Sachen gibt's...

Mario Felgenhauer am 12.08.2005 - 13:06 Uhr
"Do kehrn Gummis drondder!"

Nein, das ist keine Fremdsprache! So sprechen die mehr oder weniger Einheimischen hier in meiner Studienheimat Nürnberg in Mittelfranken. Für Norddeutsche wäre dieser Dialekt wahrscheinlich etwas schwer zu verstehen. Mir als Ur-Bayer ist es nach vierjährigem Studium gelungen. Doch was hat der Satz nun mit dem nordischen Sport zu tun? Alles der Reihe nach:

Es sind gerade Semesterferien, die Klausuren sind geschrieben und endlich bleibt wieder mehr Zeit fürs Training. Die habe ich dann heute auch genutzt und eine Einheit spezielle Kraftausdauer auf Skirollern eingelegt. Alles lief gut bis ungefähr Halbzeit. Da hat mir auf einmal ein etwas stämmiger "Hunde-Gassi-Führer" vom Rand des Radweges zugerufen:"Sou is des aba ned richtich!" Mir ist nur durch de Kopf geschossen: Nicht schon wieder so ein Fernseh-Bundestrainer der meine Technik verbessern will. Ich rufe aber trotzdem zurück: "Warum?" "Do kehrn Gummis drondder"(zu Deutsch: Da gehören Gummis drunter), wirft mir der Ur-Franke vor. Ich muss erstmal überlegen was er meint, ehe mir klar wird, dass er auf das Klackern meiner Stöcke anspielt. Gut, dass ich schon an im vorbei war, bevor ich noch etwas zurückrufen konnte. Gereizt hätte es mich ja schon.

Die nächsten Kilometer vergingen dann wie im Flug, weil ich mir nebenbei ein paar gute Kommentare überlegt habe, die ich abgeben hätte können. Einer der Besten wäre sicher die Frage gewesen, für welche Stockfirma er denn arbeite, wenn er sich so gut mit Rollskistöcken auskennt. Ein anderer wäre vielleicht so ausgefallen: "Oh Danke, wenn sie wollen können sie morgen als Servicemann im Nationalteam anfangen."

Eines wusste der arme Mann schließlich nicht und ich hätte es ihm vielleicht noch kurz sagen sollen: Wenn es richtig gute Gummis zum Skirollern gäbe, die nicht wegrutschen, wenn man sich beim Doppelstockschieben auf die Stöcke wuchtet, wäre ich sicher der Erste der sie benutzen würde! Schließlich muss keiner länger als ich selbst, nämlich bis zu 2 Stunden, das Klackern der Spitzen auf dem Teer aushalten!

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