Hillclimb Tannheimertal
Norbert Gütlein am 12.09.2006 - 18:45 Uhr
Acht Stunden Gartenarbeit am Vortag sind nicht unbedingt eine gute Vorbereitung für einen Berglauf. Entsprechend gerädert komme ich am Sonntagmorgen in Grän an, um im Rahmenwettbewerb des 3. Hillclimb aufs Füssener Jöchle am Nordic Walking Event teilzunehmen.
Dabei geht es, anders als beim gleichzeitig stattfindenden Berglauf, nicht um die schnellste Zeit, sondern darum, einer aus den Laufzeiten aller Teilnehmer ermittelten Durchschnittszeit am nächsten zu kommen. Flottes Einlaufen und federnde Dehnungsübungen vertreiben die Spuren des Vortags aus den Knochen, den Rest besorgt meine grenzenlos gute Laune angesichts des Traumwetters und der freundlichen Aufnahme in Kreis der über 100 Teilnehmer, darunter immerhin fast 30 Nordic Walkerinnen und Walker.
Pünktlich um 10:30 Uhr erfolgt der Start. Die Bergläufer enteilen sofort, die Walker und die langsameren Bergläufer tasten sich zunächst auf dem ersten Teilstück ab. Auf dem Adlerhorststeig, einem schmalen, schattigen Waldweg, vermeide ich den Fehler aus dem Vorjahr, hier zu schnell anzugehen. Ich finde meinen Rhythmus und komme langsam auf Touren. Der sich anschließende breite Fahrweg liegt zwar voll in der Sonne, dafür entschädigen jedoch großartige Blicke ins Tal und auf die Tannheimer Kletterberge. Das Feld der Nordic Walker hat sich auf diesem Abschnitt bereits sortiert. Da kommen einem die „Fußgänger“ unter den Bergläufern als Sparringspartner gerade recht. Je nachdem, ob es flacher oder steiler bergauf geht, verschieben sich die Vorteile für die eine oder andere Spezies und es ergeben sich dementsprechend interessante Positionskämpfe.
Knapp hinter einem Berglauf-Senior aus Kärnten, er ist ein „alter Bekannter“ aus dem Vorjahr, biege ich in den entscheidenden Streckenabschnitt ein, einen steilen Bergpfad, der sich durch Hochwald und über Almen nach oben windet. Zieht er mich oder treibe ich ihn vor mir her? Diese Frage lässt sich nicht genau beantworten, das gemeinsame Höherklimmen, immer hart an der Belastungsgrenze, macht uns beiden jedoch tierisch Spaß. Mein Vordermann geht in der berglauftypischen vorgeneigten Haltung, ich mit weit ausgreifender Doppelstockarbeit – für den klassischen Diagonalschritt ist es hier viel zu steil und zerklüftet. Unser Privatduell entscheidet sich erst an der Verpflegungsstelle. Mein Kontrahent, ganz Profi, nimmt nur wenig Getränk zu sich und gießt sich einen Becher Wasser in den Nacken. Ich bin völlig ausgedörrt und versuche im Gehen möglichst viel zu trinken, was mir aber schlecht gelingt. Bis ich meine Trinkversuche aufgebe, ist mein „Gegner“ schon enteilt und ich kann die entstandene Lücke nicht mehr schließen. Die folgende Querpassage weist einige flache Stellen auf, hier schlägt wieder die Stunde der Läufer. Das Ziel, das Bergrestaurant Sonnenalm vor Augen, nehme ich die letzten vierhundert Meter in Angriff. Jetzt noch mal im Skigang nach oben powern, das wär´s. Leider verweigert der Körper die Durchführung dieser Gewaltaktion. Einige Schrittsprünge auf den letzten Metern liegen aber noch drin. Oben wartet schon grinsend mein Berglauf-Kontrahent und freut sich wie ein Schneekönig über den gelungenen Coup. Bei einem Becher Zitronentee und einer Banane gehen wir die entscheidenden Passagen noch einmal durch. Ich bin total euphorisch. Das gnadenlos gute Wetter, die Ausblicke auf die Allgäuer Alpen und die aus dem Tiefland heraufschimmernden Seen, die gute Atmosphäre unter den Teilnehmern und die gegenüber dem Vorjahr verbesserte persönliche Laufzeit machen mich richtig high.
Ich genieße die Zeit auf dem Berg, bis schließlich Hartwig Erd, der Hüttenwirt der Sonnenalm und Renn-Organisator, zur Siegerehrung ruft. Er ist selbst mitgelaufen und hat dabei die zweitschnellste Nordic Walking-Zeit erzielt, ein Indiz dafür, dass er seinen Arbeitsplatz offenbar häufig ohne Seilbahnunterstützung erreicht. Beim Berglauf haben Marie-Luise Heilig- Duventäster und Michael Barz die Tagesbestzeiten erzielt. Jeder Teilnehmer darf einmal in den Lostopf greifen und sich seine Chance auf einen der vielen Preise sichern. Als alles vorbei ist, bin ich fast traurig, wieder ins Tal zu müssen. Gartenarbeit – war da gestern irgendetwas?
