Athleten spüren gestiegenes Interesse am Skilanglauf

Peter Hagen am 18.01.2004 - 06:01 Uhr

OTZ-Gespräch mit dem Lobensteiner Weltmeister Axel Teichmann   


OTZ: Axel, hinter Ihnen liegt ein ereignisreiches Sportjahr. 
Hatten Sie sich für 2003 den Weltmeistertitel fest vorgenommen?


Axel Teichmann: So richtig geplant war das natürlich nicht. Heute
vor einem Jahr hätte ich mir überhaupt nicht träumen lassen, den
WM-Titel über 15 Kilometer klassisch zu holen. Aber das Jahr
2003 ist für mich halt hervorragend gelaufen.


OTZ: Zu der Weltmeisterschaft in Val di Fiemme begeisterten Sie aber nicht nur mit dem Rennen zur Goldmedaille, sondern auch mit einem packenden Schlusslauf zum Vize-Titel in der Staffel. Welches der beiden Rennen war für Sie persönlich das schwierigere?



Axel Teichmann: Der 15-Kilometer-Lauf kam fast wie von selbst. Ich war gut in Form, erhielt meine Chance und habe sie genutzt. Die Staffel war insofern schon anspruchsvoller, weil es hier konkrete Medaillenerwartungen an unsere Mannschaft gab. Ich war als Schlussläufer auf der vierten Position ins Rennen gegangen und wollte diese Medaillenhoffnung auch erfüllen. Das ist uns ja dann gelungen.



OTZ: In der Sommerpause blieb gewiss Zeit zur Erholung. Wann setzte wieder das Training für die neue Saison ein?



Axel Teichmann: Schon im Juli und August hatten wir Bergrollertraining. Am Gardasee und in der Schweiz ging´s vormittags bis zu eineinhalb Stunden nur bergauf, vielleicht so 15 bis 18 Kilometer mit fünf bis 18 Prozent Anstieg. Nachmittags standen noch Crossläufe auf dem Trainingsprogramm. Im September wurde dann zum ersten Mal wieder auf Schnee trainiert, dazu ging´s auf den Gletscher im Dachsteingebirge.



OTZ: Wann war zu Beginn der neuen Saison die erste richtige Standortbestimmung möglich, wie es um die persönliche Leistungsform bestellt ist?



Axel Teichmann: Erst beim zweiten Weltcuprennen in Beitostolen in Norwegen. Das erste Weltcuprennen in Düsseldorf sind wir praktisch aus dem Training heraus gelaufen, weil es eben in Deutschland stattfand. Dieses Rennen mitten in der Stadt ist einfach ein bisschen anders und mehr dazu da, dem Publikum etwas zu bieten.



OTZ: Aber nicht nur in Düsseldorf stieg das Publikumsinteresse am Skilanglauf. Spüren Sie bereits das verstärkte Medieninteresse gerade auch an Weltcuprennen?



Axel Teichmann: Ja, dieses Interesse hat in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. Früher gab es höchstens ein paar Zusammenschnitte, heute werden ganze Rennen live übertragen. Dazu werden auch häufiger Aufnahmen mit den Athleten gemacht, um weitere Informationen an die Fernsehzuschauer zu geben. Zudem muss man sich jetzt auch immer mal rechtfertigen, wenn ein Rennen nicht so gut lief. Es freut einen aber auch, wenn selbst im entfernten Ausland schon Langlauffreunde aus Deutschland an der Loipe stehen und uns anfeuern.



OTZ: Derzeit liegen Sie in der Weltcupwertung auf Rang 4. Gibt es Ambitionen, wieder an das Gelbe Trikot zu gelangen?



Axel Teichmann: Ich glaube, dazu waren meine letzten beiden Einzelrennen zu schlecht, da habe ich doch einige Punkte verloren. Aber ich halte an meinem Ziel fest, mich in der Gesamtwertung unter den besten fünf Läufern zu platzieren.



OTZ: Sind Sie nun lieber Skater oder liegt Ihnen mehr der klassische Stil?



Axel Teichmann: Derzeit läuft das Skating etwas besser. Aber das ist wirklich nur eine Frage der Tagesform.



OTZ: In der nächsten Wettkampfsaison 2004/2005 finden wieder die Weltmeisterschaften statt. Steigt da schon langsam die Fieberkurve?



Axel Teichmann: Nein, das ist ein ganzes Stück hin. Da denke ich jetzt noch nicht so dran.



OTZ: Dann wünschen wir für den weiteren Verlauf der Weltcuprennen beste Erfolge!



Axel Teichmann: Dankeschön. Ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, die Schüler der Lobensteiner Grundschule in der Karl-Marx-Straße zu grüßen. Dort bin ich Ehrenschüler und bei der nächsten Gelegenheit bestimmt wieder einmal zu Besuch.



Interview: P. Hagen

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