Wo bitte geht's hier nach Bernau?

Mario Felgenhauer am 22.02.2004 - 10:02 Uhr

Studentenparty mal anders...


 


Es geht ja das Gerücht um, dass die Hauptbeschäftigung von Studenten nicht das Lernen sondern das Partymachen ist. Dass sich beides sogar mit Langlaufen verbinden lässt, zeigte die internationale deutsche Hochschulmeisterschaft in Bernau im Schwarzwald. Aber lesen sie selbst:


 


Donnerstag 19.2.04


Nicht ganz einfach zu finden ist es schon dieses kleine Nest Bernau mitten im tiefsten Schwarzwald. Aber wenn man erst mal angekommen ist, fühlt man sich gleich wie zuhause (oder zumindest sollte man das, wenn nicht gerade Windböen um die Häuser und über die Loipen pfeifen). Von der Spur war dann bei der Streckenbesichtigung nicht mehr allzu viel zu sehen. Macht ja nix, Hauptsache man weiß wo es langgeht.
Die Mannschaftsbesprechung macht es dann deutlich: 11 Mädels und 40 Jungs aus den Ländern Österreich, Tschechien, Schweiz und Deutschland werden morgen auf die 5 bzw. 10km Strecke im klassischen Stil gehen. Die Ski sind gewachst, die Startnummer hängt über der Stuhllehne, alles ist bereit für den ersten Wettkampftag.


 


Freitag 20.2.04 Einzelwettkampf


Der Blick aus dem Fenster macht einen gleich so richtig munter. Keine einzige Wolke am Himmel und angenehme Temperaturen um die 5 Grad Minus. Beim Frühstück merkt man die Anspannung, jeder schaufelt fast wortlos sein Müsli in sich rein und nippt an seinem Tee.
Auf der Strecke dann großes Hallo und Umarmen. Man trifft Leute die man schon ewig nicht mehr gesehen hat. Als nächstes werden die Ski mit Steigwachs präpariert. Nicht ganz einfach bei steigenden Temperaturen das richtige Wachs zu finden. Schnell noch ein paar Meter Warmlaufen und schon geht es an den Start. 5, 4, 3, 2, 1 und los geht’s. Während die Frauen die 5km Runde nur einmal durchlaufen, dürfen die Männer zwei Runden drehen. Mit zunehmender Renndauer wird die Spur auch immer weicher. Der letzte Anstieg wird zur reinen Kopfsache und man muss sich richtig zwingen, einen Schritt vor den anderen zu setzen. Im Ziel dann totale Erschöpfung. Frank Thonfeld der neue deutsche Meister meint zu mir: Die Strecke hat gestern auch leichter ausgeschaut, wie sie dann heute war. Er lag am Schluss 3 Sekunden hinter dem Zeitschnellsten, dem Tschechen Pavel Brydl.
Bei den Damen setzte Andrea Kaiser die Bestzeit und wurde dadurch deutsche Hochschulmeisterin.


 


Samstag 21.2.04 Die Staffeln


Nachdem es beim ein oder anderen am Freitag etwas später geworden war (es soll ja auch Vermisste gegeben haben ;-)), kamen aber zumindest die Teilnehmer der 19 Staffeln pünktlich zu ihrem Start. Aus einer Idee im letzten Jahr geboren, wurde eine Dreierstaffel bestehend aus einer Dame und zwei Herren gelaufen. Dabei musste ein Staffelläufer(-läuferin) klassisch und zwei im Skating Stil auf die 7,5km lange Strecke. Haushoher Favorit war eigentlich die Staffel Tschechiens, jedoch konnte die Wettkampfgemeinschaft Freiburg dank einer überragenden Andrea Kaiser und einem nicht minder starken Stefan Hodde davonziehen. Zusammen mit Startläufer Ferdl Frey gewannen sie somit die internationale und nationale Wertung.
Am Abend bei Siegerehrung und Pastaparty gab es dann noch die ein oder andere ausgelassene Diskussion über die ersten beiden Wettkampftage. Bei Snowtubing und Verlosung wurde es auch nie langweilig bevor sich die einzelnen Gruppen zurück zu ihrem Quartier aufmachten, nachdem ja am nächsten Tag noch die Langstrecken auf dem Programm standen.


 


Sonntag 22.2.04 Massenstart


Ein bisschen ungewohnt war es schon das Bild beim Massenstart der Herren um 10 Uhr. 45 Herren und 14 Damen machten sich auf zum 30 bzw. 15km Freistilrennen. Bei den Damen konnte sich Andrea Kaiser ziemlich früh absetzen und gewann ihren dritten Meistertitel im dritten Rennen. Bei den Männern blieb es bis zur letzten der 6 Runden spannend. Erst am letzten Anstieg startete Stefan Hodde seine Attacke und brachte einen sicheren Vorsprung ins Ziel. Dahinter quälten sich noch bis zu 50 Minuten länger die weiteren Platzierten. Aber ich denke ein jeder der bei diesem Rennen ins Ziel kam, war auf seine Weise ein Sieger.


Schließlich gab es bei der Siegerehrung noch reichlich Lob und Dank für den Ausrichter bevor sich die Teilnehmer in alle Himmelsrichtungen nach Hause aufmachten. Jedoch nicht ohne das Versprechen im nächsten Jahr wieder dabei zusein und noch weitere Studenten für diese Meisterschaft zu begeistern.

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