Noch sind nicht alle Medaillen vergeben

Redaktion am 19.12.2003 - 06:12 Uhr

Seit gestern geistert eine Meldung durch die Medien: “Johann Mühlegg muss Medaillen zurückgeben“. Was es damit auf sich hat, alle Hintergründe und Folgen soll folgender Artikel klären:


Olympische Winterspiele Salt Lake City 2002, Johann Mühlegg wird zum König von Soldier Hollow. Er gewinnt 3 mal Gold, abschließend sogar über 50km klassisch womit wohl niemand gerechnet hatte.
Auch Olga Danilova bekommt Gold um den Hals gehängt. Sie gewinnt die 10km Doppelverfolgung der Damen.


Am Tag der Damenstaffel dann zuerst Verwirrung: Der russische Startplatz bleibt leer. Keiner weiß Genaues, erst während des Rennens wird es zur Gewissheit. Die Staffel Russlands wurde wegen einer positiven Dopingprobe von Olga Danilova, die erst kurz vor dem Start ausgewertet war, gesperrt.


50km klassisch der Männer: Ein Rennen wie es schon lange nicht mehr bei einem Einzelstart zu sehen war. Man traute seinen Augen kaum, als Johann Mühlegg die Esten und Norweger in der klassischen Technik vorführte. Dann am nächsten Tag das Resultat der Doping Probe: Positiv! Bis zuletzt bestreitet der Wahlspanier, dass er gedopt sei. Als er vom IOC von den Spielen ausgeschlossen wird, kündigt er Revision vor dem CAS, dem internationalen Sportgerichtshof an.


Beide, Danilova und Mühlegg, durften allerdings ihre in den Rennen zuvor gewonnenen Medaillen behalten.
Dies führte zu heftigen Diskussionen unter den Athleten und in der Presse. Sollte ein Athlet nur für das Rennen bestraft werden, bei dem er des Dopings überführt wurde? Oder gibt es so was wie einen olympischen Codex, der einem gedopten Athleten alle zuvor errungenen Ehrungen streitig macht?
Den gibt es in der Tat! Regel 25.2.2.1 der Olympischen Charta schreibt vor:“...im Falle eines Ausschlusses (von den olympischen Spielen), sollen alle Medaillen die zuvor gewonnen wurden, an das IOC zurückgegeben werden...“.


So wurde dem Antrag des norwegischen, des kanadischen Verbandes und der Athleten Beckie Scott, Thomas Alsgaard, Frode Estil und Kristen Skjeldal (die unmittelbar von der Entscheidung der Nichtaberkennung der Medaillen betroffen waren) stattgegeben und folgende Empfehlung an das IOC ausgesprochen:


-         Die Disqualifikation der Athleten Mühlegg und Danilova ist zu bestätigen.


-         Ferner sind sie in allen Wettkämpfen der olympischen Spiele (2002), an denen sie teilgenommen haben, zu disqualifizieren.


-         Ihnen sollen alle Medaillen die sie in diesen Wettkämpfen errungen haben, aberkannt werden


-         Die nun rechtmäßig platzierten Teilnehmer sollen ihre Medaillen erhalten.


 


Am 15. März 2004 wird nun das Exekutivkomitee des IOC diesen Fall erneut behandeln. Allerdings wird erwartet, dass es sich bei der Entscheidung an die Vorgaben des CAS hält.

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