Start ist geglückt – jetzt geht die Tour erst richtig los: Jochen Behle im Interview

DSV am 28.12.2008 - 16:40 Uhr
Jochen Behle
Für die Läufer des Deutschen Skiverbandes verlief der Auftakt der Viessmann Tour de Ski nach Maß. Prologsiege für Claudia Nystad und Axel Teichmann, dazu ein mannschaftlich starker Auftritt – Bundestrainer Jochen Behle zeigte sich zufrieden.

Hatten Sie den Auftakt in dieser Form auch nur im Entferntesten erwartet?
Bei Axel Teichmann hatte ich darauf gehofft. Er ist ein intelligenter Athlet und wenn er selbst behauptet, sich auf Oberhof zu konzentrieren, dann darf man davon ausgehen, dass eine Top-Leistung folgt, einfach schon deshalb, weil Axel ein riesiges Potential hat. Claudia Nystads Sieg war eine echte Sensation, aber umso erfreulicher. Und speziell was Tobi betrifft, war sicher auch nicht zu erwarten, dass er nach seiner Krankheit gleich so gut in die Tour einsteigt.

Sind Ihre Schützlinge jetzt die Tour-Favoriten?
Das hängt davon ab, wie man den Begriff „Favorit“ definiert. Ich hatte ja schon im Vorfeld der Viessmann Tour de Ski angesprochen, dass ich für Axel Teichmann durchaus Chancen sehe, die sehe ich bei rund 20 anderen Läufern aber auch. Bei den Frauen hat sich nichts geändert, hier denke ich nach wie vor, dass Saarinen, Kuitunen und Björgen die stärksten Frauen im Feld sind, auch weil wir diesmal ziemlich viele Klassik-Distanzen haben. Und über die 10 Kilometer hat sich diese Einschätzung ja auch bereits bewahrheitet. Aber die Tour geht doch jetzt erst richtig los. Und es gilt nach wie vor: Du musst nicht sechs Mal gewinnen, nur einen richtig schwachen Tag darfst Du nicht haben. Beim Klassikrennen einmal beim Wachs daneben gegriffen – und das war es dann auch schon. Am Sonntag sind wir speziell bei Claudia noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber sie hatte im Anstieg schon sehr glatt, da ist dann nicht mehr viel zu machen.

Sie hatten im Vorjahr kritisiert, dass die die Viesmann Tour de Ski zu einer Viessmann „Tour de Czech“ umgewandelt wurde, Nove Mesto – Prag – Nove Mesto. Sind Sie mit der Wahl der Tour-Orte diesmal einverstanden?
Machen wir uns nichts vor: Auch der Auftakt bei der Premiere 2006 in einem verwaisten Olympiastadion von München war nichts. Und die Probleme des letzten Winters will ich nicht noch einmal erläutern. Ganz ehrlich: Oberhof ist die richtige Wahl, da stimmt das Ambiente, die Organisation und wir haben viele Zuschauer.

Anzeige

Anzeige