Sepp Berners Langlaufleben (Teil7)

Mario Felgenhauer am 05.09.2004 - 08:09 Uhr

Geburtstagsparty


Endlich war es soweit. Sepps Geburtstag rückte näher. Doch was sollten wir vom Stammtisch ihm schenken? Was Sportliches sollte es schon sein, aber was? Berner hat doch schon alles: Das neue Superbügeleisen mit Digitaltemperaturanzeige, Korkgriff und Abtropfgitter; die mollig warmen Überschuhe mit eingebauter Fußheizung; und auch die neue Pulsuhr mit Höhenmesser, Entfernungsbestimmung und GPS Empfänger liegt schon irgendwo im Schrank. Wir haben uns dann doch ganz klassisch für ein paar Energieriegel und das „Skilanglauf“ Buch vom Schlicki entschieden.
Dann war er da der große Tag: Sepp Berner feiert seinen 35. Geburtstag. Jeder andere Mann in seinem Alter befindet sich in diesen Jahre gerade in seiner Middle Life Crises, aber nicht der Sepp. Der zelebriert diesen Tag wie seinen 18. Geburtstag, ist er doch jetzt endlich bei der Senioren WM startberechtigt.
Der Sport sollte auch den Hauptteil der Feier ausmachen. Am Morgen sind wir alle gemeinsam zum Skirollern gefahren. Natürlich haben wir Berner im Schlusssprint gewinnen lassen, ist doch Ehrensache.
Mittags gab es dann ein köstliches Mahl, dass uns Sepps Mutter auftischte. Der Schweinebraten mit Knödel war wirklich köstlich, wenn auch die Getränke nicht ganz unserem Geschmack entsprachen. „Bei mir gibt’s nur Mineralgetränke. Schließlich sind wir ja Sportler und keine Säufer!“ gab Berner bekannt. Das Mittagessen ging nahtlos ins Kuchenessen über und so hatten wir am Nachmittag den Bauch ganz schön voll. „ So jetzt gehen wir noch eine Runde Nordic Walken und dann in die Sauna.“ Na das ist doch mal ein Wort!
Die 10 Kilometer Hausrunde war schnell absolviert und schon saßen wir im Auto nach Zwiesel. Dorthin wollten wir unseren Saunaausflug machen. Mit dem Handtuch locker um die Hüften geschwungen betraten wir den „Erlebnistempel“. Während wir Anderen uns erstmal abduschten, steuerte der Sepp zielstrebig auf die finnische Sauna zu. Bis wir dann ebenfalls ins Innere gelangten, hatte Berner schon ganze Arbeit geleistet. Bei all dem Dampf konnte man die Hand kaum vor Augen sehen. „Sag mal, hast du den ganzen Eimer auf die Steine geschüttet?“ rief der Franz in die Nebelwand. „Nö, wieso? Ist doch ganz angenehm hier. Aber ihr könnt die Tür gleich offen lassen ich muss raus. Schließlich soll man als Sportler keine so langen Saunagänge machen!“ antwortete der Sepp. Na das haben wir ja gern. Erst einheizen und dann abhauen. Länger wie 5 Minuten haben wir es dann auch nicht in dem Dampfbad ausgehalten.
Wieder draußen machten wir uns auf die Suche nach Berner. Schließlich fanden wir ihn im Ruheraum und ob ihr’s glaubt oder nicht: Neben ihm lag eine Frau! Eine Wunderhübsche noch dazu. „Darf ich euch vorstellen: Das ist die Andrea. Sie läuft im Winter auch ab und zu mal auf Langlaufskiern.“ erklärte uns Berner. Und das waren dann auch die letzten Worte die er an diesem Tag mit uns wechselte. So wie er ins Gespräch mit Andrea vertieft war, wollten wir ihn nicht mehr stören. Aus dem Kopf ging mir die Sache allerdings nicht. Der Sepp und eine Frau, einfach unglaublich. Mal schauen ob da mehr draus wird. Ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden.

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