Welches Medium erfordert welches Datenformat?

M2b Redaktion am 08.09.2006 - 11:22 Uhr
Im fünften und letzten Teil unseres Video-Specials geht es nun um den Abschluss. Wie exportiert man den fertigen Film? Welche Dateiformate eignen sich für welche Medien? Wie wird eine DVD erstellt, die von jedem handelsüblichen Gerät erkannt und abgespielt wird? Die Antworten auf diese Fragen schließen unser Special ab. Zum Schluss sollen noch einige weitere interessante Webseiten aufgezählt werden. Dort gibt es weiterführende Hinweise und Informationen für alle, die tiefer in die Welt des Filmemachens eintauchen wollen.

Ist der Film einmal fertig gestellt, soll er natürlich nicht auf dem Rechner des Anwenders bleiben. Filme werden gemacht, um vorgeführt zu werden! Doch zunächst ist die Frage, auf welchem Medium der Clip denn gezeigt wird. Denn die Darstellung auf dem heimischen Fernseher oder über einen Projektor erfordert eine hohe Qualität, die auch mit hohen Datenmengen einher geht. Soll der Clip 'nur' im Internet gezeigt werden, ist dagegen eine niedrige Datenmenge notwendig, damit der User den Film überhaupt laden kann. Deswegen müssen hier qualitative Abstriche gemacht werden.

Export für das Internet
Vier verschiedene Formate werden derzeit gängigerweise benutzt, um Videos im Internet anzuzeigen: Windows-Media-, Real Video-, QuickTime- und Flash-Dateien erfüllen diesen Zweck. Bei allen handelt es sich um komprimierte Formate, die sehr viel kleiner sind, als das Ausgangsprodukt. Der Vorgang des Wandelns einer Datei wird auch als Encoding bezeichnet, was nichts weiter als Kodieren bedeutet. Der Kodierungsprozess ermöglicht auch, dass die für das Internet bestimmten Dateien bereits während des Herunterladens abgespielt werden können, was dem User unnötige Wartezeit erspart. Dennoch bleibt weiter die Qual der Wahl zwischen vier verschiedenen Programmen. Mit der Wahl geht auch die Frage einher, wer denn die Videodatei öffnen soll. Generell scheiden Nutzer mit alten Modems und langsamen Übertragungsraten aus - sie werden sich auch kurze Clips nicht ansehen.

Von QuickTime bis Flash
Das Real-Video-Format erlaubt die Ausgabe in verschiedenen Qualitätsstufen - und damit in verschiedenen Dateigrößen. Das ist vorteilhaft, wenn die Clips für verschiedene Online-Übertragungsraten gekennzeichnet zum Download angeboten werden. Der User wird diesen Service dankbar aufnehmen. Um dieses Format abzuspielen, wird der gängige Real-Player benötigt. Ebenfalls sehr beliebt ist das Windows-Media-Format. Es wird mit dem auf den meisten Computern vorhandenen Windows Media Player wiedergegeben und kann beispielsweise von Adobe Premiere Pro direkt ausgegeben werden. Hierzu markiert man die gesamte Filmsequenz und wählt bei 'Exportieren' im Datei-Menü die Option 'Adobe Media Encoder'. Heraus kommt eine Datei mit der üblichen WMV-Endung, die leicht im Internet dargestellt werden kann. Das Flash-Format bietet einen anderen Vorteil an: Während bei anderen Formaten die Ansicht des Clips je nach verwendetem Player variiert, kann hier der Player, also die Abspieloberfläche, gleich mit dem Video zusammengeführt werden. Das hat eine gestalterische Komponente (es gibt mehrere Player-Typen zur Auswahl) und bietet auch Vorteile für den User. Allerdings muss dieser auch die nötige Flash-Software auf seinem Rechner aufgespielt haben. QuickTime wurde vom Hersteller Apple entwickelt und hat seitdem viele Freunde gewonnen. Der QuickTime-Player gibt die meisten Video-Formate ohne Probleme wieder.


DVD oder Video-CD
Es gibt aber noch weitere Standards. Klickt man in Adobe Premiere Pro auf 'Exportieren', erhält man üblicherweise den DV-PAL-Standard, wenn mit einer DV-Kamera gedreht wurde. Dadurch wird die Bildwiederholungsrate auf 25 Bilder in der Sekunde festgelegt, die Auflösung beträgt 720 auf 576 Pixel. PAL steht dabei für den in Europa gültigen Standard. Die dabei entstehende Datei wird sehr groß sein, kann aber von den meisten Brennprogrammen, etwa Nero Burning ROM, genutzt werden, um eine DVD auszugeben. Während bei Video-CDs nur der eigentliche Film aufgespielt wird und ein Menü nicht möglich ist, kann eine DVD mehr sein, als nur der reine Film. Wie beim kommerziellen Produkt ist eine Menüführung leicht erstellbar - die gängigen Programme sind leicht zu bedienen und bieten verschiedene Darstellungsoptionen, Farben und Texteinlagen an. Wer hier viel Wert auf künstlerische Freiheit legt, kann sich ein spezielles DVD-Authoring-Programm zulegen. Menüpunkte auf DVD können entweder einzelne Filme sein, oder auch Punkte auf der Zeitleiste, die vorher im Schnittfenster angebracht werden. Beliebte Zusatzdaten auf einer DVD können Fotos, Interviews in voller Länge oder auch Outtakes sein, also Szenen, die schlicht nicht funktioniert haben und daher besonders komisch sind. Wer Schrift im DVD-Menü verwendet, sollte berücksichtigen, das Fernseher älteren Baujahrs diese, genau wie Farben, nicht wie am Computerbildschirm wiedergeben. Sie erscheint gesättigter in der Farbe und unklarer am Rand - daher wird die Schrift schnell unleserlich. Vorsicht also vor zu kleinen oder verspielten Schriftarten.

Ausgabe als Datei
Schließlich kann der Film natürlich auch zum Zwecke der Archivierung als Datei gespeichert werden. Hier sollte das Format der besten Qualität gewählt werden. Die Ausgabe als DV-Format ergibt eine AVI-Datei, die zwar groß ist, aber später noch in alle qualitätsniedrigeren Formen übertragen werden kann. Zur Archivierung bieten sich mehrere Datenträger an. CDs und DVDs sind leicht zu erstellen und zu lagern, haben aber keine allzu hohe Lagerzeit und können leicht zerkratzen. Festplatten, vor allem externe Laufwerke sind hier geschützter und bieten einen klar größeren Speicher an. Streamer, also Bandlaufwerke, sind haltbar, aber seltener. Natürlich kann ein Film auch an zwei Stellen gelagert werden, um der Möglichkeit eines Datenverlusts vorzubeugen. Ein sorgsamer Umgang mit den Datenträgern sollte allen Medien eine lange Lebensdauer gewähren.
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