Filbrich erhält vorläufige Freistellung

DSV-Pressestelle am 10.01.2006 - 11:13 Uhr
Planegg (dsv) Langläufer Jens Filbrich erhält nun doch die vom Deutschen Skiverband geforderte vorläufige Freistellung, um trotz familiär bedingter hoher Hämoglobinwerte weiterhin an internationalen Rennen teilnehmen zu können.

Der 26-jährige Oberhofer, bei dem seit Jahren familiär bedingt erhöhte Blutwerte bekannt und nachgewiesen sind, war im November 2005 vom Ski-Weltverband FIS mit einer umstrittenen Schutzsperre belegt worden. Der DSV hatte daraufhin das Internationale Sportgericht (CAS) in Lausanne angerufen. Nach einem Gespräch zwischen DSV-Mannschaftsarzt Dr. Ernst Jakob, dem DSV-Antidopingbeauftragten Paul E. Nowacki und dem Vorsitzenden der Medizinischen Kommission der FIS, Herrn Prof. Bengt Saltin, am gestrigen Montag in Kopenhagen lenkte die FIS nun ein und erteilte dem deutschen Langläufer eine vorläufige Freistellung für die laufende Weltcupsaison. Der Deutsche Skiverband, so Generalsekretär Thomas Pfüller, werde mit Erteilung der Freistellung seinen Antrag beim Sportgericht in Lausanne zurückziehen.

„Die zusätzlichen Untersuchungsergebnisse aus der laufenden Saison haben unsere Argumentation nachhaltig gestützt“, sagte Dr. Ernst Jakob. „Ich bin froh, dass wir damit für diesen Winter eine außergerichtliche Einigung erzielen konnten. Allerdings müssen wir uns im Frühjahr noch einmal mit den Verantwortlichen der FIS zusammensetzen, um im Sinne eines fairen und sauberen Sports eine endgültige Lösung des Problems zu finden“.

Auch Jens Filbrich zeigte sich zufrieden: „Ich bin unglaublich erleichtert, dass das Thema nun endlich vom Tisch ist und ich mich wieder ganz auf die kommenden sportlichen Aufgaben konzentrieren kann. Das alles hat mich, meine Familie und nicht zuletzt unser ganzes Team sehr belastet“.

Filbrich war am 27. November 2005 in Kuusamo/Finnland wegen eines Hämoglobin-Wertes von 17,0 – dem laut FIS-Reglement noch maximal tolerierbaren Wert – ein Start beim 15-Kilometer-Rennen verwehrt worden. Die anschließend sofort vorgenommene Dopingprobe bei Jens Filbrich fiel - wie erwartet und wie alle bisherigen Proben auch - negativ aus.

Der Hämoglobin (HB)-Wert sagt aus, wie viel roter Blutfarbstoff pro 100 Milliliter Blut gemessen werden. Bei Jens Filbrich sind bereits seit neun Jahren erhöhte Hämoglobin-Werte bekannt, die nachweislich auf genetische Ursachen zurückzuführen sind. Dies wurde unter anderem in einem unabhängigen medizinischen Gutachten der Universitätsklinik Tübingen bestätigt.

In ähnlich gelagerten Fällen hatte die FIS in jüngster Vergangenheit mehrere Ausnahmegenehmigungen erteilt. Entsprechende Anträge des DSV für eine Ausnahmeregelung bei Jens Filbrich waren vom Weltverband zunächst ohne nachvollziehbare Begründung abgelehnt worden.

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