Portrait - Laurien van der Graaff

Portrait Laurien van der Graaff
© Nordic Focus
Steckbrief

Name: Laurien van der Graaff
Geburtsdatum: 14. Oktober 1987
Geburtsort: Rotterdam/NL
Wohnort: Davos
Verein: TG Hütten
Größe: 167 cm
Beruf: Studentin (Sportwissenschaften und Biologie in Zürich)
Familie: Eltern Marga und André, Geschwister Frank und Mirna
Sprachen: Deutsch, Französisch
Hobbies: Lesen, Sport allgemein, Tennis, Beachvolleyball
Homepage: skilicious.blogspot.com (Blog mit Tatjana Stiffler)

Von Rotterdam in die Schweizer Berge

Laurien van der Graaff ist Tochter niederländischer Eltern und kam im Alter von vier Jahren aus Rotterdam in die Bündner Berge, weil ihr Vater dort eine Lehrerstelle erhielt. Wenig später stand sie das erste Mal auf Skiern. Das fröhliche Mädchen fand gefallen an dem Sport und trainierte fleißig. Schon lange fühlt sie sich als 100%ige Schweizerin: "Ich sehe mich komplett als Schweizerin. Aber die holländische Mentalität – die Fröhlichkeit und Offenheit – ist sicher da", meinte sie in einem Interview und wird dadurch auch immer an ihre Wurzeln erinnert.

Erfolgreiche Jugend in der Schweiz

Laurien war schon in ihrer Jugend eine erfolgreiche Langläuferin und gewann mehrere Medaillen bei den Schweizer Jugend- und Juniorenmeisterschaften. So wurde sie erwartungsgemäß auch 2005 erstmals für die Junioren-Weltmeisterschaften nominiert, wo sie wie auch 2006 im Sprint immerhin ins Viertelfinale vorstieß und nach der Saison in den Nationalkader aufgenommen wurde. 2006/2007 konnte die Schweizerin zwar den Gesamtsieg im Swiss-Cup feiern, verpasste bei ihrem letzten Start bei Junioren-Weltmeisterschaften aber den Sprung in die Viertelfinals.

Studium in Norwegen und Zürich

Nach ihrem Schulabschluss zog Laurien nach Norwegen, um dort zu trainieren und ein Studium in Sportwissenschaften und Biologie zu beginnen. Während ihrer drei Jahre in Norwegen konnte sie sich auch sportlich weiterentwickeln. Dennoch strich Swiss Ski die Sprinterin 2009 aus dem Kader. Sie kam bei Privatcoach Christoph Schmid und dessen TG Hütten unter. Inzwischen ist die Schweizerin Teilzeit-Studentin an der Universität in Zürich: Montag und Dienstag sitzt sie im Hörsaal und trainiert auf Skirollern am Zürichsee, anschließend fährt sie die 150 Kilometer nach Davos, um dort zu trainieren. "Im Winter ist das sehr anstrengend. Aber ich sehe es als gute Ablenkung. Besonders, wenn es nicht so läuft", so Laurien.

Erfolge stellen sich ein

Seither läuft es aber immer besser bei der gebürtigen Niederländerin. Nach einem ersten Weltcupstart im März 2008 war sie ab der Saison 2008/09 regelmäßiger eingesetzt worden. Ein Jahr später stellten sich die ersten Erfolge in Form von Weltcuppunkten ein. Laurien wurde für die U23-weltmeisterschaften nominiert, wo sie nach der zweitschnellsten Prologzeit als gute Neunte abschloss. Bei den nationalen Meisterschaften zum Saisonende konnte sie sich wie im Vorjahr über die Bronzemedaille freuen. Die 23-Jährige konnte ihre Form auch im Folgewinter halten und sich erstmals für die Weltmeisterschaften qualifizieren. In Oslo verpasste sie das Viertelfinale dann aber als 40. und trat die Heimreise an. Obwohl Laurien auch in Alpencups und FIS-Rennen eigentlich nie Distanzrennen bestreitet, nahm sie kurz darauf an ihrem ersten Engadiner Skimarathon teil, den sie auch beenden konnte.

