111km Rollskistaffel in Kelheim

Mario Felgenhauer am 15.10.2007 - 08:23 Uhr
Ausschreibungen liest man ja viele als Redakteur, aber eine 111km Rollskistaffel ist dann schon etwas Außergewöhnliches. Und so war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Rennen in Kelheim, der Heimat von Biathlonlegende Fritz Fischer. Vier Starter waren pro Staffel erlaubt, was einen Schnitt von 25 Runden pro Läufer auf einer 1,11 Kilometer Strecke bedeutet hätte. Weswegen es bedeutet „hätte“, wird sich später klären.

Von Anfang an war klar, dass ich ein XC-Ski.de Team stellen würde. Und so habe ich natürlich im näheren Kreis der Kollegen gefragt, und bin schließlich mit Kay Helfricht und Markus Meister fündig geworden. Der vierte Platz im Team wurde auf XC-Ski.de ausgeschrieben, worauf sich Sebastian Bech, mehrmaliger deutscher Meister im Rollski, gemeldet hatte. Das Team stand also fest. Auch über die Taktik waren wir uns im Vorfeld eigentlich einig. Jeder läuft seine Rundenanzahl am Stück, ohne mehrmalige Wechsel, die erlaubt waren. Es sollte alles etwas anders kommen. Die erste Absage ereilte mich in Form von Kay Helfricht, der beruflich verhindert wurde. Schnell war jedoch in Form von Matthias Schönberger Ersatz gefunden.

Am Tag des Rennens selbst machten wir uns dann aus den unterschiedlichsten Himmelsrichtungen auf nach Kelheim. Mich ereilte dann vor Ort ein Anruf von Markus Meister, der mit einer Panne auf dem Weg nach Kelheim liegengeblieben war. Zu diesem Zeitpunkt war natürlich kein Ersatz mehr zu finden und wir mussten zu dritt antreten. Dadurch erhöhte sich natürlich die zu laufende Rundenzahl für jeden von uns. Unser Startläufer, Matthias, machte in den ersten beiden Runden das Tempo und alles verlief eigentlich planmäßig. Lediglich ein junger Läufer aus dem Team der Familie Fischer konnte ihm folgen. In der dritten Runde bekam der dann allerdings das Zeichen, mal etwas Gas zu geben und schnell wurde uns klar, dass wir an diesem Tag wohl nicht die schnellsten Roller unter den Füßen hatten. Allerdings können wir wohl als eines der wenigen Teams von uns behaupten, dass wir mit unserem SRB-Roller der Firma Barthelmes, wie vorgeschrieben, Gummi-Räder unter den Füßen hatten. Dass sie es wohl mit dem Begriff Trainingsroller in der Ausschreibung etwas zu genau genommen hatten, merkten dann auch die Läufer vom Team des Skigaus Bayerwald recht schnell und stiegen auf einen schnelleren Roller mit PU-Rädern um. Gegen Mitte des Rennens konnte auch diese Mannschaft an uns vorbeiziehen.

Unsere Taktik haben wir dann ziemlich schnell über den Haufen geschmissen. Fünf Runden pro Athlet war wirklich das Maximum um konkurrenzfähig zu bleiben. So tauschten wir also immer nach fünf Runden (ich selbst dann später nach vier beziehungsweise drei Runden) den Roller, der als Staffelstab diente und begaben uns abwechselnd auf die Runde. Die flache Runde verlangte uns alles ab. Es gab eigentlich keinen Abschnitt, auf dem man sich erholen konnte und mit der Zeit wurde es ein richtiger Kampf, die Rundenzeiten möglichst konstant zu halten. Nach 4:19 Stunden hatten wir es dann dennoch geschafft und liefen gemeinsam durchs Ziel. Platz drei war schon ein Erfolg, da wir das beste Team mit nur drei Startern darstellten.

Sofort nach dem Zieleinlauf stand für uns fest, dass wir nächstes Jahr wieder mit dabei sind. Mit den Veranstaltern haben wir schon über ein paar Modifikationen gesprochen, so dass das Rennen bei der Neuauflage verspricht, ein echtes Highlight zu werden. Es empfiehlt sich also schon mal zu trainieren, für die 111km Rollskistaffel 2008 in Kelheim.

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