Zwei Bronze-Medaillen für Deutschlands Nachwuchs bei der Biathlon-JWM am Arber - xc-ski.de Langlauf

Zwei Bronze-Medaillen für Deutschlands Nachwuchs bei der Biathlon-JWM am Arber

In den Sprints bei der Jugend- und Junioren Weltmeisterschaft am Arber im Hohenzollern Skistadion (GER) haben die deutschen Nachwuchs-Biathleten zwei Bronze-Medaillen errungen. Lettland und die Slowakei führen zur Halbzeit in der Bilanz mit jeweils drei Goldmedaillen. 

Sprints zur Halbzeit der JWM

Mit den Sprints in allen Altersklassen, also der Jugend und der Junioren, fand die Biathlon Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft im Hohenzollern Skistadion am Arber im Bayerischen Wald seine Fortsetzung. Den Anfang machten die Jungs und tags darauf standen die Mädels an der Startlinie. Die Temperaturen im Stadion und auf der Strecke blieben weiterhin im Plusbereich und die Strecken, die größtenteils in der Sonne liegen, wurden dadurch weich und tief. Der Veranstalter tat alles dafür, um gleichbleibende Verhältnisse für alle Starter zu gewährleisten. Die erfahrenen Teilnehmer, manche bereits weltcuperfahren, wenige sogar zuletzt bei Olympia 2026, haben hier natürlich von ihrer Erfahrung bezüglich Renneinteilung und vor allem die Bewältigung einer derartigen Drucksituation profitiert. 

Bronze für Hannes Lipfert im Jugend-Sprint

Rihards Lozbers (LAT), Markus Sklenarik (SVK), Hannes Lipfert (GER), (l-r) © Deubert/IBU

Die Konkurrenz ist stark und die deutschen Nachwuchsathleten blieben in den Einzelläufen und auch in den gemischten Staffeln ohne Medaille. Der 17jährige Hannes Lipfert hat das Medaillenkonto der Deutschen mit einer Bronzenen im Jugend-Sprint eröffnet. Der Sieg ging an den Slowaken Markus Sklenarik. In der Spur hatte er deutlich Rückstand, aber zehn Treffer am Schießstand führten zum Sieg. Im Ziel hatte er 19 Sekunden Vorsprung auf das Top-Talent Philip Lindkvist-Floetten aus Schweden, der schon mit Gold aus dem Jugend-Einzel und der Jugend-Mixed-Staffel dekoriert ist. Der Schwede leistete sich drei Strafrunden, lief aber absolut beste Laufzeit, 44,5 Sekunden schneller als Hannes Lipfert aus Deutschland. Mit der zweiten Gesamtlaufzeit und nur einer Strafrunde aus dem Liegendanschlag kam er um die Winzigkeit von 0,1 Sekunden vor dem Franzosen Nans Madelenat ins Ziel und schob diesen vom Podest. Lipfert hat damit für die erste Medaille des deutschen Teams gesorgt. Kilian Simon (1:0) belegte Platz 16, Hugo Winter (0:1) wurde 35. und Björn Hederich (0:3) kam auf Platz 39. Die Österreicher Simon Hechenberger (0:2) und Matti Pinter (1:2), mit der Mixed Staffel noch zu Gold gelaufen, belegten die Plätze 11 und 12.

Ergebnis Sprint Jugend männlich

Kurze Zusammenfassung Sprint Jugend männlich

Pole Grzegorz Galica ist Junioren Weltmeister im Sprint

Philip Lindkvist-Floetten (SWE), Grzegorz Galica (POL), Kasper Kalkenberg (NOR), (l-r) © Deubert/IBU

