Das Editing: Szenen und Übergänge

2b-Sportredaktion am 01.09.2006 - 12:38 Uhr
Nachdem das Rohmaterial gesichtet wurde, kann es tatsächlich bearbeitet werden. Dabei sollte man wissen, dass der eigentliche Clip nicht verändert wird. Er kann mehrfach und wiederholt bearbeitet und in das Video eingefügt werden - es ist also kein Problem zu experimentieren.

Premiere Pro
Die Arbeitsoberfläche bei Premiere Pro sollte nicht abschreckend wirken. Nach kurzer Eingewöhnungszeit wird sich der Anwender hier schnell zurechtfinden. Im Projektfenster werden die Ausgangsdaten angezeigt. Liefen die beim Capturing gewonnen Daten nicht automatisch dort ein, können sie über die Importieren-Funktion im Datei-Menü geladen werden. Daneben befinden sich zwei Monitore. Der linke zeigt das Ausgangsmaterial an, der rechte die im Schnittfenster gelisteten Clips. Darunter befindet sich der Schnittbereich mit der Timeline. Die Zeitleiste ist ein wichtiges Hilfsmittel, um die Szenen sauber aneinander zu schneiden. Premiere Pro erlaubt viele parallele Audio- und Videospuren, die unterhalb der Timeline angezeigt werden. Dabei überlagert eine höherliegende Videospur alle Spuren darunter. Mehrere Audiospuren übereinander werden gemischt und müssen daher vor allem bezüglich ihrer Lautstärke angepasst werden. Ganz rechts kann über das Protokoll-Fenster das eigene Handeln nachvollzogen werden. Sehr wichtig ist der kleine Schieberegler unten links: Je weiter er nach rechts geschoben wird, um so weiter wird das Material in die Länge gezogen. So werden vor allem feine Schnitte erleichtert.

Szenen richtig zusammenstellen
Bei der Gestaltung der einzelnen Sequenzen profitiert der Film, wenn einige grundlegende Regeln befolgt werden. Wer am Drehort seinem Drehbuch folgen konnte, hat bereits eine rote Linie im Kopf und wird dem Video unschwer eine klare Struktur verpassen. Generell lässt sich sagen, dass gerade am Anfang und am Ende eindeutige Bilder vorkommen sollten, um dem Zuschauer den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Dazu hat sich eine Abfolge von der Totalen über die Halbtotale bis hin zu Großaufnahmen bewährt. Natürlich kann diese Regel auch bewusst durchbrochen werden. Beginnt eine Sequenz mit Großaufnahmen und wird erst danach mit weiteren Einstellungen aufgelöst, kann das für Spannung sorgen. Der Einsatz dieses Mittels ist allerdings gerade am Anfang nicht zu empfehlen. Auch zur Schnittlänge kann man Ratschläge geben. Eine einzelne Sequenz sollte in 12 Sekunden abgeschlossen werden. Dabei können die Szenen zwischen zwei und zehn Sekunden lang sein. Natürlich gilt es gerade hier die Notwendigkeit, sich an die Ton- und Musikwechsel zu halten. Um aus dem aufgenommenen Rohmaterial nun tatsächlich Szenen auszuschneiden aktiviert man in Premiere Pro zunächst den gewünschten Clip. Im linken Monitor kann dieser nun angeschaut werden. Die In- und Out-Punkte markieren den Beginn oder das Ende der Szene, mittels der Vor- und Zurück-Knöpfe kann dabei Frame für Frame das Bild zurechtgerückt werden. Danach wird es mit 'Einfügen' in das Schnittfenster importiert und kann nun mit anderen Szenen arrangiert werden. Mit der Maus - per Drag und Drop - werden diese leicht an die gewünschte Stelle verschoben. Um zwei Szenen ohne Pause aneinander zu stellen, kann entweder die Option 'Löschen und Lücke schließen' genutzt werden - sie erscheint bei einem Rechtsklick auf die Lücke zwischen den Szenen. Wird der Ausschnitt manuell verschoben, wird das direkte Angrenzen durch eine schwarze Linie angezeigt.

Harte Schnitte bevorzugt
Auch im Schnittfenster kann das Material noch beschnitten werden, dafür gibt es das Rasiermesser-Symbol. Damit lassen sich die Video-Sequenzen leicht an Musikübergänge anpassen. Reiht man zwei Szenen ungeschnitten zusammen, ergibt das einen harten Cut. Dieser ist ein gängiges und gutes Mittel, denn es entspricht der menschlichen Wahrnehmung. Zu viele harte Schnitte wirken aber doch befremdlich, daher können verschiedene Effekte verwendet werden, um die Bilder ineinander übergehen zu lassen. Von den meisten ist dabei abzuraten - große Effekte lenken vom Geschehen ab und wirken nicht professionell. Das zeigt auch der Vergleich mit einem TV-Beitrag, bei dem niemand große Effekte erwartet. Daran sollte sich auch der Sportfilmer messen. Natürlich ist es legitim, mit den Möglichkeiten des Programms zu spielen. Wirklich empfehlenswert für zu harte Übergänge ist jedoch nur eine weiche Überblendung. Die 'Weiche Blende' kann in Premiere Pro über das Projektfenster ausgewählt werden, sie wird einfach mit der Maus zwischen die beiden Szenen gezogen. Das Ergebnis kann sofort im rechten Monitor begutachtet werden.
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