We can be heroes, just for one day
"Wir können Helden sein, wenn auch nur für einen Tag"
Kristin Muerer Stemland, Kristin Steira, Reto Burgermeister, Jiri Magal und Martin Tauber. Jeder ein kleiner Held für sein Land in den Tagen des Weltcups in Oberstdorf. Vorher ziemlich unbekannt hinterliesen sie ihre Spuren in den Weltcuppunktelisten dieser Saison
Freitag der 13., Feiertag für die Schweiz
Am Anfang dachte man noch: Der will sich einfach mal zeigen. In der klassischen Technik ist
er sowieso gut drauf, aber im Skating muss er sicher abreissen lassen.
Falsch gedacht. Der sympatische Schweizer Reto Burgermeister, der am Stützpunkt Ruhpolding trainiert, dachte gar nicht daran die Skienden von Rene Sommerfeldt aus den Augen zu verlieren. Auf dem klassischen Teilstück gab er sogar teilweise das Tempo vor und sorgte zusammen mit Rene und Lukas Bauer dafür, dass der Vorsprung nach den ersten 15 Kilometern schon ziemlich groß war. Im Skating hängte er sich dann in den Windschatten und ging jeden Angriff mit. Der zweite Platz bedeutete sein bestes Ergebnis im Weltcup überhaupt und seit langem wieder mal einen Lichtblick für die Schweiz, die seit mehreren Jahren auf einen Siegläufer wartet.
War es auch für Lukas Bauer eine gute Platzierung, so hat der doch immerhin seit letzter Saison einen Weltcupsieg auf seinem Konto. Deswegen ist die Leistung eines weiteren Tschechen, Jiri Magal, besonders hervorzuheben. Auf den ersren 15 Kilometern war er sogar noch in der ersten Verfolgergruppe der drei "Ausreißer". Aber auch der 8.Platz im Ziel dürfte für ihn ein besonderer Grund zum Feiern gewesen sein.
Als der Dreizehnte über die Ziellinie fuhr musste man sich schon ein bisschen wundern. Da jubelt einer obwohl er noch nicht mal in den Top 10 ankam. Doch für Martin Tauber war diese Platzierung wohl mehr als er sich je zu erträumen gewagt hätte. Noch Anfang Januar hatte er keinen einzigen Weltcuppunkt auf seinem Konto und war den meisten Insidern nur als Sprinter bekannt. Mit der hohen Startnummer 60 und der achtschnellsten Zeit im Skating erfüllte er sich aber dann in Oberstdorf sicher einen kleinen Traum. Top15, bester Österreicher und so bekannte Namen wie Estil, Mae und Hasler geschlagen. Hut ab vor dieser Leistung.
Bente Skari's Erben
Auch im Rennen der Frauen zeichnete sich eine Entwicklung ganz deutlich ab: Die Lücke, die Bente Skari im norwegischen Team hinterlassen hatte, ist geschlossen. Kristin Muerer Stemland und Kristin Steira, die letztes Jahr noch bei der U23 Meisterschaft der FIS auf dem "Stockerl" standen, platzierten sich als 6. und 9. in den Top 10.
Betrachtet man das norwegische A-Nationalteam mal etwas genauer, entdeckt man zudem kurioses: Nirgends dürfte die Kluft zwischen den jungen Athletinnen und der älteren Siegläuferin so groß sein wie in Norwegen. Das Team besteht zur Zeit aus Hilde G. Pedersen (Jahrgang 1964), drei Athletinnen (Jahrgang 1980) und Kristin Steira (Jahrgang 1981). Ist schon irgendwie verwunderlich wie es Norwegen trotzdem geschafft hat, über die Jahre immer in der Weltspitze dabeizusein.
Das Fazit
Die Saison ist lang. Die Gefechte verlagern sich immer mehr auf zwei verschiedene Ebenen. Zum einen geht es um den Tagessieg. Hier werden immer mehr die Läuferinnen und Läufer aus der zweiten Reihe das Zepter übernehmen. Zum anderen geht es um den Weltcupgesamtsieg. Wenn dann Athleten wie Rene Sommerfeldt im gelben Trikot zum Sieg laufen, ist das nicht hoch genug einzuschätzen.
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