Portrait - Marit Bjoergen

Portrait Marit Bjoergen
© Hemmersbach/Nordic Focus
Steckbrief

Name: Bjoergen, Marit
Geburtstag: 21.03.1980
Geburtsort: Trondheim/NOR
Wohnort: Rognes/NOR
Heimatverein: Rognes IL
Beruf: Langläuferin
Sprachen: Norwegisch, Englisch
Hobbys: Freunde, Familie, Sport


Drei schwere Winter zum Weltcupeinstieg

Marit Bjoergen begann 1987 als Siebenjährige mit dem Langlaufsport. Seit Dezember 1999 wird die in Trondheim geborene Norwegerin im Weltcup eingesetzt, konnte dort jedoch lange nicht Fuß fassen und musste sich mit hinteren Plätzen begnügen. Das erste Erfolgserlebnis verbuchte Marit Bjørgen bei den Olympischen Winterspielen 2002, als sie erstmals zur norwegischen Staffel zählte und mit ihr Silber gewann. Wenige Monate später folgte dann auch ihr erster Sieg, als sie die erste Auflage des Sprints am Düsseldorfer Rheinufer für sich entscheiden konnte.

Goldene Jahre beginnen

Nun begann das Hoch der Marit Bjoergen: Die nächsten Siege ließen nicht lange auf sich warten. Schon im folgenden Winter gewann sie erstmals die kleine Kristallkugel für den Sprintweltcup und wurde Gesamtweltcup-Zweite. 2004/2005 siegte sie schließlich auch erstmals in Distanzrennen und lieferte insgesamt eine starke Saison ab, so dass sie sich sowohl den Distanz- als auch Sprint- und Gesamtweltcup holte. Bis Ende des Winters 2007 bestritt die Norwegerin 114 Weltcuprennen, 42 davon beendete sie auf dem Podest, 28 gewann sie. Zweimal gewann sie den Gesamtweltcup, mehrmals den Disziplinen-Weltcup. Eine eindrucksvolle Bilanz. Den größten Teil ihrer Siege sicherte sich Bjoergen in ihrer Spezialdisziplin Sprint, wo sie auch mehrmals den Sprintweltcup für sich entscheiden konnte.

Pech bei letzten Großereignissen

Eine olympische Goldmedaille fehlte der Norwegerin bis einschließlich 2006 jedoch noch, ein großes Ziel der ehrgeizigen Athletin für die Olympischen Spiele in Vancouver. Zweimal konnte sie sich allerdings bisher Silber umhängen lassen. Neben ihrer Staffelmedaille 2002 gewann Bjoergen in Turin Silber über 10km klassisch und verpasste Edelmetall im Teamsprint nur knapp, obwohl sie als große Favoritin für alle Langlaufbewerbe an den Start gegangen war. Erfolgreicher erwies sie sich bis dahin bei Weltmeisterschaften, wo sie insgesamt viermal Gold einheimste. Doch auch in Sapporo spielten ihr die Nerven einen Streich, so dass Bronze im Teamsprint ihr einziges Edelmetall blieb.

Endlich die großen Olympia-Erfolge

Im Februar 2010 schlug dann aber endgültig die große Stunde der Marit Bjoergen, die mit ihren drei Goldmedaillen in Vancouver die letzten Makel in ihrer Medaillenbilanz korrigierte. Die Dreifach-Olympiasiegerin reihte sich endgültig ein in die Riege der erfolgreichsten Langläuferinnen aller Zeiten und krönte sich selbst zur "Königin" der Winterspiele von Vancouver. Auch abseits des Großereignisses 2010 lief alles bestens für die Norwegerin, die sich während des gesamten Winters immer wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Justyna Kowalczyk lieferte. Im Gesamtweltcup sprang damit ein toller zweiter Platz hinter der überragenden Polin heraus.

Unglaubliche Siegesserie

Bei den Olympischen Spielen triumphierte Kowalczyk einmal über Bjoergen - niemand hätte damals erwartet, dass dies für lange Zeit das letzte Mal war, wo Marit Bjoergen sich geschlagen geben musste und Rivalin Kowalczyk die ewige Zweite des Winters werden sollte. Die neue Saison begann, wie die alte aufhörte: Marit Bjoergen lief alles in Grund und Boden und blieb bis Mitte Januar, wo sie im Sprint "nur" Siebte wurde, bei jedem Start ungeschlagen. Anschließend musste sie sich in Sprints zwei weitere Male geschlagen geben, blieb in Distanzrennen jedoch das Maß aller Dinge. So reiste sie auch als Topfavoritin zu den Weltmeisterschaften vor heimischem Publikum und setzte dort ihre Siegesserie fort: Viermal Gold und einmal Silber sind bei fünf Starts und einem freiwilligen Verzicht im Teamsprint eine beeindruckende Bilanz. Zum Ende der Titelkämpfe fühlte sich jedoch auch Marit nicht mehr fit und so musste sie sich im abschließenden Massenstart ihrer Teamkollegin Therese Johaug geschlagen geben. So war es auch eine Woche später in Lahti, wo Marit Bjoergen noch mit den Nachwirkungen der anstrengenden WM zu kämpfen hatte und nur Vierte wurde. Anschließend kehrte sie zurück zu alter Form und feierte einen souveränen Sieg beim Weltcupfinale.

Dominatorin im vorolympischen Winter mit vielen gesundheitlichen Sorgen

Die Saison 2011/12 begann wie der Vorwinter: Marit Bjoergen bestimmte das Geschehen und fuhr einen Sieg nach dem anderen ein. In guter Form nahm sie nach einigen Jahren Pausen wieder an der Tour de Ski teil, die sie als Zweite hinter Justyna Kowalczyk beendete. Dabei feierte sie vier Etappensiege in Serie. Da sie im weiteren Saisonverlauf aber meist die Nase vor der Polin vorn hatte, kam sie auch im Gesamtweltcup immer näher und gewann schließlich die große Kristallkugel. Nicht so gut lief es im vorolympischen Winter 2012/13, wo gesundheitliche Probleme dafür sorgten, dass sie im Gesamtweltcup nicht über Rang vier hinauskam, obwohl sie alle Rennen, bei denen sie antrat auf Platz eins oder zwei beendete. Der Grund für ihre lange Krankheitspause waren Herzrhythmusstörungen zur Weihnachtszeit, die eine sechswöchige Wettkampfpause bedeuteten. Zur WM im Val di Fiemme war die Norwegerin aber längst wieder fit, so dass sie die Titelkämpfe mit viermal Gold und einmal Silber dominierte - genau zehn Jahre nach ihrem ersten WM-Gold an selber Stelle.
Saison
Gesamt Sprint Distanz
2012/2013
7. 748 7. 256 6. 492
2011/2012
1. 2489 3. 521 1. 1648
2010/2011
2. 1178 4. 403 2. 775
2009/2010
2. 1320 2. 484 2. 836
2008/2009
9. 582 15. 147 9. 435
2007/2008
11. 690 16. 188 6. 502
2006/2007
2. 803 5. 204 6. 279
grau = Weltcup-Punkte

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Bilder Marit Bjoergen
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