Follis und Hattestad sind Weltmeister: Deutsche im Sprint chancenlos

Nadine Gärtner am 24.02.2009 - 15:51 Uhr

© Felgenhauer/XC-Ski.de
Mit Arianna Follis und Ola Vigen Hattestad haben sich favorisierte Läufer im Sprint-Finale der Skilanglauf-Weltmeisterschaften in Liberec durchgesetzt. Topfavoritin Petra Majdic musste sich allerdings schon früh geschlagen geben.

Follis holt Titel nach Italien
Nach dem frühen Ausscheiden von Topfavoritin Petra Majdic, die weder im Prolog noch im Viertelfinale auch nur annähernd mithalten konnte, ging Arianna Follis als Favoritin in die Finals und konnte sich im Zielsprint gegenüber der lange vorn liegenden Amerikanerin Kikkan Randall den Weltmeistertitel sichern. "Ich habe dieses Jahr schon eine gute Saison, aber den Titel gewonnen zu haben, ist das Größte", freute sich die Italienerin. Die Bronzemedaille hinter der überraschend starken US-Amerikanerin sicherte sich Pirjo Muranen, die ebenfalls heute während aller Läufe zu den Besten zählte. Natalia Matveeva, Ida Ingemarsdotter und Anna Olsson belegten die weiteren Plätze. Der siebte Rang ging an ihre stark auftrumpfende schwedische Landsfrau Charlotte Kalla, der nur auf Grund zweier Stürze im Halbfinale der Einzug ins Finale verwehrt blieb.

Biathlon-Juniorin trumpft auf
Für alle vier deutschen Starterinnen war im Viertelfinale Endstation. Dabei spielte zum Teil auch Pech mit den Startplätzen eine Rolle, wo überholen oft schwer war. "Hier ist es sehr schwierig. Wenn man vorbeikommen will, muss man die Außenkurve nehmen und die ist sehr langgezogen", erklärte Claudia Nystad die Besonderheiten der Sprintstrecke von Liberec. Die Oberwiesenthalerin kam als 19. in die Wertung und wurde damit nach gutem Prolog zweitbeste Deutsche hinter Nicole Fessel, die mit ihrem schwachen Prolog haderte. Dadurch wurde die Allgäuerin am Start ihres Viertelfinal-Laufes auf die Außenbahn gesetzt, von wo sie sich schwer tat. Sehr zufrieden zeigte sich dagegen die erst 18-jährige Garmischerin Miriam Gössner. Die amtierende Junioren-Weltmeisterin in der Biathlon-Verfolgung war ohne besondere Ambitionen ins Rennen gegangen, sie wollte "einfach nur ihr Bestes geben", wie sie noch am Vorabend erklärte. Nach sehr gutem Prolog trotz hoher Startnummer fehlte dann im Viertelfinale einfach die Erfahrung im direkten Zweikampf, so dass sie den Wettkampf als 20. beendete. "Für mich ist das jetzt nicht überraschend, dass ich nicht weitergekommen bin. Es ist kein Weltuntergang. Ich bin zufrieden und habe gemerkt, dass mir längere Strecken besser liegen", resümierte sie ihr Debüt. Für die Thüringer Klassikspezialistin Manuela Henkel war es dagegen "nicht ihr Tag", um den Sprung ins Halbfinale zu schaffen.



Norwegischer Super-Sprinter Hattestad nun auch Weltmeister
In diesem Winter führte in Sprintrennen kaum ein Weg an ihm vorbei: Ola Vigen Hattestad. Der Norweger bekam es heute allerdings vor allem mit seinem Landsmann Johan Kjoelstad zu tun, der den Prolog völlig dominierte. Im Finale musste er allerdings nach überzeugender Leistung beider Norweger seinem Landsmann Hattestad den Titel überlassen, der auch den Sprint-Weltcup so gut wie sicher hat. Nikolay Morilov konnte sich auf der Zielgeraden vor Dario Cologna behaupten und somit Bronze mit nach Russland nehmen. Marcus Hellner sicherte sich den guten fünften Rang vor Ales Razym, während der Este Antti Saarepuu das B-Finale dominierte.

Josef Wenzl ratlos
Wie bei den Damen verpassten auch die deutschen Herren den Einzug ins Halbfinale. Während es bei Franz Göring sehr eng war, zeigte sich der deutsche Top-Sprinter Josef Wenzl nach seinem frühen Aus und damit dem 26. Rang ratlos. "Es ging eigentlich gut, ich bin die Abfahrt runter und auf einmal aus der Abfahrt raus sind sie rechts an mir vorbei. Dann hat mich der behindert und dann der und dann war ich über die Kuppe drüber fast Letzter und dann war es vorbei", resümierte der Bayer enttäuscht. Nach einem guten Prolog kämpfte Franz Göring auch im Viertelfinale hart, schaffte es aber letztlich nicht über die Zeit in die nächste Runde. "Ich habe es im letzten Anstieg probiert, habe gemerkt, dass ich noch ein paar Kräfte habe. Ich musste leider fast in die dritte Reihe gehen und es war an der Stelle nicht so aufgefahren, wie es auf der Ideallinie war und da bin ich nicht ganz vorbeigekommen. Auch der Weg war ein Stück länger, hätte ich vielleicht früher vorbeigehen müssen", meinte Göring. Der Thüringer beendete den WM-Sprint auf dem 19. Rang, sehr zum Bedauern des Bundestrainers: "Schade, dass der Franz nicht weitergekommen ist. Nach mehreren Läufen kommt der Distanzläufer ja immer besser zurecht, das hat man auch ja beim Cologna gesehen", so Jochen Behle. "Heute im Sprint war es keine Überraschung, dass wir keine Medaille geholt haben. Sprint ist sicher nicht unsere Domäne, das wäre auch für uns eine Überraschung gewesen."
Bernd Reissmann am 24.02.09 19:09 Uhr
Die Amerikaner sind schon deutlich besser als die Deutschen auch im Langlauf!

Anzeige

Anzeige