgünstige Alu-Modelle
Bleibt das klassische Rollski-Material: Aluminium. Auch wenn sie inzwischen keine Wertungssiege mehr einfahren bleiben die Alu-Roller unschlagbar in Sachen Preis-Leistung. Beispiel gefällig? Der NordicPro SG24-1 liegt bei den Skatern nur knapp hinter dem Klassenbesten Marwe Skating 610 C Cap, ist dabei aber exakt 100 Euro günstiger. Der SkiSkett Fire PL aus derselben Kategorie kostet gar nur 160 Euro und ist gerade einmal 25 Gramm schwerer als der fast doppelt so teure globulonero aus Carbon. Stabilität, Haltbarkeit, geringes Gewicht – ausgedient hat Aluminium als Material für die Holme sicherlich noch lange nicht. Für Sparfüchse und Einsteiger sind die Roller aus Metall sowieso ideal.
Perfektes Testgelände und gute Noten
Perfekt erschien auch das neue Testgelände auf der Skirollerstrecke in Oberstdorf. Die anspruchsvolle Runde entlang der Weltcup-Loipen hatte alles zu bieten, was das Tester-Herz begehrt, außer vielleicht einer nassen Passage. An den heißen Tagen im Juni war es schlichtweg unmöglich, eine regennasse Fahrbahn auch nur zu simulieren. Im Gegensatz zu den vorhergegangenen Tests, als wir uns immer auf natürlich Nässe verlassen konnten, wurden die Rollen in diesem Jahr nur vom extrem heißen Teer herausgefordert. So verwundert es kaum, dass die Testergebnisse so eng beieinander liegen wie noch nie zuvor. Was den Notendurchschnitt anbelangt wäre der schlechteste Roller mit einer guten Drei davon gekommen, der Rest tummelt sich nur von Kommastellen getrennt im Bereich einer Note Zwei. Note Eins bekam nur der Seriensieger Marwe 610 C Cap.
Perfekter Rollski-Teer, gleich bleibende, hohe Temperaturen, das schlug sich auch im Geschwindigkeitstest der Rennroller wieder. Extrem knapp war es für die fünf Modelle beim Lichtschranketest, die Geschwindigkeiten unterschieden sich nur um 0,3 Kilometer pro Stunde. Durch die hohe Gewichtung der Geschwindigkeit rückte das Testfeld in der Endabrechnung damit ziemlich eng zusammen, womit auch hier die subjektive Beurteilung einzelner Testkriterien für die richtige Wahl ausschlaggebend sein sollte.
Dank an unsere Partner
Unser Dank geht in diesem Jahr an Tourismus Oberstdorf und Sportstätten Oberstdorf, sowie das Hotel Bergruh für Unterbringung und perfekte Unterstützung bei der Durchführung des Tests. Mit Material haben uns dieses Mal die Firmen Salomon (Bindungen und Schuhe) sowie Leki (Stöcke) ausgerüstet, um einheitliche Testbedingungen zu schaffen. Nicht zuletzt geht der Dank an alle Tester, die erneut sehr gute Daten abgeliefert haben, was sich in den folgenden Ergebnissen widerspiegelt.
Fotoserie: Grundlegendes zum Test 2010
Einleitung im Überblick
Skiroller Test - zurück zur Übersicht
Anzeige
Weitere Fragen und Antworten zum Thema Skilanglauf finden Sie auf www.sportlerfrage.net




