Jens Filbrich erhält Schutzsperre

DSV-Pressestelle am 27.11.2005 - 13:00 Uhr
kussamo/planegg (dsv) Langläufer Jens Filbrich musste beim Weltcup im finnischen Kuusamo eine Zwangspause einlegen. Der Oberhofer wurde wegen eines Hämoglobin-Wertes von 17,0 - was laut Reglement des Internationalen Skiverbandes FIS dem noch maximal tolerierbaren Wert entspricht - mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt.

"Die Sperre von Jens Filbrich ist für mich nicht nachvollziehbar", erklärte DSV-Mannschaftsarzt Dr. Ernst Jakob, "da der im Reglement festgelegte Wert von 17,0 nicht überschritten wurde. Darüber hinaus sind bei Jens seit neun Jahren erhöhte Hämoglobinwerte bekannt", so Jakob. "Diese Werte werden regelmäßig, zuletzt vor Beginn der Weltcup-Saison, an die zuständigen Stellen der FIS gemeldet. Wir haben aber sofort nach Bekanntwerden des zu hohen Wertes darauf bestanden, dass bei Jens eine zusätzliche Dopingkontrolle durchgeführt wird, um keinerlei Raum für Spekulationen zu lassen."

Der Hämoglobin-Wert sagt aus, wie viel Gramm roter Blutfarbstoff pro 100 Milliliter Blut gemessen werden. Erlaubt ist ein Wert von 17,0. Durch Flüssigkeitsverlust, wie er beispielsweise nach Wettkämpfen oder bei grippalen Infekten auftritt, kann es zu Schwankungen des Hämoglobinwertes kommen.

"Ich habe absolut nichts zu verbergen und definitiv keinen Grund, wegen irgendetwas beunruhigt zu sein", sagte Jens Filbrich. „Ich bin einfach nur tief enttäuscht und fühle mich auch ein Stück weit von der FIS betrogen. Ich habe nun einmal genetisch bedingt relativ hohe Hämoglobinwerte. Das lässt sich anhand der Werte belegen, die bei meinem Bruder und bei meiner Mutter gemessen wurden. Das alles ist der FIS seit Jahren bekannt. Bei anderen Sportlern mit ähnlichen HB-Werten aufgrund genetischer Vorbelastungen wurden bereits Ausnahmeregelungen getroffen. Keine Ahnung, warum das bei mir nicht möglich ist. Bei mir wurden in letzter Zeit regelmäßig Dopingkontrollen durchgeführt. Und ich lasse mich auch gerne jeden Tag testen. Ich weiß nicht, was ich sonst noch tun soll. Das ist ein Zustand, den der DSV und ich einfach nicht mehr akzeptieren.

Bundestrainer Jochen Behle: „Das Verhalten der FIS ist lächerlich. Wir haben heute Nacht offiziell Protest gegen diese Entscheidung eingelegt. Denn nach dem FIS-Regelwerk darf Jens mit dem gemessenen Wert eindeutig starten. Der DSV wird gegen diese Entscheidung vorgehen. Jens hat ein absolut reines Gewissen, er ist ein sauberer Athlet, der das ganze Jahr über hart trainiert hat. Warum soll so ein Sportler nicht laufen dürfen? Er wird nun um die Früchte seiner Arbeit betrogen."

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