Erste Medaille für den DSV: Finnland und Norwegen holen Titel im Teamsprint

Nadine Gärtner am 25.02.2009 - 14:41 Uhr

© www.pierreteyssot.com
Nun hat es also endlich geklappt: Die lange Durststrecke bei diesen Weltmeisterschaften ist beendet und Tobias Angerer und Axel Teichmann haben im Teamsprint die erste deutsche Medaille errungen.

Endlich eine deutsche Medaille hinter Norwegen
Lange sah es wieder nach einer Enttäuschung für den Deutschen Skiverband aus: Im Rennen wurde viel taktiert und das deutsche Duo Tobias Angerer und Axel Teichmann wirkte wie auch die anderen Teams passiv und alles andere als angriffslustig. Das änderte sich auf der vorletzten Runde, nachdem der Finne Sami Jauhojärvi endlich das Tempo angezogen hatte. Angerer schob sich immer weiter vor und brachte das deutsche Team damit in die richtige Position: "Tobi hatte eine schlechte Position beim Wechsel und hat sich dann auf die vierte Position vorgemogelt. Dann hat er die entscheidende Lücke gerissen, die es dem Axel dann erst möglich gemacht hat. Wir haben das heute so gemacht, wie wir uns das vorgestellt haben", resümierte Jochen Behle nach dem Rennen. Teichmann blieb auf der Schlussrunde in Schlagdistanz zu den anderen drei Medaillenkandidaten und sicherte sich im Zielsprint noch die Silbermedaille. Das deutsche Team entschied sich vor dem letzten Wechsel noch zu einem Skiwechsel, was möglicherweise nun die Medaille einbrachte. Gold ging an das eindeutig favorisierte Duo Kjoelstad/Hattestad aus Norwegen, die auf der Zielgerade aber hart gegen die Finnen zu kämpfen hatten, die wiederum gegen die Deutschen den Kürzeren zogen. Russland, Frankreich und Schweden blieben medaillenlos.

Teichmann: "Totgesagte leben länger"
"Mich freut es vor allem für die Athleten, die bisher unter Wert geschlagen wurden. Sie sind gut in Form, gerade diese Zwei, und haben das aufgund des Materials nicht umsetzen können", freute sich der Bundestrainer über den Erfolg. Auch diesmal waren jedoch die Ski trotz wärmerer Temperaturen und bedecktem Himmel "an der Grenze", so dass es wieder ein harter Kampf wurde. Geht es nun aufwärts? Das deutsche Team ist jedenfalls guter Dinge: "Die Silbermedaille ist Gold wert. Auf der Mannschaft hat so viel Druck gelegen in den letzten Tagen und ich denk, dass das jetzt der Befreiungsschlag war", hofft Tobias Angerer und auch Teichmann pflichtet ihm bei: "Ich habe es in den letzten Tagen gesagt: Totgesagte leben länger! Wir haben uns zusammengerauft und sehr viel getestet."



Finninnen deklassieren Konkurrenz
Zuvor war das Rennen der Damen schon fast beendet, als es gerade begonnen hatte. Vom ersten Meter gab die finnische Startläuferin Aino Kaisa Saarinen Vollgas, so dass die anderen Läuferinnen ihr weder folgen konnten noch wollten. "Für mich war es sehr einfach, weil Aino ein fantastisches Tempo angeschlagen hat und ich auf ihrer Leistung aufbauen konnte", erklärte Virpi Kuitunen nach dem Rennen. Schon beim ersten Wechsel auf Kuitunen hatte der Abstand bei fünf Sekunden zu den Verfolgerinnen gelegen, Kuitunen baute ihn auf zunächst 14 Sekunden weiter aus. "Es war unser Ziel, von Anfang an das Tempo hochzuhalten und ich war schon überrascht, dass die anderen so schnell haben abreißen lassen", zeigte sich Saarinen überrascht. Für die Konkurrentinnen blieb also nur der Kampf um Silber, das sich das schwedische Duo Olsson/Andersson durch einen Antritt auf der letzten Runde sichern konnte. Bronze ging an Italien vor den überraschend starken Japanerinnen, die aber auch von einem sensationell guten Ski profitierten. Die Norweger hatten mit Astrid Jacobsen die eindeutig falsche Wahl für ihr Sprint-Duo gewählt. Die vor der WM kränkelnde Weltmeisterin von 2007 hatte schon im Halbfinale über Probleme bei der Regeneration geklagt, im Finale verlor sie mehrfach den Anschluss und kollabierte nach dem letzten Wechsel. Teamkollegin Ingvild Oestberg erreichte enttäuscht als Fünfte das Ziel. Die deutschen Damen Katrin Zeller und Evi Sachenbacher-Stehle konnten das hohe Tempo der Finninnen nicht annähernd mitgehen und verloren schon gleich zu Beginn den Anschluss an die Medaillenanwärterinnen. Sie beendeten das Rennen mit mehr als einer Minute Rückstand auf dem siebten Rang.

Anzeige

Anzeige