Lappland Skiwoche: Genießen nicht gewinnen

Thomas Freimuth am 02.04.2007 - 09:09 Uhr
Nach diesem Motto sollte man eine außergewöhnliche Langlaufwoche angehen. Natürlich war der erste Preis, ein Skidoo für einige Läufer zu verlockend. Doch nicht nur der Siegeswille, auch die Lust auf ein richtiges Skilanglaufabenteuer zieht von Jahr zu Jahr mehr Skilangläufer in den hohen Norden.

Hier findet Ende März die Lapponia Ski Week statt. Wie der Skadi Loppet in Bodenmais zählt sie zur Euroloppet- Rennserie. Mit drei Wettkämpfen über 60, 50 und 80 Kilometer stellt sie eine echte Herausforderung zum Schluss der Wintersaison dar. Am Montag geht’s los, der Startschuss fällt in Olos bei Muonio, einem Trainingszentrum in welchem auch die Deutsche Nationalmannschaft ihren ersten längeren Schneelehrgang absolviert. Nach einer Runde über sechzig Kilometer, geprägt durch lange Seepassagen und einen Anstieg, der sich endlos in den immer blauen Himmel zu schlängeln scheint, erreichen die Ersten nach zweiundhalb Stunden das Ziel in Olos. Dass dies der anspruchvollste der drei Wettkämpfe sein sollte konnte man sich am Ende der Woche von vielen Teilnehmern bestätigen lassen.

Es folgt ein Tag Ruhe, an dem man sich an frischem Lachs erfreuen und einen Saunabesuch mit anschließendem Eisbad genießen sollte. So steht man am Mittwoch hoffentlich wieder einigermaßen frisch am Start zum nächsten Rennen. Nach einer einstündigen Busfahrt erreicht man Vuontispirtti, einen winzigen Ort etwa vierzig Kilometer nördlich von Olos. Meiner Meinung nach die schönste Strecke, schraubt sich gleich zu Beginn über zweihundert Höhenmeter nach oben und gewährt den Läufern eine herrliche Sicht, wunderschön einsame Landschaften. Ein Gefühl als wäre man gerade auf Ski über den Mond gelaufen, trägt einen nach knapp zwei Stunden wieder nach Olos.


Am nächsten Tag gilt es noch einmal Kräfte zu sammeln um für das längste Rennen, über achtzig Kilometer gewappnet zu sein. So fährt am Freitag der Bus schon um viertel nach sechs in Richtung Ounasjärvi, zum Startplatz Hotel Hetta los. Bei einer Laufzeit von dreiundhalb bis vier Stunden erlebt man nach schön zu laufenden Anstiegen rasante, abenteuerliche Abfahrten. Hier muss schon mal einem Felsblock ausgewichen werden. Der Wind und die Windrichtung spielen eine große Rolle, sich in einem Läuferfeld zu verstecken schadet nie, außer man riskiert zu stürzen. Zum Teil gleitet man über weiche, frische Skidoospuren durch die Fjälls Lapplands Richtung Ziel. Die letzten dreißig Kilometer sollte man wieder erkennen, es sind die gleichen, die man am Mittwoch schon bewältigt hatte. So endet dann das Abenteuer in Olos und wird am Abend mit einer großen Siegerehrung, Musik und Tanz gebührend gefeiert.

Fazit: Nach 190 Kilometer verpasste ich den Gesamtsieg um fünf Sekunden. Phillip Rubin aus der Schweiz gelangen drei konstante Rennen, somit sicherte er sich den Skidoo, Gratulation!
Dennoch werde ich diese Lapponia Woche immer als ein beeindruckendes Erlebnis in Erinnerung behalten. Für mich lag die besondere Fazination in der Einsamkeit und Weite des Landes, der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Finnen, sowie perfekten Langlaufbedingungen bei schönstem Wetter.

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