Holmenkollen Skispiele

Mario Felgenhauer am 27.02.2004 - 11:02 Uhr

Zwischen Tradition und Fortschritt


Holmenkollen Skispiele


Wie eine kleine Olympiade klingt der Titel eines Wochenendes Ende Februar oder Anfang März: Holmenkollen Skispiele. An diesen Tagen wird wohl so sehr wie kaum an einem anderen Tag die Tradition des nordischen Skisports gepflegt. Doch wo und was sind die Wettkämpfe, die seit einigen Jahren Diskussionen anregen und sich doch immer wieder durchsetzen?


Hoch über Oslo...


Wenige Kilometer ausserhalb der Metropole Oslo findet sich der Hausberg der norwegischen Städter: Der Holmenkollen. So sieht man etwa die Sprungschanze auch von der Stadt aus und umgekehrt. Dort findet man alles was das nordische Herz begehrt. Langlaufloipen, Sprungschanzen und sogar ein Biathlonstadion. Der Stadionbereich erinnert dabei fast an ein Fußballstadion mit vielen tausend begeisterten Zuschauern.


Tradition


Am Holmenkollen wird sie gepflegt wie nirgendwo anders. Nicht nur, dass die längste Strecke im Weltcupkalender, die 50km bei den Herren und 30km bei den Damen, gelaufen werden. Nein, es wird sogar auf einer Runde gelaufen, die so in keinem anderen Weltcuprennen zum Einsatz kommt. Die 16,7 Kilometer lange Schleife hat wie so Vieles am Holmenkollen Tradition und ist von den Herren drei Mal und von den Damen einmal (+ verkürzte 12,5 Kilometer Runde) zu bewältigen.
Mancher mag jetzt vielleicht spekulieren, dass es da ganz schön einsam für die Läufer werden könnte. Weit gefehlt. Eine weitere Tradition ist nämlich das Zuschauen und Übernachten an der Strecke. Ein Großteil der Zuschauermassen am Holmenkollen Wochenende stehen nämlich nicht im Stadion sondern an der Strecke. Mit Zelt und Verpflegung ausgestattet, campen sie während der drei Tage im Wald nahe der Loipe.
So wird es einem Läufer kaum ermöglicht ungesehen auszusteigen. "Das geht sowieso nicht, denn es gibt keine Abkürzung zurück. Wenn du erstmal draussen im Wald bist, musst du schon ganz rum um die 16 Kilometer. Da kann es dann schonmal knapp werden um den Flieger nach Hause noch zu erreichen", so Sepp Schneider, ein Teamkollege von Jochen Behle in den 80er Jahren.


Braucht's das? 


Mag sein, dass der 50er nicht geeignet für eine Fernsehübertragung ist. Kann auch sein, dass der Einzelstart zuwenig Action beinhaltet. Nur eins sollte man nie ganz vergessen: Seine Wurzeln. Ich denke die vielen Tausend Zuschauer am Holmenkollen sind der Beweis: Ein bisschen Tradition schadet nicht. 
Im Übrigen bleibt sowieso festzuhalten: In diesem Jahr wird die Langstrecke im freien Stil gelaufen. Also doch ein kleiner Lichtblick im konservativen Norwegen

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