Saarinen holt ersten WM-Titel in Liberec: Silber und Bronze für Longa und Kowalczyk

Nadine Gärtner am 19.02.2009 - 13:36 Uhr
Aino Kaisa Saarinen
Das zehn Kilometer lange Klassikrennen im Intervallstart der Damen zum Auftakt der Weltmeisterschaften in Liberec war spannend wie selten in diesem Winter: Nur knapp konnte sich Aino Kaisa Saarinen vor Marianna Longa und Justyna Kowalczyk die Goldmedaille sichern.

Kopf-an-Kopf-Rennen
Es war ein äußerst spannendes Kopf-an-Kopfrennen, dass sich die drei Topathletinnen in der klassischen Lauftechnik am heutigen Tage lieferten. Mal war Aino Kaisa Saarinen bei den Zwischenzeiten vorn, mal Justyna Kowalczyk, dann wieder die Finnin. Auch die Italienerin Marianna Longa lag immer nur hauchdünn hinter der jeweiligen Bestzeit. Im letzten Renndrittel konnte sich die Finnin schließlich einige Sekunden absetzen, was den Sieg für Saarinen bedeutete: "Mein ganzes Leben habe ich von einem großen Sieg geträumt und nun habe ich es geschafft!", jubelte die frisch gebackene Weltmeisterin nach dem Rennen. Dank einer starken Aufholjagd auf dem letzten Kilometer musste sich die Silbermedaillen-Gewinnerin Marianna Longa nur mit vier Sekunden geschlagen geben. Justyna Kowalczyk wies im Ziel elf Sekunden Abstand auf die Weltmeisterin auf. Virpi Kuitunen und Valentina Shevchenko als Viert- und Fünftplatzierte mussten sich schon früh damit abfinden, dass die Medaillenvergabe ohne sie stattfindet.

Deutsche abgeschlagen
Das deutsche Trainerteam hatte auf Anraten von Damen-Coach Ismo Hämälainen auf einen Einsatz von Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad verzichtet, die in der ungeliebten klassischen Technik ohnehin keine Medaillenchance gehabt hätten. So wurden nur zwei der möglichen vier Startplätze von Katrin Zeller und Stefanie Böhler besetzt. Beide gingen das Rennen etwa in gleichem Tempo an, dann musste die Ibacherin Steffi Böhler aber schnell einsehen, dass sie nach ihrer Erkrankung vor den Titelkämpfen noch nicht wieder ganz konkurrenzfähig ist. "Es war krass zu sehen, wie die anderen vorbeigeflitzt sind, aber es ging nicht schneller. Vielleicht fehlt mir einfach noch die Wettkampfhärte, um wieder reinzukommen", erklärte die enttäuschte Schwarzwälderin, die über Rang 32 nicht hinauskam. Ebenfalls unzufrieden war auch Katrin Zeller, die sich ein Top10-Ergebnis erhofft hatte und sich mit dem 18. Rang begnügen musste: "Unter den ersten 15 wäre ich zufrieden gewesen, Top10 wäre top, aber so bin ich unzufrieden. Auf den letzten drei Kilometern war bei mir ein bisschen die Luft raus, da müsste man mehr arbeiten."

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