Herbstlicher Waldlauf in Erlangen

Mario Felgenhauer am 15.11.2005 - 21:52 Uhr
Manchmal ist das schon komisch mit den Zufällen. Zufällig lese ich im Internet über den 12. Herbstwaldlauf in Erlangen. Und das zum ersten Mal obwohl ich schon ganze 4 Jahre im Großraum Nürnberg/Erlangen wohne.

Nun wäre so ein Crosslauf nichts Besonderes für einen Langläufer, würde er nicht von einem echten Skiverein, dem SC Erlangen, veranstaltet. Hier machte man also seit Jahren aus der Not eine Tugend. Kein Schnee, aber genügend Strecken um Cross zu laufen. Dass inzwischen auch sehr gute Läufer bei der Veranstaltung am Start sind, sollte die Langläufer eigentlich noch mehr motivieren, sich einmal im Jahr zu messen. Schließlich gibt es nicht viele solcher Gelegenheiten in einer Region in der man mindestens eine Autostunde von der nächsten Loipe entfernt ist.

Es ist Samstag nachmittag so gegen 13:30 Uhr, als ich die erste Runde auf der Strecke drehe. Eine 2 Kilometer Runde gilt es 4 mal zu bewältigen. Keine leichte Aufgabe für einen Anti-Crossläufer wie mich. Der erste Kilometer stimmt mich dann aber doch etwas positiv. Es geht zumindest leicht bergan. Also kein topfebener Kurs wie noch beim Stadtlauf in Nürnberg. Nach der Wende geht es in Wellen wieder bergab zu Start/Ziel. Dort nimmt meine Freundin meine Wärmekleidung in Empfang. Ich habe aber zumindest meine Langlaufhose und ein langes Trikot an. Manche Läufer stehen in Shorts und schulterfreiem Laufhemd am Start. Brrr.. das ist mir dann doch zu kalt.

Ein "Auf die Plätze, fertig, los" schickt uns auf die Strecke. Wie immer versuche ich zunächst in der ersten Gruppe mitzuhalten. Blöde Anwohnheit wie sich später herausstellen sollte. Einer ist da aber schon längst enteilt, der spätere Sieger Joseph Katib von der SGS Erlangen. Wie immer laufe ich gepuscht vom Adrenalin ziemlich locker und schnell, zumindest die erste Runde. 7 Minuten zeigt die Uhr, die mir sagt, dass ich wieder einmal zu schnell angegangen bin. Ich nehme etwas Tempo raus und falle aus der ersten Gruppe zurück. Trotzdem fühle ich mich immer noch gut und es rollt. Die zweite Runde laufe ich in 8 Minuten. Immer noch gut denke ich mir, aber ob ich das halten kann? Langsam werden die Schritte kürzer. Immer mehr Läufer schließen von hinten zu mir auf. Auch in der dritten Runde kann ich, auch wenn ich nicht weiß wie, das Tempo halten und es steht wieder eine Rundenzeit von 8 Minuten auf der Uhr. Jetzt wird's hart. Der letzte Anstieg zieht sich wie Gummi. Das wird nix mehr mit einer guten Zeit. Trotzdem versuche ich immer noch den Windschatten meiner Mitstreiter zu halten. Kurz vor dem Ziel ist aber auch damit Schluß. Als ich ins Ziel stolpere und auf die Uhr schaue, kann ich es deswegen zuerst gar nicht glauben. Völlig ausgepumpt lese ich da: 30:58.8 Minuten. Das ist zwar keine Spitzenzeit, aber für mich als Anticrosser doch ein Erfolg. Im Gespräch mit Vorstand Dieter Schmidt beklage ich mit einem Augenzwinkern die wenigen Höhenmeter auf dem Rundkurs. Wenig später erreicht ein bekannter Industriellensohn aus Erlangen das Ziel. Sein Kommentar: "Der Berg hat ganz schön geschlaucht." Ich antworte nur: "Welcher Berg?"
Joseph Katib hat im Übrigen einen neuen Streckenrekord aufgestellt: 23:55.0 Minuten. Überirdisch! Und nächstes Jahr bin ich wieder mit dabei. Und sie?

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