Rekordbeteiligung beim Skitrail

Norbert Gütlein am 30.01.2006 - 08:22 Uhr
Traumwetter und Loipen wie aus dem Bilderbuch prägten den 11. Ski-Trail Tannheimer Tal – Bad Hindelang am vergangenen Wochenende. Die perfekten äußeren Bedingungen erschienen fast wie eine Belohnung für die Veranstalter, die den in der Vergangenheit extremen Wetterkapriolen beharrlich getrotzt hatten. Zwei Strecken standen am Samstag für die Klassiker zur Auswahl. Über die 12 km, die dank eines sportlichen Profils durchaus anspruchsvoll waren, siegte bei den Damen ein noch in der Jugendklasse startendes Trio vom WSV Isny, bestehend aus Anja Denzel, Annika Schaffer und Katharina Schiller, die bei ihrem ersten Volkslauf verabredet hatten, die Strecke vorsichtshalber gemeinsam zu absolvieren und sich den Sieg dementsprechend teilten. Bei den Herren lautete der Zieleinlauf Günther Dengg (Team Kneissl, AUT) vor Daniel Weber (Sportteam Buhler, GER) und Steffen Kommer (WSV Oberhof). Eine gewisse Dramatik wies das Rennen über 25 km auf, das diesmal über das bayerische Unterjoch führte. Auf den letzten Metern rang der Sprintspezialist Johannes Bredl vom WSV Rabenstein den Tiroler Lokalmatador Thomas Steurer aus Vils nieder. Mit kurzem Abstand folgte Marko Zschinsch (Salomon Racing Team, GER). Bereits vor diesen Läufern hatte der Österreicher Christian Baldauf das Ziel erreicht und Gratulationen im Interview im Zielraum gleich mit dem Hinweis abgewehrt, dass er möglicherweise einmal falsch abgebogen sei und er deshalb mit einem Protest der Konkurrenz rechne. So war es auch und Christian Baldauf musste das Rennen letztlich unter der Kategorie Training abbuchen. Das Damenrennen über diese Distanz gewann die Italienerin Ingrid Puntel vor Kerstin Drexler (WSV Isny) und Sabrina Schairer (SV Kasino Kleinwalsertal, AUT).
Waren es am Samstag etwa 300 Starter über die Klassik-Distanzen, strömten am Sonntag über 1000 Läufer in das malerische Hochtal, das Bayern und Tirol miteinander verbindet, um die beiden Skating-Strecken in Angriff zu nehmen. Wohl angesichts des anspruchvollen Streckenprofils entschied sich die Mehrheit der Läufer für die 30 km, die nach Oberjoch und dann zurück nach Tannheim führten. Das schnelle Rennen entschied der Allgäuer Ralph Hagspiel (Madshus-Neuner-Team) für sich, gefolgt vom stark auftrumpfenden xc-ski.de-Redakteur Markus Meister (Salomon Racing Team, GER) und Florian Grimm (Sport Frey Racing Team, GER). Nur sechs Minuten länger als der Herren-Sieger brauchte Sigrid Lang vom Multisportsnetwork (GER) für diese Strecke, sie gewann damit souverän die Damenwertung. Mit ihr durften später Kathrin Höfler (Sport Team Buhler, GER) und erneut Ingrid Puntel (Polisport, ITA) auf dem Podium stehen.
Alle ausgetragenen Rennen zählen für die DSV-Langlaufserie, aber nur die Königsdisziplin, die 50 km Skating, werden für den prestigeträchtigen Tiroler Adler gewertet. Etwa 400 Läufer nahmen diese wahrlich nicht leichte Prüfung auf sich, darunter auch die beiden Vorjahressieger Johann Mühlegg und Stefan Zirngibl. Der für das Fischer Racing Team startende Zirngibl musste diesmal den bereits früh enteilten Rossignol-Mann Markus Kraus davonziehen lassen und wurde Zweiter. Hinter diesen beiden erreichte Andreas Möse vom Sport-Team Buhler den dritten Platz. Das Podium des Hauptrennens befand sich damit fest in deutscher Hand. Der früheren Weltmeister und Weltcupgewinner Johann Mühlegg (Kneissl Ski Team), der nach eigener Aussage wegen starker beruflicher Verpflichtungen nicht mehr systematisch trainieren kann, erreichte den neunten Rang, nahm es gelassen und genoss sichtlich die reizvolle Atmosphäre in der Volkslaufszene, die ihm ja schon während seiner aktiven Zeit zu einer zweiten sportlichen Heimat geworden war. Eine klare Sache war das Rennen in der Damenklasse für Bernadette Höfle (Madshus Team Isny), die Stefanie Meyr (Atomic Team Deutschland) und die Finnin Outi Kettunen (Toko Racing Team) deutlich auf Distanz hielt.
Das Fazit fällt kurz und klar aus: Traum-Skitage bei exzellenter Organisation, sportlichen Rennen und unglaublich guten äußeren Bedingungen. Wer dieses Ereignis nicht in seinem Wettkampfkalender stehen hatte, hat etwas versäumt.
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