Erster Schneekontakt
Norbert Gütlein am 01.12.2008 - 08:30 Uhr

© Norbert Gütlein
Die ersten Schneefälle in diesem Jahr, von den Meteorologen als Schreckensszenario angekündigt, sind im Süden des Landes für Langläufer eher unergiebig ausgefallen. Selbst in den Tälern des nahen Allgäu konnten nur einige kürzere Skatingloipen präpariert werden. Viele Langlaufgebiete schweigen sich im Internet zu Schneehöhen und Loipenkilometern noch hartnäckig aus, nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Wieder einmal glänzt der kleine Ort Balderschwang mit aktuellen Angaben und beeindruckenden Bedingungen. Jeweils zehn Kilometer Spuren für die klassische und die Skating-Technik werden vermeldet.
Einem passionierten Langläufer wie mir, der schon für einige Volksläufe in der kommenden Saison gemeldet ist und der nach Schneetraining giert, verschafft eine solche Meldung verstärkte innere Unruhe. Das Wochenende ist noch weit weg, der Terminkalender voll, immer wieder kreisen die Gedanken um die schmalen Latten und den Schnee. Plötzlich wird ein Geschäftstermin abgesagt. Mit einigen Tricks schaffe ich es, den Mittwoch Nachmittag komplett frei zu räumen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Kurz nach Mittag werden die Ski ins Auto verladen und los geht es ins Allgäu. Die Fahrt über den Riedbergpass ist wie das Eintauchen in den Winter. Die Schneehöhe nimmt laufend zu, auf den Bergspitzen glänzt das Sonnenlicht, die Temperatur ist im einstelligen Minus-Bereich. Auf den Loipen jenseits des Passes sieht man nur wenige Läufer, die meisten von ihnen tragen den Laufdress des DSV. Ihr Mannschaftsbus steht am Schwabenhof, wo auch ich mein Auto abstelle. Noch schnell etwas Wachs auf die Klassikski aufgetragen, dann geht es in die Spur.
Der erste der mir entgegenkommt ist Stefan Dotzler, der Trainer der DSV-Juniorentruppe, die hier unterwegs ist. Er erkennt meinen Gemütszustand beim ersten Schneekontakt und muntert mich entsprechend auf. Als Wahl-Allgäuer ist er offenbar auch ein bisschen stolz auf die guten Schnee- und Loipenbedingungen. Und tatsächlich: die Balderschwanger haben wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Um wirklich optimale Bedingungen zu schaffen, haben sie den Schnee mit Fräsen und Pistenraupen zu einem mächtigen Paket zusammengeschoben und auf diesem breiten Band Loipen für die klassische und freie Technik hergerichtet. Die Spuren sind erstklassig. Wie immer ist der erste Schneekontakt von zwiespältigen Gefühlen begleitet. In die Begeisterung, die mich losstürmen lässt, mischen sich die Vernunft, die zu gemächlichem Dauerlauftempo und sauberer Technik mahnt und auch Bedenken, ob denn das Sommertraining richtig dosiert war. Nach einigen kernigen Doppelstockschüben zwinge ich mich zu einem disziplinierten Laufstil. Gleichgewicht halten, möglichst lange auf einem Ski gleiten, Laufen mit einem Stock, sauberer Abdruck. Die flach ansteigende Spur in Richtung Riedbergpass ist genau die richtige Strecke für solche Übungen. Anschließend geht es im Doppelstockschub zurück zum Ausgangspunkt.
Dort ergibt sich ein kurzes Gespräch mit den C-Kader Athleten, die gerade mit Materialtests beschäftigt sind. Die beiden Sonthofer Nachwuchshoffnungen Sebastian Eisenlauer und Hannes Dotzler sowie Sandra Ringwald aus Schonach geben ihrem Trainer Stefan Dotzler die Daten zu den Skiern durch, die sie gerade ausprobieren. Nach einem gemeinsamen Lehrgang des C-Kaders in Sjusjöen bei Lillehammer sind die Läuferinnen und Läufer wieder an ihre jeweiligen Heimatstützpunkte zurückgekehrt. Da trifft es sich, dass auch in heimischen Gefilden beste Voraussetzungen fürs Training gegeben sind. Stefan Dotzler berichtet, dass die Athleten die ganze Woche hier zum Training versammelt sind.
Balderschwang dürfte eines der wenigen Gebiete in Deutschland sein, wo Loipengebühren erhoben werden. So mancher Skisportler grummelt vernehmlich über den Obolus und einige versuchen immer wieder, sich an den Kassierern vorbeizudrücken. Wenn man sich die derzeitigen Bedingungen im Langlaufgebiet jedoch ansieht, muss man zugeben, dass jeder Euro der Loipengebühr gut investiertes Geld ist. Nach einer Runde in Richtung Feuerwehrhaus wende ich mich wieder der sanft ansteigenden Passloipe zu. Es ist schon fast dunkel, als mich Hannes Dotzler überholt. Während ich im Diagonalschritt laufe, gleitet er mühelos im Doppelstockschub vorbei und ist schnell entschwunden. Ich verspüre keinen Drang mich anzuhängen, der Leistungsunterschied zu den angehenden Profis ist einfach zu groß.
