Cogne, Tour de Ski, Rybinsk, Otepää
Martin Tauber am 27.01.2007 - 21:48 Uhr
Sorry, liebe Freunde und Fans, dass mein letzter Bericht schon einige Monate zurück liegt, aber heuer bin ich leider ziemlich schreibfaul und habe außerdem viel zu tun in meinem Sport.
Zum einen reise ich fast wöchentlich von Weltcup zu Weltcup, und das in die entlegensten Winkel Europas, zum anderen ist in diesem Winter nicht wirklich viel Schnee bei mir zu Hause, so dass ich oft im Auto sitze, bis ich mein Training auf Skiern durchführen kann. Das Wachsen meiner Ski bei diesen sommerlichen Temperaturen benötigt außerdem noch sehr viel Zeit.
Mit meiner Form in diesem Winter bin ich eigentlich recht zufrieden, konnte ich bereits schon vor Weihnachten mein erstes Top-10-Ergebnis in Italien (Cogne, 15 km klassisch) erreichen. Leider wurde ich unmittelbar nach meiner Zielankunft erneut von den italienischen Carabinieri abgeführt und zu den Vorfällen von Turin vom vergangenen Februar verhört. Es wurde dabei wieder mein Zimmer auf mögliche unerlaubte Mittel untersucht und diverse Nahrungsergänzungsmittel von mir wurden für Untersuchungszwecke beschlagnahmt. Am Ende dieser völlig überzogenen Aktion kam unterm Strich wieder einmal nichts heraus und die Beamten entschuldigten sich sogar bei mir für die peinliche Situation, in die sie mich gebracht hatten. Somit ist die Sache für mich wohl endgültig vom Tisch.
Die Tour de Ski verlief leider nicht nach meiner Vorstellung. Nach der 3. Etappe war dieses Abenteuer für mich vorbei. Mein Ziel zu Beginn dieser Rennserie, die zum Weltcup zählt, war es, nicht schlechter als Platz 20 nach 3 von 6 Wettkämpfen zu sein, um am Schluss ein Resultat unter den Top 30 zu erreichen. Ich bin einfach zu langsam bei den Sprintbewerben (nur Rang 82 in München bei der 1. Etappe). In Oberstdorf bei der Doppelverfolgung (Rang 28) bzw. 15 km klassisch (Rang 34) konnte ich mich zwar im Gesamtklassement auf den 30. Platz vorschieben, jedoch war ich so müde, dass ein zu Ende laufen der Tour zu viel Energie gekostet hätte. Die restlichen noch anstehenden Rennen dieses Winters hätte ich mir dann wohl ausgepowert vor dem Fernseher anschauen können.
Völlig ausgeruht und mit einigen sehr guten Trainingseinheiten in den Beinen, reiste ich dann nach Rybinsk (RUS), wo ein 30er Skatingrennen mit Massenstart auf dem Plan stand. Durch mein gutes taktisches Verhalten während des gesamten Rennens und einen ausgezeichnet gewachsten Ski konnte ich eines meiner besten Ergebnisse in der freien Technik erreichen: Rang 17 mit nur 28 Sekunden Rückstand auf den Sieger (Legkov/RUS). Ein besonderes Lob möchte ich dem Veranstalter dieses Weltcups aussprechen, da es im Umkreis von 100 Kilometern keinen Brösel Schnee gab und es in den Wochen zuvor zu warm für die Produktion von Kunstschnee war. Eisschollen wurden anstatt Schnee aus der vorbeifließenden Wolga gefischt und großzügig auf die Wettkampftrasse gekippt. Mit den Pistenmaschinen wurde das Eis so lange aufgefräst, bis es sich in Crasheis verwandelte und zum Laufen hervorragend eignete. Man muss eben ein wenig kreativ sein! Zu guter Letzt begann es dann noch während des Rennens heftig zu schneien, was es für uns Athleten nicht einfacher machte. Aber die Bilder, die via Fernsehen um die Welt gingen, waren zumindest winterlich. Die Stimmung war dank der 25.000 Zuschauer einzigartig, mir dröhnen heute noch die Ohren. Auch wenn die Reise nach und von Rybinsk äußerst mühsam war, möchte ich dieses Wochenende in meiner Karriere nicht missen!
Jetzt sitze ich in meinem Hotelzimmer in Otepää/EST, zufrieden mit meiner Leistung vom heutigen Wettkampf (Weltcup 15 km/kl.). Platz 16 zu erreichen war bei diesem Wetter (starker Wind und Neuschnee) und der anspruchsvollen Strecke wirklich kein leichter Job. Es war sehr schwierig, ein optimales Material zu finden, da die Spur recht weich und ausgelaufen war. In den Anstiegen hatte ich zwar etwas glatt, jedoch lief mein Schi fast von alleine in den Abfahrten. Mein Start war wie fast bei jedem Rennen extrem langsam (nur Pl. 29 nach 6,6 km), jedoch konnte ich mich bis ins Ziel immer mehr steigern.
Nächste Woche werde ich beim Weltcup im schweizerischen Davos nur beim Staffelrennen an den Start gehen. Die 15 km, die heuer leider in der freien Technik ausgetragen werden, lasse ich aus, um Kräfte für die anstehende Weltmeisterschaft in Sapporo zu sparen.
