Das deutsche Langlaufphänomen

Mario Felgenhauer am 03.12.2004 - 19:13 Uhr
Manchmal erstaunt es mich dann doch, wie schnell sich Dinge ändern. Viele von uns können sich noch gut an eine Zeit erinnern, als Skilanglauf nur etwas für Enthusiasten war, die Skandinavier unbezwingbar schienen und im Fernsehen gerade mal 30 sekündige Meldungen über Weltmeisterschaften gesendet wurden.

Diese Zeiten sind nun entgültig vorbei, zumindest scheint es so. Andere Nationen bewundern unser System, ja verfassen sogar wahre Lobeshymnen auf die deutsche Nachwuchsarbeit. Pete Vordenberg (Co-Trainer des US Skiteams) berichtet heute aus dem Trainingslager in Obertilliach: "Wir teilen die Loipen hier mit 80 deutschen Nachwuchsathleten und über 20 bezahlten deutschen Trainern, dazu Physiotherapeuten, Wachser und Betreuer. In diese Zahlen ist das A-Kader Team noch gar nicht miteingerechnet!"
(Hier gibts den ganzen Artikel)
Wenn mir diese Zahlen auch etwas zu hoch gegriffen scheinen (eventuell zählte er Biathleten und Langläufer zusammen), so zeigen diese doch dass die Basis stimmt.

Ebenso berichtet er über Dopinggerüchte in Zusammenhang mit dem deutschen Team, entkräftet diese allerdings sofort.

Das Thema Doping sorgte auch in Deutschland für eine Schlagzeile. Allerdings nicht in irgendeiner Zeitung, sondern in DEM Skandalblatt schlechthin, der BILD. In einem Interview kam dort am Dienstag Bundestrainer Jochen Behle zu Wort. Sollen wir nun Stolz sein, dass wir inzwischen überhaupt Schlagzeilen schreiben oder uns eher Gedanken machen in welche Richtung sowas führen kann?
Hier der Artikel in der Bild

Eine ganz andere Schlagzeile im norwegischen Blatt VG vergleicht Axel Teichmann mit dem amerikanischen 400 Meter Läufer Michael Johnson. Sein aufrechter Laufstil zeigt tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten mit dem Laufverhalten des Weltrekordlers. Allerdings ist so ein Vergleich an sich und dann noch dazu aus Skandinavien schon etwas Besonderes.
Hier die englische Übersetzung auf www.fasterskier.com

Letztendlich zählt in Deutschland allerdings nur eins: Die Einschaltquote. Die Zahlen sind zwar auch in dieser Saison wieder gut, aber der absolute Kracher sind sie noch immer nicht. Hoffen wir also, dass die WM im Februar nochmal einen Ruck durch die Bevölkerung macht und dass Skilanglauf entgültig zu einer der Spitzensportarten in Deutschland aufsteigt. Zu wünschen wäre es unserer allerliebsten Sportart.




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