Skilanglauf-Fest beim Marcialonga : Pedersen und Ahrlin gewinnen dramatische Finals

Mario Felgenhauer am 26.01.2009 - 10:43 Uhr
Spitzengruppe
Erst am letzten Anstieg hinauf zum Zielort Cavalese ist am Sonntag die Entscheidung beim Marcialonga gefallen. Mehr als 6.000 Athleten durchquerten das Fassa- und das Fleimstal auf Skiern.

Ahrlin am Anstieg stark
70 Kilometer lang führt der Marcialonga durch teils flaches, teils leicht ansteigendes oder abfallendes Gelände des italienischen Fassa- und Fleimstals. Die Entscheidung im Kampf um den Sieg fiel aber wie so oft erst auf den letzten Kilometern. Vor der "Cascata", der drei Kilometer langen Schlusssteigung hinauf nach Cavalese hatten bei den Herren noch fünf Läufer Chancen auf den Sieg. Doch der Schwede Jerry Ahrlin setzte sich bereits am Fuß des Anstiegs an die Spitze und konnte sich im Verlauf von seinen Verfolgern absetzen. Er überquerte die Ziellinie mit neun Sekunden Vorsprung auf seine Konkurrenten. Dahinter kämpften Joergen Aukland und Daniel Tynell um die Podestplätze. Ersterer sicherte sich schließlich Platz zwei. Der Norweger hatte zumindest auf den ersten Kilometern Unterstützung von seinem Bruder Anders erhalten, der extra nach dem Weltcup in Otepää am Samstag noch zum Marcialonga gekommen war. Um wichtige Punkte im FIS-Marathon-Cup ging es schließlich bei den Viert- und Fünftplatzierten. Marco Cattaneo konnte sich einen kleinen Vorsprung gegenüber Thomas Freimuth herauslaufen. Damit bleibt der Italiener Führender in der Gesamtwertung. Freimuth war als bester Deutscher und mit einer sehr guten Klassik-Leistung auch mit Rang fünf höchst zufrieden: "Ich hatte heute einen super Tag! Das war echt der Hammer", so der 28-Jährige

Pedersen siegt nach Überraschung
Im Rennen der Damen galten die Norwegerin Hilde Pedersen und die schwedin Jenny Hansson als große Favoritinnen auf den Sieg. Deswegen verwunderte es nicht, dass das italienische Fernsehen Pedersen auf den letzten Kilometern als Führende zeigte. Anders als die Herren, die den kompletten Schlussanstieg in der Doppelstocktechnik bewältigten, wachste die Altmeisterin des Skilanglaufs am Fuß der Steigung ihre Ski nach und lief größtenteils Diagonal Cavalese entgegen. 500 Meter vor dem Ziel kam dann plötzlich Hansson von vorne ins Bild der Kamera. Die Schwedin hatte also bereits deutlich geführt, brach allerdings auf den letzten Kilometern ein und musste auf den letzten Metern die Norwegerin noch ziehen lassen. Platz drei ging an Hanssons Landsfrau Nina Lintzen. Renate Forstner kam als beste Deutsche auf Rang 16.

Über 4.800 Läufer erreichen das Ziel
Hinter den spannenden Duellen an der Spitze kämpften die übrigen Starter bis spät in den Abend hinein gegen die Zeit und gegen sich selbst. So erreichte der 66-jährige Italiener Duilio Imberti das Ziel nach über zehn Stunden Laufzeit als 4830. und Letzter. Dort empfingen ihn dennoch viele Fans und ein Kranz der Organisatoren. Der Großteil der übrigen Starter war da schon lange auf dem Nachhauseweg.
Weiterführende Informationen:
Ergebnis: Marcialonga Predazzo (Italien)

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