Schnittprogramme und Datenübertragung

2b-Sportredaktion am 01.09.2006 - 13:26 Uhr
Die ersten drei Teile des Sportvideo-Specials haben sich mit der Vorbereitung und dem Dreh beschäftigt. Nun kommen wir im vierten und vorletzten Teil zum Schnitt der gesammelten Videobilder. Hier wird aus den aufgenommenen Rohdaten das fertige Endprodukt erstellt. Neben den Bildern treten jetzt Vor- und Abspänne und die musikalische Untermalung in den Vordergrund.

Verschiedene Schnittprogramme
Sind die Bilder im Kasten und die besten Szenen geschossen, geht es nun an die Umsetzung. Einige Faktoren zur digitalen Bearbeitung der Aufnahmen können im Rahmen dieses Specials nicht berücksichtigt werden. So unterscheidet der Datenübertrag vom Camcorder auf den Computer je nach Modell - und wird mit diesem ausführlich erklärt. Außerdem wird für das nonlineare Editing auch eine Schnittsoftware benötigt. Mit dieser werden dann die einzelnen Szenen bearbeitet und der fertige Film ausgelesen. Natürlich gibt es auf dem Markt verschiedene Produkte, die alle eine gewisse Einarbeitung verlangen. Die meiste Erfahrung erhält man durch simples Ausprobieren. Die Möglichkeiten moderner Schnittsoftware sind vielfältig und werden hier nur am Rande behandelt. Wer mehr Informationen haben möchte, sollte sich genauer mit seiner Software beschäftigen. Um die wichtigsten Vorgänge hier zu illustrieren, werden wir diese mit dem Schnittprogramm Premiere Pro vom Hersteller Adobe erklären, das als Standard für professionelle Videobearbeitung gilt. Natürlich wäre auch eine andere Lösung denkbar. Gerade im günstigeren Preisbereich gibt es einige Alternativen: Noch vor Adobes abgespeckter Version Premiere Elements verdiente sich bei einem Vergleichstest des Fachmagazins CHIP die Software Magix Video deLuxe den Testsieg. Auch von den Anbietern Pinnacle Studios und Ulead gibt es demnach mit dem 'Studio Plus' bzw. dem 'Video Studio' gute Lösungen unter 100 Euro. Die Qual der Wahl liegt letztlich beim Anwender. Er muss ein Programm finden, mit dem er seine Ansprüche an einen guten Clip umsetzen kann.

Sichten und Aufnehmen - das Capturing
Der erste Schritt nach dem Dreh ist das Sichten des Materials. Dafür sollte auch etwas Zeit eingeplant werden: Etwa das Doppelte der gefilmten Zeit kann für den Sichtungsvorgang angesetzt werden. Hierfür bietet Premiere Pro nach dem Starten eines neuen Projektes die Funktion 'Aufnahme' an. Ist die Kamera ordentlich angeschlossen, wird hierüber das Rohmaterial im Aufnahmefenster gesteuert. Mit dem Aufnahmeknopf können nun einzelne Szenen auf den Computer übertragen werden - dieser Vorgang wird auch Capturing genannt. Die Szenen werden sorgfältig benannt, denn eine präzise Bezeichnung macht sich vor allem bei der späteren Zusammenstellung der Szenen positiv bemerkbar. Hier ist derjenige im Vorteil, der nach Drehbuch gefilmt hat. Er wird die einzelnen Bilder gut zuordnen können und erkennt auch die Schnittbilder als solche. Wurde viel mehr Material aufgenommen als nötig, sollten die Szenen auch mit Benotungen versehen werden - das ist auch bei O-Tönen sehr wichtig. Die Benennung erfolgt dabei nach den Kriterien Inhalt, Einstellung und Perspektive. Eine Szene könnte also unter 'Start, Totale' gespeichert werden oder unter 'Star XY, Bodensicht, Halbnah' oder 'Schnittbild Publikum'. Später können die einzelnen Clips dann in der richtigen Reihenfolge zusammengestellt werden. Das besondere Augenmerk des Cutters sollte beim Sichten auf den Eingangsszenen liegen. Welche Bilder können den Zuschauer fesseln, welche Szenen sagen eher nichts über das Event aus? Generell kann man sagen, dass Bilder, die nichts aussagen über die zu erzählende Geschichte, auch weggelassen werden können. Auslassung kann hier als Kunst verstanden werden. Ein kurzer, spannender Film ist schließlich allemal besser als ein langes Video mit langweiligen Passagen.
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