Trainingslager Tauplitzalm

Mario Felgenhauer am 05.11.2007 - 15:55 Uhr
Nach einem kurzen Stopp auf dem Dachstein Mitte Oktober zog es mich Anfang November erneut auf Schnee. Die Tauplitzalm in Österreich war jedoch nicht nur mein Ziel.

Trainingsparadies in der Steiermark
Wer einmal auf der Tauplitzalm trainiert hat, der kehrt immer wieder dorthin zurück. Die kleine Ansammlung an Hotels und Gasthäusern liegt oberhalb von Tauplitz und Bad Mitterndorf auf einer Höhe von 1.600 Metern. Über eine schmale Straße erreicht man im Sommer jedes Haus. Im Winter stellt man das Auto auf einem Parkplatz ab und wird mit dem Skidoo zur jeweiligen Unterkunft gebracht. Dort kann man dann direkt vor der Haustür ins Loipennetz einsteigen, das bei guter Schneelage 20 Kilometer beträgt. Aber auch die verkürzten Strecken Ende Oktober/ Anfang November haben es in sich. Schließlich wurde auch schon zweimal ein Weltcup auf der Tauplitzalm ausgetragen, als man für andere Orte einsprang, an denen Schneemangel herrschte.


Gute Bedingungen
Bei meiner Ankunft am Donnerstag waren immerhin zwölf Kilometer Loipe gespurt. Und so machte ich mich gleich auf zu meiner ersten Einheit. Die Kaderläufer ließen nicht lange auf sich warten. Sie starteten bereits zu ihrer zweiten Einheit an diesem Tag. Kurzfristig waren sie nicht nach Muonio (Finnland), sondern ins tief verschneite Österreich gefahren. Leider war für mich nach 1:30 Stunden bereits Schluss. Die Höhenlage und die anspruchsvollen Strecken hatten mich erstmal geschafft. Am Freitag traf dann auch Thomas Freimuth auf der Tauplitzalm ein. Der Volksläufer schrubbt schon eifrig Kilometer für die kommende Saison. Aber nicht nur Wettkampfläufer zieht es in das Trainingsgebiet. Viele Hobbyläufer und Familien kommen täglich aus dem Tal auf die Alm.

Schaufelkommando DSV
Am Freitag musste dann jedoch auch das Schaufelkommando zum ersten Mal ausrücken. Angeführt von Bundestrainer Jochen Behle beteiligten sich alle Trainer und Servieleute des DSV an der Ausbesserung der Loipen, die unter den warmen Temperaturen dahinschmolzen. Es sollte nicht der letzte Einsatz dieser Art bleiben. Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle für die Präparation bedanken, von der natürlich auch ich profitieren konnte.

Kein Lagerkoller
Nun wird sich der eine oder andere denken: Vier Tage Trainingslager und schon Lagerkoller? Natürlich nicht. Bei vier Tagen Aufenthalt sollte eigentlich noch kein Lagerkoller aufkommen und schon gar nicht auf der Tauplitzalm. Ich rede da schon eher von Athleten, die auch mal drei Wochen ihre Zelte dort oben aufschlagen. Ohne Anbindung zum Tal (höchstens zu Fuß zum Parkplatz) ist das schon ein ganz besonderes Gefühl. Aber Langeweile kommt auf der Tauplitzalm nur selten auf. Schließlich trifft man viele Läufer und da geht der Gesprächsstoff nur langsam aus. Zur Not hilft ja inzwischen Fernseher, Laptop oder Handy.

Regen – der Feind des Schnees
Am Samstag nahte dann das Ende. Bereits am Vormittag fing es an leicht zu nieseln. Zusammen mit den warmen Temperaturen konnte man dem Schnee fast schon beim Tauen zusehen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag schüttete es dann wie aus Kübeln (wenn das nur alles Schnee gewesen wäre) und am Sonntag bot sich ein trostloses Bild. Damit war unsere Abreise, etwas früher als geplant, besiegelt. Noch beim Rücktransport zum Parkplatz konnten wir einige unentwegte Schneeschaufler sehen, die dem Wetter trotzten. Auch die Kaderathleten des DSV zogen ihre Trainingseinheit durch. Für die kommenden Tage sind kältere Temperaturen angesagt. Man wird sehen, was die mit sich bringen. Für mich war es trotz allem wieder ein perfekter Kurztrip, den viele Fotos dokumentieren. Hoffen wir, dass es bald überall schneit!
Verwandte Fotoserien:

Anzeige

Anzeige

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Langlauf finden Sie auf www.sportlerfrage.net

www.sportlerfrage.net: Die große Ratgeber-Community für gute Fragen und hilfreiche Antworten
Shop & Material

Anzeige