Einem passionierten Langläufer wie mir, der schon für einige Volksläufe in der kommenden Saison gemeldet ist und der nach Schneetraining giert, verschafft eine solche Meldung verstärkte innere Unruhe. Das Wochenende ist noch weit weg, der Terminkalender voll, immer wieder kreisen die Gedanken um die schmalen Latten und den Schnee. Plötzlich wird ein Geschäftstermin abgesagt. Mit einigen Tricks schaffe ich es, den Mittwoch Nachmittag komplett frei zu räumen. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Kurz nach Mittag werden die Ski ins Auto verladen und los geht es ins Allgäu. Die Fahrt über den Riedbergpass ist wie das Eintauchen in den Winter. Die Schneehöhe nimmt laufend zu, auf den Bergspitzen glänzt das Sonnenlicht, die Temperatur ist im einstelligen Minus-Bereich. Auf den Loipen jenseits des Passes sieht man nur wenige Läufer, die meisten von ihnen tragen den Laufdress des DSV. Ihr Mannschaftsbus steht am Schwabenhof, wo auch ich mein Auto abstelle. Noch schnell etwas Wachs auf die Klassikski aufgetragen, dann geht es in die Spur.
Der erste der mir entgegenkommt ist Stefan Dotzler, der Trainer der DSV-Juniorentruppe, die hier unterwegs ist. Er erkennt meinen Gemütszustand beim ersten Schneekontakt und muntert mich entsprechend auf. Als Wahl-Allgäuer ist er offenbar auch ein bisschen stolz auf die guten Schnee- und Loipenbedingungen. Und tatsächlich: die Balderschwanger haben wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Um wirklich optimale Bedingungen zu schaffen, haben sie den Schnee mit Fräsen und Pistenraupen zu einem mächtigen Paket zusammengeschoben und auf diesem breiten Band Loipen für die klassische und freie Technik hergerichtet. Die Spuren sind erstklassig. Wie immer ist der erste Schneekontakt von zwiespältigen Gefühlen begleitet. In die Begeisterung, die mich losstürmen lässt, mischen sich die Vernunft, die zu gemächlichem Dauerlauftempo und sauberer Technik mahnt und auch Bedenken, ob denn das Sommertraining richtig dosiert war. Nach einigen kernigen Doppelstockschüben zwinge ich mich zu einem disziplinierten Laufstil. Gleichgewicht halten, möglichst lange auf einem Ski gleiten, Laufen mit einem Stock, sauberer Abdruck. Die flach ansteigende Spur in Richtung Riedbergpass ist genau die richtige Strecke für solche Übungen. Anschließend geht es im Doppelstockschub zurück zum Ausgangspunkt.
Dort ergibt sich ein kurzes Gespräch mit den C-Kader Athleten, die gerade mit Materialtests beschäftigt sind. Die beiden Sonthofer Nachwuchshoffnungen Sebastian Eisenlauer und Hannes Dotzler sowie Sandra Ringwald aus Schonach geben ihrem Trainer Stefan Dotzler die Daten zu den Skiern durch, die sie gerade ausprobieren. Nach einem gemeinsamen Lehrgang des C-Kaders in Sjusjöen bei Lillehammer sind die Läuferinnen und Läufer wieder an ihre jeweiligen Heimatstützpunkte zurückgekehrt. Da trifft es sich, dass auch in heimischen Gefilden beste Voraussetzungen fürs Training gegeben sind. Stefan Dotzler berichtet, dass die Athleten die ganze Woche hier zum Training versammelt sind.
Balderschwang dürfte eines der wenigen Gebiete in Deutschland sein, wo Loipengebühren erhoben werden. So mancher Skisportler grummelt vernehmlich über den Obolus und einige versuchen immer wieder, sich an den Kassierern vorbeizudrücken. Wenn man sich die derzeitigen Bedingungen im Langlaufgebiet jedoch ansieht, muss man zugeben, dass jeder Euro der Loipengebühr gut investiertes Geld ist. Nach einer Runde in Richtung Feuerwehrhaus wende ich mich wieder der sanft ansteigenden Passloipe zu. Es ist schon fast dunkel, als mich Hannes Dotzler überholt. Während ich im Diagonalschritt laufe, gleitet er mühelos im Doppelstockschub vorbei und ist schnell entschwunden. Ich verspüre keinen Drang mich anzuhängen, der Leistungsunterschied zu den angehenden Profis ist einfach zu groß.
Fotoserie: Erster Schneekontakt
Anzeige
Anzeige
Weitere Fragen und Antworten zum Thema Langlauf finden Sie auf www.sportlerfrage.net
Shop & Material





