Das Prinzip der Superkompensation

2b-Sportredaktion am 13.11.2008 - 09:08 Uhr
Wie schon im ersten Teil angesprochen, gibt es verschiedene Gründe, warum man sich in der kalten Jahreszeit eine Erkältung einfängt. Schuld daran ist in erster Linie ein schwaches Immunsystem, das durch richtiges Verhalten gestärkt werden kann. Sport beeinflusst das körpereigene Abwehsystem positiv. Dabei laufen verschiedene physiologische Prozesse ab, die in diesem Teil einmal näher erläutert werden sollen.

Sprint und Marathon bringen Körper an den selben Punkt
Generell lässt sich sagen, dass sich der Körper auf verschiedene Anforderungen einstellen kann. Im Sport lassen sich Belastungen und die Reaktion des Körpers darauf mit dem Prinzip der Superkombination erklären. Durch eine sportliche Aktivität, zum Beispiel einem Ausdauerlauf, belastet man den Körper, wodurch die Leistungsfähigkeit herabgesetzt wird. Würde die Muskulatur nicht ermüden, könnten wir ohne Pause immer weiter laufen. Allerdings ermüdet unsere Muskulatur mit zunehmender Dauer je nach Belastungsintensität langsamer oder schneller. Je intensiver man sich bewegt, desto schneller ermüden die Muskeln und man wird gezwungen, die Bewegung zu unterbrechen. Zum Beispiel ist die Belastung bei einem 100-m-Lauf anders als bei einem Marathon. Das Tempo des Sprints kann man nicht über 42,195 Kilometer aufrecht erhalten. Obwohl Sprint und Marathon zwei völlig verschiedene Belastungen sind, führen diese letztendlich aber die körperliche Leistungsfähigkeit an einen Punkt, wo der Körper nicht mehr kann und eine Pause benötigt.



Mehr Energie als vor der Belastung vorhanden
Beim Sport verrichtet die Muskulatur physiologische Arbeit. Dabei werden zunächst die gespeicherten Energiereserven verbrannt, bevor durch schrittweise Oxidation der Nährstoffe die nötige Energie beigesteuert werden kann. Dies erfolgt über energiereiche Phosphatverbindungen. Die beiden wichtigsten Phosphatverbindungen sind Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat (KP). Auf die sportliche Belastung reagiert der Körper und füllt die verbrauchten Stoffe in der Erholungsphase, die je nach Leistungsstand und geleisteter Arbeit dauert, wieder auf. Um anschließend einer ähnlichen Beanspruchung gewachsen zu sein, speichert der Organismus aber nicht nur die verbrauchte Menge, sondern stellt, zum Beispiel in der Muskulatur, vereinfacht gesagt mehr Energie (z. B. mehr ATP und KP) bereit als vor dem Ausdauerlauf. Es geht also über den vorherigen Ausgangswert hinaus. Man spricht dabei von einer Überkompensation der anfänglichen Leistungsminderung, der so genannten Superkompensation.

Der Körper MUSS gefordert werden
Diese hält einige Zeit an, geht aber ohne weiteren Reiz, zum Beispiel einem weiteren Ausdauerlauf, auf das Normalniveau zurück. Daraus lässt sich folgern, dass der Körper immer wieder im richtigen Maß gefordert werden muss. Ähnlich verhält es sich mit dem Immunsystem. Der Körper kommt fast überall und jederzeit mit Viren in Kontakt, worauf er Abwehrstoffe produziert und bereit hält.

Die Antigen-Antikörper-Reaktion
Funktionsträger des Immunsystems sind die Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Ihre Aufgabe besteht im allgemeinen darin, den Organismus gegen eingedrungene Krankheitserreger und andere Fremdstoffe, die Antigene, zu schützen. Für die Bildung von Abwehrstoffen sind die Lymphozyten, eine Zellart der Leukozyten, verantwortlich. Sie bilden das so genannte spezifische Immunsystem. Die Lymphozyten können sich mit den eingedrungenen Fremdkörpern verbinden und sie so unschädlich machen – dabei wird von einer Antigen-Antikörper-Reaktion gesprochen.
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