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Doping-Ermittler: "Deutsche Wintersportler in Blutbank-Affäre involviert"

sid am 08.02.2010 - 13:42 Uhr
Vier Tage vor dem Start der Winterspiele in Vancouver haben Mutmaßungen über die Verwicklung deutscher Wintersport-Athleten in die Wiener Blutdoping-Affäre neue Nahrung erhalten.

"Geheimsache Doping: Eiskalter Betrug"
Vier Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Vancouver haben die Mutmaßungen über die Verwicklung deutscher Wintersport-Athleten in die Wiener Blutdoping-Affäre neue Nahrung erhalten. "Es gab Hinweise auf Sportler aus Deutschland, aus dem Wintersport. Wir hatten aber keine konkreten Namen", sagte Arnold Riebenbauer, damals Vorsitzender des Disziplinar-Ausschusses des österreichischen Skiverbandes, in dem ARD-Film "Geheimsache Doping: Eiskalter Betrug", der in der Nacht zu Dienstag, 9. Februar (ARD/00:15 bis 00:45 Uhr) gesendet wird.

Erstmals eine Quelle aus Ermittlerkreisen
Riebenbauer erklärte, dass er Hinweise auf Verstrickung deutscher Biathleten und Skilangläufer in die Affäre im Rahmen von Zeugen-Vernehmungen erhalten habe. Damit stellt erstmals eine Quelle aus Ermittlerkreisen eine Verbindung von deutschen Athleten zu dem Wiener Labor her. Bislang lagen nur Hinweise von anonymen Quellen über Verstrickungen vor. Nach früheren Recherchen der ARD aus dem Winter 2007/2008 sollen rund 20 deutsche Sportler aus den Bereichen Biathlon und Skilanglauf in einem Labor in Wien Blutdoping betrieben haben.


DSV verweist auf anderslautende Informationen
Stefan Schwarzbach, Pressesprecher des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hatte indes anderslautende Informationen. "Wir haben bei Staatsanwaltschaften und Nationalen Anti-Doping-Agenturen nachgefragt und die Bestätigung erhalten, dass keine deutschen Sportler involviert sind." Der ehemalige österreichische Ski-Trainer Walter Mayer, zentrale Figur in dem Doping-Skandal bei den Winterspielen 2006 in Turin, nahm in dem Film nach Jahren erstmals wieder zum Thema Doping Stellung und kritisierte, dass es bislang keine Nachtests von Proben der Spiele 2006 gegeben habe. "Wenn es Nachtests zu Turin geben würde, würden viele Medaillengewinner in einem schlechten Licht stehen", prophezeite Mayer.

Anonyme Generalvorwürfe eines Ex-Olympioniken
Schwere Doping-Vorwürfe gegen den Wintersport erhob in dem Film auch ein nordischer Skisportler aus Mitteleuropa, der allerdings anonym bleiben wollte. Der WM- und Olympiateilnehmer verglich die Doping-Situation im nordischen Skisport mit dem Radsport. Vor allem im Skilanglauf habe er mitbekommen, dass massiv gedopt werde, sagte der Athlet, der selbst Blutdoping zugab. Erschreckende Details lieferte der Film über die Substanz S107. Das Präparat, das in ein paar Jahren zur Behandlung von Herzleiden eingesetzt werden soll, fördere die Ausdauerleistung bei Menschen um 20 Prozent und sei im Sport schon längst im Umlauf, hieß es. Die Substanz stehe allerdings noch nicht auf den Doping-Listen, sei aber problemlos im Internet zu bestellen.

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