Quiltkunst und Skilanglauf
Norbert Gütlein am 19.04.2006 - 22:40 Uhr
Eine lange und vom Wetter begünstigte Langlaufsaison liegt hinter uns. Die letzten Rennen sind Geschichte, auch die Ski sind schon für die Sommerpause eingemottet. Sehr zur Freude meiner Gattin bin ich wieder für ein normales Leben abseits der Loipen zu haben.
Was macht eigentlich „die beste Ehefrau von allen“ in der Zeit des Jahres, wenn der Gatte an fast jedem Wochenende bei irgendwelchen Volksläufen unterwegs ist und die restliche Freizeit für Training, Skipräparation oder diverse Vor- und Nachbereitungen der sportlichen Ereignisse draufgeht? Schon manche Partnerschaft ist durch ein solches Hobby in ihren Grundfesten erschüttert worden.
Zum Glück hat meine Frau vor vielen Jahren mit der Textilkunst, speziell dem Quilten angefangen, eine Tätigkeit, die für sie inzwischen zu mehr als einem reinen Hobby geworden ist. Da das Quilten sehr zeitaufwändig ist, fällt es nicht so sehr ins Gewicht, wenn ich in Sachen Sport unterwegs bin, außerdem lässt sich der dennoch angestaute Unmut künstlerisch aufarbeiten. Da meine Frau in der Textilkunst einen ausgesprochen sportlichen Ehrgeiz entwickelt (der ihr beim Langlaufen gänzlich abgeht) und sie immer wieder an internationalen Wettbewerben teilnimmt, kann ich ihr wenigstens ansatzweise erklären, welches Feuer denn in mir brennt. Wobei sie mir in diesem Fall sogar weit voraus ist, da sie ein großes Erfolgserlebnis hat, wenn eines ihrer Werke von der Jury ausgewählt wird und mit einer Ausstellung durch halb Europa tourt, während ich als mittelmäßiger Altersklassenläufer von der Spitze inzwischen Lichtjahre entfernt bin.
Dass der Skilanglauf doch Spuren in der weiblichen Psyche hinterlassen hat, lässt sich an einigen der Werke ablesen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Wie sonst könnte es sein, dass ein Exponat den verräterischen Titel „10.000 Verrückte oder: Skimarathon“ trägt? Eine Szenerie mit abstrahierten bunten Männchen, die verdächtig an den Engadin Skimarathon erinnert. Das Betrachten von Luftbildern des Ereignisses und das eigene Erleben am Rande der Strecke in Chamues-ch haben das Werk inspiriert.
Freundlich, nahezu begeistert, blicken die als Gummibärchen dargestellten Wettkämpfer in der Szene „Massenstart“ drein. Ehrensache für die gebürtige Allgäuerin, die nordische Skiweltmeisterschaft in Oberstdorf auf diese Weise zu verewigen. Leiden müssen die armen Bärchen dann in der längsten Einzelsteigung der WM-Strecke. „Burgstall“ heißt dieses von den hautnahen Fernsehaufnahmen im letzten Jahr inspirierte Bild. Der Hinweis, dass der Gatte sich auch gelegentlich diese Steigung hinaufquält, wird dann nur mit einem trockenen „selber schuld!“ kommentiert. Mitleidige Blicke treffen mich auch bei den Vernissagen zu den Ausstellungen, die meine Gattin gelegentlich veranstaltet. Der Verdacht liegt doch schnell nahe, dass ich einer der 10.000 Verrückten bin.
Was macht eigentlich „die beste Ehefrau von allen“ in der Zeit des Jahres, wenn der Gatte an fast jedem Wochenende bei irgendwelchen Volksläufen unterwegs ist und die restliche Freizeit für Training, Skipräparation oder diverse Vor- und Nachbereitungen der sportlichen Ereignisse draufgeht? Schon manche Partnerschaft ist durch ein solches Hobby in ihren Grundfesten erschüttert worden.
Zum Glück hat meine Frau vor vielen Jahren mit der Textilkunst, speziell dem Quilten angefangen, eine Tätigkeit, die für sie inzwischen zu mehr als einem reinen Hobby geworden ist. Da das Quilten sehr zeitaufwändig ist, fällt es nicht so sehr ins Gewicht, wenn ich in Sachen Sport unterwegs bin, außerdem lässt sich der dennoch angestaute Unmut künstlerisch aufarbeiten. Da meine Frau in der Textilkunst einen ausgesprochen sportlichen Ehrgeiz entwickelt (der ihr beim Langlaufen gänzlich abgeht) und sie immer wieder an internationalen Wettbewerben teilnimmt, kann ich ihr wenigstens ansatzweise erklären, welches Feuer denn in mir brennt. Wobei sie mir in diesem Fall sogar weit voraus ist, da sie ein großes Erfolgserlebnis hat, wenn eines ihrer Werke von der Jury ausgewählt wird und mit einer Ausstellung durch halb Europa tourt, während ich als mittelmäßiger Altersklassenläufer von der Spitze inzwischen Lichtjahre entfernt bin.
Dass der Skilanglauf doch Spuren in der weiblichen Psyche hinterlassen hat, lässt sich an einigen der Werke ablesen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Wie sonst könnte es sein, dass ein Exponat den verräterischen Titel „10.000 Verrückte oder: Skimarathon“ trägt? Eine Szenerie mit abstrahierten bunten Männchen, die verdächtig an den Engadin Skimarathon erinnert. Das Betrachten von Luftbildern des Ereignisses und das eigene Erleben am Rande der Strecke in Chamues-ch haben das Werk inspiriert.
Freundlich, nahezu begeistert, blicken die als Gummibärchen dargestellten Wettkämpfer in der Szene „Massenstart“ drein. Ehrensache für die gebürtige Allgäuerin, die nordische Skiweltmeisterschaft in Oberstdorf auf diese Weise zu verewigen. Leiden müssen die armen Bärchen dann in der längsten Einzelsteigung der WM-Strecke. „Burgstall“ heißt dieses von den hautnahen Fernsehaufnahmen im letzten Jahr inspirierte Bild. Der Hinweis, dass der Gatte sich auch gelegentlich diese Steigung hinaufquält, wird dann nur mit einem trockenen „selber schuld!“ kommentiert. Mitleidige Blicke treffen mich auch bei den Vernissagen zu den Ausstellungen, die meine Gattin gelegentlich veranstaltet. Der Verdacht liegt doch schnell nahe, dass ich einer der 10.000 Verrückten bin.
Fotoserie: Quiltkunst und Skilanglauf
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La Transjurassienne in Mouthe/FRA 11.02.2012 - 12.02.2012
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