Strahlende Viola Bauer nach Medaillen-Feier
Über 300 Zuschauer waren am Dienstag Abend auf den Oberstdorfer Marktplatz gekommen, um eine für das Allgäu wohl einmalige olympische Siegerehrung zu erleben. Dort wo in knapp vier Monaten täglich die Zeremonien der Nordischen Ski-WM 2005 stattfinden, rieselte leise der Kunstschnee, bildeten junge Skisportler ein festliches Spalier, klangen aus den Lautsprechern bewegende Hymnen und waren auf der Leinwand die Höhepunkte des Verfolgungs-Rennens von Salt Lake City zu sehen. Dann endlich - 32 Monate nach dem eigentlichen Rennen - bekam die deutsche Langläuferin Viola Bauer aus den Händen von FIS-Präsident und IOC-Mitglied Gian-Franco Kasper die olympische Bronze-Medaille von 2002.
Nachdem der Internationale Sportgerichtshof (CAS) den beiden Russinnen Olga Danilowa und Larissa Lasutina im Frühjahr dieses Jahres wegen Dopings die Gold- bzw. Silbermedaille aberkannt hatte, rutschte die seinerzeit fünftplatzierte Viola Bauer aus Oberwiesenthal auf Bronze-Rang drei.
"Die Tatsache, dass ich ausgerechnet in Oberstdorf nachträglich meine Medaille von Salt Lake City überreicht bekomme, motiviert mich für die WM in vier Monaten natürlich noch einmal zusätzlich", strahlte Bauer. Besonders groß war die Freude bei der blonden Langläuferin über den festlichen Rahmen. "Ihr habt Euch ja eine wahnsinnige Arbeit gemacht. Vielen Dank an alle Oberstdorfer. Es ist super hier." Neben der Medaille und einem dicken Blumenstrauß gab es für Viola Bauer und all die Zuschauer noch ein eigens von einem Oberstdorfer Bäcker kreiertes Olympia-Gebäck: einen Amerikaner mit Zuckerguss und einer "3" aus Schokolade.

Auch auf ihren Geldbeutel wird sich der Aufstieg zur Bronzemedaillen-Gewinnerin auswirken. Zwar gingen Viola Bauer mögliche Sponsoren durch die Lappen, doch der Deutsche Skiverband hat zugesichert, die 2002 vereinbarte Prämie für eine Bronzemedaille selbstverständlich auszuzahlen.
"Oberstdorf ist zwar nicht Salt Lake City, der Rahmen war aber einfach super und meine Freude überwiegt. Ich kann mich noch sehr gut an das Rennen von Olympia erinnern. Diese Einzel-Medaille kann man nicht mit den anderen vergleichen. Jede hat ihren eigenen Wert. Aber auch die hat schon einen Platz in meinem Wohnzimmer sicher."
Das Hauptaugenmerk der amtierenden Staffel-Weltmeisterin von Val di Fiemme gilt nun den bevorstehenden Weltmeisterschaften in Oberstdorf: "Nach einer super Vorbereitung bin ich guter Dinge. Bei der WM würde ich natürlich wieder gerne in der Staffel starten. Eine Medaille ist auf jeden Fall mein Ziel."
Große Bedeutung misst Viola Bauer zunächst aber einmal dem Saisonauftakt am kommenden Wochenende in Düsseldorf bei: "Für unser Team ist natürlich ein guter Start sehr wichtig. Sobald es für einen Läufer gut läuft, ist das ganze Team motiviert."
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