Allgemeines - Schwenken und Zoomen

2b-Sportredaktion am 11.08.2006 - 14:20 Uhr
Bevor sich der Neueinsteiger in das neue Hobby stürzt, gilt es zunächst, sich einige Besonderheiten deutlich zu machen, um gutes Ausgangsmaterial zu erhalten. So vielfältig die Möglichkeiten der Nachbearbeitung in heutiger Zeit auch sein mögen, ohne gutes Rohmaterial wird ein guter Film nur schwer gelingen. Zunächst ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie das menschliche Auge bewegte Szenen wahrnimmt. Vor allem das bei Kameraneulingen beliebte Schwenken entspricht unserem natürlichen Sehverhalten nicht. Vielmehr nimmt der Mensch eine große Anzahl von Einzelbildern in schneller Abfolge wahr. Diese werden, um dem Abschnitt zum Kameraschnitt vorzugreifen, einfach hart zusammengeschnitten. Bilder, die bei Kopfbewegungen entstehen könnten (den natürlichen Pendants zum Schwenken der Kamera), werden vom menschlichen Gehirn ignoriert. Allein aus diesem Grund empfiehlt es sich, auf Schwenks weitgehend zu verzichten und stattdessen Einstellungen mit festen Bildausschnitten zu bevorzugen. Nur bei Landschaftsaufnahmen ist das Schwenken der Kamera generell zulässig - ansonsten sollte man hiervon lieber Abstand nehmen. Wird geschwenkt, empfiehlt sich die Nutzung eines Stativs, da ansonsten eine gleichmäßige Bewegung fast nicht möglich ist. Generell sollte die Schwenkbewegung sehr langsam durchgeführt werden. Besonders schwierig ist diese im Telebereich. Je größer der Zoom, desto wackliger wird die Aufnahme.

Richtig Zoomen
Neben dem Schwenken ist auch das Zoomen eine Technik, deren Einsatz nur sehr begrenzt empfehlenswert ist. Denn auch hier wird das Heranfahren an ein Objekt als unnatürlich bemerkt. Es ist etwas 'Besonderes' für die menschliche Wahrnehmung. Daher ist diese Funktion nur statthaft, wenn auch Aufmerksamkeit erzeugt werden soll. Die Zoomfahrt selbst wird man in den meisten professionellen Filmen gar nicht zu sehen bekommen. Stattdessen ist es sinnvoll, gleiche Einstellungen in verschiedenen Einstellungsgrößen aufzunehmen und diese Bilder dann zusammen zu schneiden. Das entspricht wieder den Sehgewohnheiten des Menschen.
Wer dennoch nicht auf aktives Zoomen verzichten möchte, sollte dabei einige Faktoren berücksichtigen. Der erste Tipp kann helfen, verwackelte Aufnahmen zu vermeiden: Im Telebereich ist das ruhige Führen der Kamera schwierig bis unmöglich. Wer das Aufnahmegerät nicht fest auflegt oder über ein Stativ verfügt, wird also Wackler produzieren, die sich bei allen Möglichkeiten der Schnitttechnik nicht mehr korrigieren lassen. Daher ist es immer sinnvoll, sich für die Aufnahmen eine feste Unterlage als Stütze zu besorgen, wenn ein Stativ nicht zur Verfügung steht. Der zweite Tipp beschäftigt sich mit dem Zoomen selbst. Die sogenannte Zoom-Wippe zu bedienen erfordert bei den meisten Geräten ein gewisses Fingerspitzengefühl und sollte jeweils im Vorfeld geübt werden, um bei der richtigen Einstellung nicht abgehackte Schritte hin zum Motiv festzuhalten, die hinterher in der digitalen Mülltonne landen.


Qualitätsverlust vermeiden
Um hochwertige Bilder aufzunehmen, ist ein Zoom im optischen Bereich gerade bei Sportaufnahmen natürlich unverzichtbar. Schließlich gilt es, die Disziplin bildfüllend abzubilden. Größere Detailaufnahmen können Emotionen, Kampf, Anstrengung und Athletik sehr gut wiedergeben. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass eine Vergrößerung über den optischen Tele-Bereich der Kamera hinaus die Bildqualität verringert. Die meisten modernen Kameras können einen zehn- bis 20-fachen optischen Zoom leisten. Darüber hinaus verfügen viele Geräte noch über den digitalen Zoom, der bis zum Faktor 100 reichen kann. Hierbei wird aber nur auf elektronischen Weg ein Ausschnitt des Bildinhalts vergrößert, ohne dass neue Bildinformationen hinzu kommen. Das Bild wird gestreckt, die Qualität nimmt dabei ab. Daher ist der digitale Zoom mit Vorsicht zu genießen.
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