In der Weltspitze angekommen

Der große Durchbruch gelang Laurien zu Beginn der Saison 2011/12. Bei ihrem ersten Rennen des Winters, dem Einzelsprint in Düsseldorf, überraschte sie sich selbst und die Langlauf-Welt und schaffte den Sprung aufs Podium. "Zu meinem großen Erstaunen lief es auch im Halbfinale hervorragend, ich lief als Erste über die Ziellinie und so kam es, dass ich plötzlich im FINALE stand. Nun war das Lachen definitiv nicht mehr aus meinem Gesicht zu kriegen", beschreibt die Schweizerin ihre Gefühle in ihrem Blog, nachdem sie zum ersten Mal in ihrer Weltcupkarriere das Viertelfinale überstanden hatte. Nach einigen Remplern und Wacklern schlug sie sich auch im Finale sehr gut und hatte allen Grund zum Jubeln: "Vor der letzen Kurve lag ich an vierter Position und ich dachte nur noch: "einfach nicht Vierte werden"!! So setzte ich mich mit der letzten Kraft und riesigem Willen auf der Zielgeraden gegen die Kanadierin durch..... und wurde DRITTE!!" Sie ist damit erst die zweite Schweizer Langläuferin, die eine Podiumsplatzierung in einem Weltcup-Wettbewerb erreichen konnte. Dies war zuvor nur Evi Kratzer gelungen - in Lauriens Geburtsjahr 1987. Viel Zeit zum Feiern nach dem Erfolg aber nicht, schließlich stand tags darauf noch der Teamsprint auf dem Programm, in dem das Schweizer Duo als Vierte überzeugen konnte. Zuversichtlich reiste Laurien in ihre Heimat Davos zum nächsten Sprint, wo sie erneut das Finale erreichte und Fünfte wurde. Wenige Tage später meldete sie sich nach einem achten Rang in Rogla in die Weihnachtspause ab. Eine Erklärung für die plötzlichen Erfolge hat Laurien nicht: "Ich habe nichts verändert im Training. Die harte Arbeit zahlt sich jetzt aus." Das große Ziel der Schweizerin sind die Stadtsprints in Mailand und Moskau in wenigen Wochen. Die engen Kurven sind ihre Spezialität. "Das Ziel ist es, vorne reinzulaufen", erklärte sie in einem Interview.

Viel Pech in Mailand

Obwohl sie sich viel vorgenommen hatte, verpasste sie im ersten Stadtsprint in Mailand das Finale, freute sich aber dennoch über den zehnten Platz. Grund für das vorzeitige Ausscheiden war ein Stockbruch - den gereichten Ersatzsatzstock verfehlte sie dann sogar noch, so dass das Laufen viel Kraft kostete, die dann im Zielsprint fehlte. Tags darauf war das Team Gruber/van der Graaff im Teamsprint ebenfalls vom Pech verfolgt und verlor durch einen Sturz eine bessere Platzierung als der neunte Rang. In den weiteren Sprints der Saison stieß sie jeweils ins Viertelfinale vor - sogar auch im Klassiksprint. Ihre ersten Weltcuppunkte in Drammen in der klassischen Technik wiegen für Laurien besonders stark, weil sie das Weltcupwochenende unmittelbar zuvor in Lahti noch erkrankt auslassen musste. Wenige Tage später verbesserte sie ihre Klassik-Bestleistung auf Platz 15.



Skilanglauf Kurznachrichten: Saarinen gewinnt auf Island, van der Graaff in Norwegen

2012-05-02 11:52:00
Obwohl die Saison eigentlich schon beendet ist, finden immer noch diverse Rennen statt, bei denen Skilangläufer Erfolge feiern können. In den letzten Tagen waren dies Aino-Kaisa Saarinen, Laurien van der Graaff und Toni Livers ...

Audio-Interview mit Laurien van der Graaff: "Ich glaube es jetzt noch nicht ganz"

2011-12-03 15:22:00
Sie war DIE Überraschung im Einzelsprint des Weltcups in Düsseldorf: Laurien van der Graaff. Die Schweizerin stürmte auf Platz drei und zeigte sich im Interview mit xc-ski.de noch immer ungläubig über ihren Erfolg ...

Red Bull NordiX: Peeter Kümmel und Laurien van der Graaff siegen zum Saisonende

2011-04-04 13:33:00
Die Loipenkönige des Nordischen Wintersports – darunter Doppelolympiasieger Marcus Hellner (SWE), Lokalmatador Dario Cologna (SUI), Alex Harvey (CAN/Weltmeister Oslo 2011) oder Sprint-Star Tor Arne Hetland (NOR) - zelebrierten am Samstag in Davos mit einem spektakulären Bewerb das Saisonende ...

Continentalcup-Siege in Olten an Schweizer

2008-01-11 11:53:00
In Olten im Schweizer Kanton Solothurn stand am gestrigen Donnerstag ein Continental-Cup-Sprint in der freien Technik auf dem Programm. Die Siege holten sich die Schweizer Laurien van der Graaff und Peter von Allmen ...
Bilder Laurien van der Graaff
Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff Laurien van der Graaff

Anzeige

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Skilanglauf finden Sie auf www.sportlerfrage.net

www.sportlerfrage.net: Die große Ratgeber-Community für gute Fragen und hilfreiche Antworten

Anzeige

Anzeige