Bis bald, Euer Martin!
Zum einen reise ich fast wöchentlich von Weltcup zu Weltcup, und das in die entlegensten Winkel Europas, zum anderen ist in diesem Winter nicht wirklich viel Schnee bei mir zu Hause, so dass ich oft im Auto sitze, bis ich mein Training auf Skiern durchführen kann. Das Wachsen meiner Ski bei diesen sommerlichen Temperaturen benötigt außerdem noch sehr viel Zeit.
Mit meiner Form in diesem Winter bin ich eigentlich recht zufrieden, konnte ich bereits schon vor Weihnachten mein erstes Top-10-Ergebnis in Italien (Cogne, 15 km klassisch) erreichen. Leider wurde ich unmittelbar nach meiner Zielankunft erneut von den italienischen Carabinieri abgeführt und zu den Vorfällen von Turin vom vergangenen Februar verhört. Es wurde dabei wieder mein Zimmer auf mögliche unerlaubte Mittel untersucht und diverse Nahrungsergänzungsmittel von mir wurden für Untersuchungszwecke beschlagnahmt. Am Ende dieser völlig überzogenen Aktion kam unterm Strich wieder einmal nichts heraus und die Beamten entschuldigten sich sogar bei mir für die peinliche Situation, in die sie mich gebracht hatten. Somit ist die Sache für mich wohl endgültig vom Tisch.
Die Tour de Ski verlief leider nicht nach meiner Vorstellung. Nach der 3. Etappe war dieses Abenteuer für mich vorbei. Mein Ziel zu Beginn dieser Rennserie, die zum Weltcup zählt, war es, nicht schlechter als Platz 20 nach 3 von 6 Wettkämpfen zu sein, um am Schluss ein Resultat unter den Top 30 zu erreichen. Ich bin einfach zu langsam bei den Sprintbewerben (nur Rang 82 in München bei der 1. Etappe). In Oberstdorf bei der Doppelverfolgung (Rang 28) bzw. 15 km klassisch (Rang 34) konnte ich mich zwar im Gesamtklassement auf den 30. Platz vorschieben, jedoch war ich so müde, dass ein zu Ende laufen der Tour zu viel Energie gekostet hätte. Die restlichen noch anstehenden Rennen dieses Winters hätte ich mir dann wohl ausgepowert vor dem Fernseher anschauen können.
Völlig ausgeruht und mit einigen sehr guten Trainingseinheiten in den Beinen, reiste ich dann nach Rybinsk (RUS), wo ein 30er Skatingrennen mit Massenstart auf dem Plan stand. Durch mein gutes taktisches Verhalten während des gesamten Rennens und einen ausgezeichnet gewachsten Ski konnte ich eines meiner besten Ergebnisse in der freien Technik erreichen: Rang 17 mit nur 28 Sekunden Rückstand auf den Sieger (Legkov/RUS). Ein besonderes Lob möchte ich dem Veranstalter dieses Weltcups aussprechen, da es im Umkreis von 100 Kilometern keinen Brösel Schnee gab und es in den Wochen zuvor zu warm für die Produktion von Kunstschnee war. Eisschollen wurden anstatt Schnee aus der vorbeifließenden Wolga gefischt und großzügig auf die Wettkampftrasse gekippt. Mit den Pistenmaschinen wurde das Eis so lange aufgefräst, bis es sich in Crasheis verwandelte und zum Laufen hervorragend eignete. Man muss eben ein wenig kreativ sein! Zu guter Letzt begann es dann noch während des Rennens heftig zu schneien, was es für uns Athleten nicht einfacher machte. Aber die Bilder, die via Fernsehen um die Welt gingen, waren zumindest winterlich. Die Stimmung war dank der 25.000 Zuschauer einzigartig, mir dröhnen heute noch die Ohren. Auch wenn die Reise nach und von Rybinsk äußerst mühsam war, möchte ich dieses Wochenende in meiner Karriere nicht missen!
Jetzt sitze ich in meinem Hotelzimmer in Otepää/EST, zufrieden mit meiner Leistung vom heutigen Wettkampf (Weltcup 15 km/kl.). Platz 16 zu erreichen war bei diesem Wetter (starker Wind und Neuschnee) und der anspruchsvollen Strecke wirklich kein leichter Job. Es war sehr schwierig, ein optimales Material zu finden, da die Spur recht weich und ausgelaufen war. In den Anstiegen hatte ich zwar etwas glatt, jedoch lief mein Schi fast von alleine in den Abfahrten. Mein Start war wie fast bei jedem Rennen extrem langsam (nur Pl. 29 nach 6,6 km), jedoch konnte ich mich bis ins Ziel immer mehr steigern.
Nächste Woche werde ich beim Weltcup im schweizerischen Davos nur beim Staffelrennen an den Start gehen. Die 15 km, die heuer leider in der freien Technik ausgetragen werden, lasse ich aus, um Kräfte für die anstehende Weltmeisterschaft in Sapporo zu sparen.
Bis bald, Euer Martin!




