The Nordic Way of Life (Teil 15)

Mario Felgenhauer am 29.04.2005 - 22:09 Uhr
Radtraining

Sobald der letzte Schnee weggeschmolzen ist, geht’s für einen begeisterten Radler wie mich zurück in den Sattel. Zwar liegt in meiner Heimat am Arber noch immer ein Rest der weißen Pracht, in Nürnberg, wo ich Wochentags anzutreffen bin, blüht aber schon alles und die Temperaturen sind genau richtig für die ersten Trainingseinheiten. In den letzten Jahren war ich ziemlich viel mit dem Rennrad unterwegs. Man kann damit einfach größere Strecken zurücklegen und die Geschwindigkeit ist auch höher.
In diesem Jahr soll sich das wieder ändern. Vor zwei Wochen habe ich erfahren, dass die deutsche Hochschulmeisterschaft im Mountainbiken dieses Jahr am 20. und 21. Mai in Bayreuth stattfindet. Das ist für mich Motivation genug um mich wieder etwas intensiver aufs Radfahren zu konzentrieren. Die ersten 3-4 Einheiten war ich aber trotzdem mit dem Rennrad unterwegs. Dann folgte am Dienstag die erste Ausfahrt mit dem Mountainbike. Dabei habe ich es erst mal etwas lockerer und flacher angehen lassen.
Heute dann die zweite Trainingseinheit mit dem Bike und ich wollte schon den einen oder anderen Berg einbauen. Schließlich findet das Rennen in Bayreuth auf einer ehemaligen MTB Bundesliga Strecke statt und da geht’s ganz schön rauf und runter. Doch woher sollte ich im engen Umkreis von Nürnberg Anstiege hernehmen. Nach einem längeren Studium der Karte stürzte ich mich dann doch ins Ungewisse. Ich kannte ein paar Anstiege von meinen Skirollertrainingseinheiten, aber ob da auch Wald- und Feldwege in der Nähe sind wusste ich nicht. Doch zuerst musste ich erst mal mehrere flache Kilometer hinter mich bringen. Der einzige Anstieg gleich nach dem Start war ein 10 Meter hoher Hügel im Marienpark. Am Flughafen vorbei ging’s dann für mich Richtung Kalchreuth. Dort vertraute ich auf meinen Orientierungssinn und folgte einfach meiner Nase auf dem Weg zur einzigen Steigung weit und breit. Wenn sie auch nicht besonders lang ist, wusste ich doch dass es weh tun würde. Kurz vor der Einfahrt in den schmalen Weg passierte ich zwei Biker Pärchen. Die Männer waren wohl etwas gelangweilt und nutzten die Gunst der Stunde um ein bisschen zu imponieren. Beide klemmten sich an mein Hinterrad und kämpften sich den Berg hinauf. Ich habe mich nicht umgedreht, bin einfach mein Tempo weitergefahren. Nach der Hälfte der Steigung hörte ich dann nur noch einen der Beiden hinter mir keuchen. Langsam merkte auch ich dass ich noch nicht in Topform bin aber das Ende des Anstiegs war nicht mehr weit. Dort oben wusste ich kann ich ihn loswerden. Als ich an der Kuppe keine Anstalten machte langsamer zu treten hörte ich nur ein resignierendes „und tschüss“ von hinten. Ich hob zum Abschied die Hand und fuhr alleine weiter. Oben in Kalchreuth angekommen stürzte ich mich in die Abfahrt und nach ein paar weiteren Kilometern erreichte ich schließlich wieder meinen Ausgangspunkt im Norden von Nürnberg. Wieder mal klebte das Rad voller Dreck, aber das war’s wert. Mal schauen wie lang ich auf dem schwierigen Kurs in Bayreuth im Rennen bleiben kann.

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