Interview mit Nicole Fessel: "Das Klima fand ich sehr gut"

XC-Ski Redaktion am 22.07.2009 - 12:22 Uhr
Nicole Fessel
Im Interview mit XC-Ski.de spricht DSV-Nationalkaderathletin Nicole Fessel über das erste Trainingslager im neuen Skitunnel in Oberhof und stellt einen Vergleich zu Torsby und Vuokatti her.

xc-ski.de: Nicole, du warst vor zehn Tagen zusammen mit der Nationalmannschaft im neuen Skitunnel in Oberhof. Was habt ihr dort trainiert?

N.F.: Wir waren insgesamt vier Tage in Oberhof und haben von Freitag bis Sonntag insgesamt fünfmal im Skitunnel trainiert. Dabei stand vor allem die Skigewöhnung im Vordergrund. Wir haben Einheiten bis zu 2,5 Stunden und 40 Kilometern absolviert.

xc-ski.de: Habt ihr auch spezielle Einheiten gemacht oder waren das nur Grundlagenausdauerprogramme?

N.F.: Meistens sind wir zunächst 1,5 Stunden einfach gelaufen und dann wurde noch eine Stunde ein auf jeden Athleten zugeschnittenes Programm absolviert. Zum Beispiel wurde nur mit einem Stock gelaufen. Ich selbst habe auch einige schnelle Schritte gemacht.

xc-ski.de: Du warst ja schon in mehreren Tunnels, wie war das Laufen im neuen Oberhofer Bauwerk?

N.F.: Also im Vergleich zu Torsby und Vuokatti ist es in Oberhof viel angenehmer zu laufen. Durch die Fenster im Mittelteil kann man auch mal nach draußen schauen und ist nicht komplett abgeschottet. In den anderen Tunnels läuft man zwei Stunden nur in einer Röhre ohne Verbindung zur Außenwelt. Außerdem ist das Profil in Oberhof deutlich anspruchsvoller und es gibt eine Musikanlage, die einem das Training verkürzt. Aber ohne spezielles Programm wird das Training natürlich auch in Oberhof nach zwei Stunden irgendwann eintönig. Man kommt aber ziemlich oft an den Trainern im Mittelteil vorbei, die einen dann mit ihren Hinweisen wieder aufs Wesentliche konzentrieren und viele Videoaufnahmen machen können.

xc-ski.de: Wie war das Klima im Inneren?

N.F.: Das Klima fand ich sehr gut. Es hatte konstant -4 Grad. In Vuokatti zum Beispiel ist es oft zu kalt. Da kann es passieren, dass es am Morgen an der hintersten Stelle des Tunnels -10 Grad hat. Da ist Sprinttraining ohne Gesundheitsgefährdung nur schlecht möglich. Man muss sich zwar auch in Oberhof erstmal an die Temperaturen gewöhnen, aber ich konnte mein Training dann super absolvieren. Der Schnee war sauschnell, was uns Sprintern entgegenkommt. Die Klassik-Spur wurde zwar nach zwei Stunden etwas körnig und weich, aber das ist in anderen Tunnels genauso.

xc-ski.de: Wie schaut eure weitere Planung für die Nutzung des Skitunnels aus?

N.F.: Wir werden vom 10. bis 13. August noch einmal einen kurzen Lehrgang im Tunnel absolvieren. Für diese kurzen Trainingslager ist der Tunnel eine gute Alternative. Im September/Oktober werden wir aber dann trotzdem auf den Dachstein gehen. Für einen 10-Tages-Aufenthalt wäre das Laufen im Tunnel dann doch zu eintönig.

xc-ski.de: Du bist gerade schon wieder in Oberhof. Dieses Mal habt ihr aber andere Schwerpunkte oder?

N.F.: Ja, wir absolvieren gerade unsere Laufbandtests im Rahmen der ersten zentralen Leistungskontrolle in diesem Jahr. Am Samstag und Sonntag stehen dann der Crosslauf auf der Standardstrecke und ein Skirollerrennen auf dem Programm.

xc-ski.de: Viel Erfolg bei den Wettbewerben und Danke für das Interview.

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