Das Storyboard

2b-Sportredaktion am 24.08.2006 - 13:35 Uhr
Nachdem die ersten beiden Teile des Sportvideo-Specials sich mit vorbereitenden Überlegungen und den Fragen zum richtigen Material beschäftigten, soll es nun um den Dreh selbst gehen. Der dritte Teil unserer Serie behandelt die Aufnahme der Rohdaten, denn hier gilt es viele Dinge zu beachten, um ein stimmungsvolles und in sich stimmiges Produkt abzuliefern.

Fehlende Bilder vermeiden
Der Dreh der Bilder ist ein besonders wichtiger Abschnitt auf dem Weg zum gelungenen Video. Wie bereits in Teil eins erwähnt, können schlechte oder unzureichende Aufnahmen im Videoschnitt nicht mehr ausgeglichen werden. Fehlen wichtige Bilder, ist ein Nachdreh nur in seltenen Fällen möglich. Wichtige allgemeine Informationen zu Kameraschwenks, Zoomen, Einstellungsgrößen und Perspektiven haben wir bereits anklingen lassen. Nun aber geht es in die eigentliche Produktionsphase.

Ablauf der Szenen vorplanen
Kein guter Filmemacher begibt sich unvorbereitet an sein Set. Bei Sportvideos ist der Drehort fremdbestimmt und in vielen Fällen wird der Videoautor wenige Möglichkeiten haben, sich mit dem Gelände im Vorfeld vertraut zu machen. Besteht diese Chance aber, sollte sie genutzt werden. Über die rechtlichen Voraussetzungen sprachen wir zum Auftakt diese Specials - eine Dreherlaubnis ist natürlich eine unverzichtbare Bedingung. Doch auch, wenn man sich erst am Tag des Ereignisses die Sportanlage oder -halle ansehen kann, muss man nicht unvorbereitet sein. Sportfilmer kennen 'ihren' Sport - oder sollten ihn besser schnell kennenlernen. Es ist wichtig zu wissen, welche Abläufe zu erwarten sind, und welche Bilder demnach aufgenommen werden können. Wahrscheinlich stehen Stars und Sieger oder bestimmte Athleten im Mittelpunkt des Interesses. Wer über solche Informationen verfügt, kann sich leicht ein Drehbuch schreiben und dieses dann vor Ort abarbeiten. Dieses, auch ‘Storyboard’ genannte Hilfsmittel, kann eine sehr ausführlich und akribisch aufgestellte Übersicht von geplanten Einstellungen sein, sollte aber auch Abänderungen vertragen. Manche Ideen und Bilder ergeben sich erst vor Ort, hier sind Flexibilität und Spontanität gefragt. Es macht jedoch Sinn, nicht zu viel über die ursprüngliche Planung hinaus zu filmen. Im Videoschnitt ist es ein Vorteil, wenn die gewollten Bilder klar und präzise aufgenommen wurden, und man nicht aus zu viel Masse wählen muss. Das passiert, wenn wahllos drauf los gefilmt wird.

Helferteam Nina Göhl, Anna Enocsson, Ivonne Kraft, Irina Kalentieva Normal-Perspektive
Fotoserie: Das Storyboard

Wichtige Fragen
Der Film entsteht also zuerst im Kopf seines Machers. Für eine gute Story sind einige Fragen wesentlich. Welche Bilder sollen gezeigt werden? Welche Personen stehen im Mittelpunkt? Welche Szenen geben die entsprechende Sportart mit der ihr eigenen Dynamik und Athletik wieder? Gibt es eine Geschichte, die erzählt werden soll? Zusammenfassend sollte sich der Sportfilmer fragen: Was will ich zeigen? Wie lang soll der Film werden? Auch die Reihenfolge sollte bedacht werden: Wer klassisch mit Totale und Halbtotale einsteigen will, braucht dafür die richtige Aufnahme. Für den Ausstieg gilt das natürlich ebenso. Dabei ist diese Reihenfolge kein Muss. Ein bewusstes Brechen mit den gängigen Regeln gehört zur künstlerischen Freiheit, sollte aber dann gekonnt umgesetzt werden. Nicht ändern sollte sich auch der Blickwinkel des Filmemachers. Verschiedene Varianten sind denkbar - am gängigsten ist sicher der Blickwinkel des Besuchers und Fans, der möglichst einen allgemeinen Überblick über das Sportereignis bekommen möchte. Natürlich können auch bestimmte Personen ins Zentrum des Interesses rücken. Die Einbindung von beteiligten Personen ist dem Filmenden in jedem Fall ans Herz zu legen. Einige O-Töne wirken, wenn die Tonqualität entsprechend ist, belebend und authentisch.
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