Einstellungsgrößen

2b-Sportredaktion am 11.08.2006 - 14:10 Uhr
Wer erstmals eine Sportveranstaltung filmisch begleiten will, sollte wissen, das bei der Aufnahme tatsächlich nur Rohmaterial entstehen soll. Niemand kann fertige Filme vor Ort aufnehmen. Die endgültige Zusammenstellung der Bilder erfolgt erst bei der Nachbearbeitung mit dem Schnittprogramm. Daher ist es nicht schlimm, Aufnahmen abzubrechen, wenn sie unbrauchbar gemacht wurden. Läuft beispielsweise ein Zuschauer mitten durch die Einstellung, kann diese bei Hintergrundaufnahmen einfach wiederholt werden, bis die Einstellung gelingt. Natürlich sollte bei der Standortwahl bei Aufzeichnungen der Athleten dafür gesorgt werden, das solche Störungen nicht passieren können. Geschieht es aber doch, ist Ruhe nötig. Im besten Fall können immer noch Teile der Szene verwendet werden. Daher heißt es in einem solchen Fall: Weiterfilmen und die Aufnahme wie ursprünglich geplant durchführen. Später kann das Ergebnis am Schnittplatz begutachtet werden. Die Nachbearbeitung der Bilder wird im vierten Teil dieses Specials thematisiert.

Von der Totalen in die Nahaufnahme
Für Anfänger ohne große Erfahrung beim Videodreh ist es wichtig, ein Gefühl für geeignete Perspektiven und Einstellungen zu gewinnen. Wer nicht sicher ist, dreht lieber zuviel als zuwenig - schließlich kann nach dem Ende des Events keine Einstellung wiederholt werden. Die sportliche 'Action' findet nur einmal statt. Um ein allgemeines Video über eine Veranstaltung zu produzieren, sind dabei aber nicht nur Sportaufnahmen wichtig. Es gehören auch Bilder des Organisationsortes hinzu, um den Zuschauer in die Thematik einzuführen. Ein klassischer Aufbau für einen Filmbeitrag sieht zudem eine bestimmte Reihenfolge von Einstellungsgrößen vor: Mit weitwinkligen Bildern (Totalen) kann man sowohl in Beiträge einführen, wie wieder aus ihnen herausleiten. Sie erklären räumliche Situationen und erlauben, im nächsten Schritt näher heran zu gehen. Nur in einer Totalen sind Schwenks denkbar. Danach haben sich Bilder in der Halbtotalen bewährt. Diese Einstellungsgröße zeigt Menschen in voller Größe oder einzelne Gebäude, die damit nicht mehr beliebig wirken. Besonders eignen sich hierfür Motive, die bekanntermaßen für den Ort oder die Region stehen - oder auch für den Sport. Nach den weitwinkligen Aufnahmen folgen die Nahaufnahmen.


Teleeinstellungen und ihre Wirkung
Verschiedene Klassifikationen dieser Einstellungsgrößen werden gemacht und unterscheiden sich meist nur in der Menge der Unterschritte. Eine einfache und für den Anfänger ausreichende Einteilung trennt die Normale, Halbnahe und Nahe bis hin zur Detailaufnahme. Die Normale steht dabei für den Blickwinkel auf einen Menschen, der dem Sehverhalten eines Beobachters in Hörweite entspricht. Die Halbnahe zeigt Kopf und Oberkörper einer Person formatfüllend im Bild und ist ideal für Emotions- und Actionbilder. In der Naheinstellung wird nur der Kopf gezeigt. Diese Größe eignet sich insbesondere, wenn Emotion oder Anspannung bei Sportlern gezeigt werden soll. Die Detailaufnahme dürfte sich bei Sportvideos selten anbieten - bei Personen hat eine unnatürlich große Aufnahme eines Körper - oder Gesichtsteils eine sehr intime Wirkung. Allenfalls die Siegertrophäen und -pokale dürften sich für diese Einstellung wirklich eignen.
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