Dabei geht es, anders als beim gleichzeitig stattfindenden Berglauf, nicht um die schnellste Zeit, sondern darum, einer aus den Laufzeiten aller Teilnehmer ermittelten Durchschnittszeit am nächsten zu kommen. Flottes Einlaufen und federnde Dehnungsübungen vertreiben die Spuren des Vortags aus den Knochen, den Rest besorgt meine grenzenlos gute Laune angesichts des Traumwetters und der freundlichen Aufnahme in Kreis der über 100 Teilnehmer, darunter immerhin fast 30 Nordic Walkerinnen und Walker.
Pünktlich um 10:30 Uhr erfolgt der Start. Die Bergläufer enteilen sofort, die Walker und die langsameren Bergläufer tasten sich zunächst auf dem ersten Teilstück ab. Auf dem Adlerhorststeig, einem schmalen, schattigen Waldweg, vermeide ich den Fehler aus dem Vorjahr, hier zu schnell anzugehen. Ich finde meinen Rhythmus und komme langsam auf Touren. Der sich anschließende breite Fahrweg liegt zwar voll in der Sonne, dafür entschädigen jedoch großartige Blicke ins Tal und auf die Tannheimer Kletterberge. Das Feld der Nordic Walker hat sich auf diesem Abschnitt bereits sortiert. Da kommen einem die „Fußgänger“ unter den Bergläufern als Sparringspartner gerade recht. Je nachdem, ob es flacher oder steiler bergauf geht, verschieben sich die Vorteile für die eine oder andere Spezies und es ergeben sich dementsprechend interessante Positionskämpfe.
Knapp hinter einem Berglauf-Senior aus Kärnten, er ist ein „alter Bekannter“ aus dem Vorjahr, biege ich in den entscheidenden Streckenabschnitt ein, einen steilen Bergpfad, der sich durch Hochwald und über Almen nach oben windet. Zieht er mich oder treibe ich ihn vor mir her? Diese Frage lässt sich nicht genau beantworten, das gemeinsame Höherklimmen, immer hart an der Belastungsgrenze, macht uns beiden jedoch tierisch Spaß. Mein Vordermann geht in der berglauftypischen vorgeneigten Haltung, ich mit weit ausgreifender Doppelstockarbeit – für den klassischen Diagonalschritt ist es hier viel zu steil und zerklüftet. Unser Privatduell entscheidet sich erst an der Verpflegungsstelle. Mein Kontrahent, ganz Profi, nimmt nur wenig Getränk zu sich und gießt sich einen Becher Wasser in den Nacken. Ich bin völlig ausgedörrt und versuche im Gehen möglichst viel zu trinken, was mir aber schlecht gelingt. Bis ich meine Trinkversuche aufgebe, ist mein „Gegner“ schon enteilt und ich kann die entstandene Lücke nicht mehr schließen. Die folgende Querpassage weist einige flache Stellen auf, hier schlägt wieder die Stunde der Läufer. Das Ziel, das Bergrestaurant Sonnenalm vor Augen, nehme ich die letzten vierhundert Meter in Angriff. Jetzt noch mal im Skigang nach oben powern, das wär´s. Leider verweigert der Körper die Durchführung dieser Gewaltaktion. Einige Schrittsprünge auf den letzten Metern liegen aber noch drin. Oben wartet schon grinsend mein Berglauf-Kontrahent und freut sich wie ein Schneekönig über den gelungenen Coup. Bei einem Becher Zitronentee und einer Banane gehen wir die entscheidenden Passagen noch einmal durch. Ich bin total euphorisch. Das gnadenlos gute Wetter, die Ausblicke auf die Allgäuer Alpen und die aus dem Tiefland heraufschimmernden Seen, die gute Atmosphäre unter den Teilnehmern und die gegenüber dem Vorjahr verbesserte persönliche Laufzeit machen mich richtig high.
Ich genieße die Zeit auf dem Berg, bis schließlich Hartwig Erd, der Hüttenwirt der Sonnenalm und Renn-Organisator, zur Siegerehrung ruft. Er ist selbst mitgelaufen und hat dabei die zweitschnellste Nordic Walking-Zeit erzielt, ein Indiz dafür, dass er seinen Arbeitsplatz offenbar häufig ohne Seilbahnunterstützung erreicht. Beim Berglauf haben Marie-Luise Heilig- Duventäster und Michael Barz die Tagesbestzeiten erzielt. Jeder Teilnehmer darf einmal in den Lostopf greifen und sich seine Chance auf einen der vielen Preise sichern. Als alles vorbei ist, bin ich fast traurig, wieder ins Tal zu müssen. Gartenarbeit – war da gestern irgendetwas?
Fotoserie: Hillclimb Tannheimertal
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