Möglicherweise haben sich die Junioren bei der Wahl der Startgruppen etwas verkalkuliert. In der Annahme, dass die Spur später schneller wird bzw. die Sonne dann bereits aus der Spur ist, wählten sie hintere Startgruppen. Aber hinten raus wurde es immer schwieriger in den Medaillenkampf eingreifen zu können. Selbst mit der Null am Schießstand wurde es für die Top-Athleten äußerst schwer ganz nach vorne zu kommen. Den Titel und die Goldmedaille im Sprint der Junioren holte sich der Pole Grzegorz Galica. Obwohl er nach der Null im Liegen im Stehendanschlag zwei Strafrunden kassierte setzte er sich früh mit der Startnummer 5 an die Spitze mit einer Laufzeit, die von keinem mehr überboten wurde. Der Norweger Kasper Kalkenberg mit Startnummer 86 von 97 Startern hielt sich in beiden Schießen schadlos und hatte dennoch im Ziel 32 Sekunden Rückstand auf den Polen. Der noch später gestartete Schwede Philip Lindkvist-Floetten lief nach zehn Treffern zwar eine herausragende Schlussrunde, aber mit dem Titel klappte es dennoch nicht. Er schob mit einem Rückstand von 23,7 Sekunden auf den Sieger den Norweger Kasper Kalkenberg auf den Bronzerang.
Aus dem deutschen Team war Lukas Tannheimer zwar in einer der vorderen Startgruppe, aber zwei Strafrunden aus dem liegenden und eine weitere aus dem stehenden Anschlag ließen am Ende als bestem Deutschen nur Platz zehn zu. Läuferisch war Tannheimer mit der dritten Gesamtlaufzeit aber gut dabei. Konrad Kübler hat eine bessere Platzierung im zweiten Anschlag vergeben. Als Dritter kam er zum Stehendschießen und verfehlte vier Scheiben. Am Ende musste er sich mit Platz 27 zufrieden geben. Karl Schütze (1:0) belegte Platz 38 und Clemens Böhme (1:1) wurde 42.    

Ergebnis Sprint Junioren

Kurze Zusammenfassung Sprint Junioren

Selina Ganner (AUT) gewinnt Bronze im Jugend-Sprint

Selina Ganner (AUT) © Deubert/IBU

Von Beginn an setzte die Norwegerin Hanna Voelstad mit starker Leistung in der Loipe und fünf Treffern liegend, aber einer Strafrunde aus dem stehenden Anschlag, eine Marke, die erst übertroffen werden musste. Bereits im Einzel und auch mit der Mixed-Staffel hatte Voelstad Silber geholt und im Sprint sollte es mit dem Titel klappen. Aber wieder war es die Slowakin Michaela Strakova, die später gestartet, in jeder Runde minimal schneller war als Voelstad und nach fünf Liegendtreffern auch im entscheidenden Anschlag fehlerfrei blieb und schließlich die Norwegerin erneut auf den Silberrang verdrängte. Strakova holte sich damit bereits die zweite Jugend-Goldmedaille. Der Rückstand von Voelstad betrug 12,3 Sekunden. Ein hervorragendes Rennen gelang auch der Österreicherin Selina Ganner. Mit fünf Treffern im Liegen, einen Fehler im Stehen und in der Spur nur 7,7 Sekunden gesamt hinter der Siegerin sicherte sie sich die Bronzemedaille. Die vier deutschen Starterinnen hatten mit einem oder sogar zwei Schießfehlern gleich im Liegendanschlag ihre Chancen auf den Titel verwirkt. Beste aus dem DSV-Team wurde auf dem achten Rang Katharina Staller (2:0, + 1:26 Min.). Giovanna Nicolussi begann ebenfalls mit zwei Fehlern liegend und mit der Null im Stehendanschlag erreichte sie mit einem Rückstand von 1:34 Minuten den 12. Platz. Ina Lickert (1:0) hatte zu großen Rückstand in der Spur und belegte am Ende Platz 21 und Leonie Hinterstoisser (2:0) wurde 31.

Ergebnis Sprint Jugend weiblich

Kurze Zusammenfassung Sprint Jugend weiblich

Sydney Wüstling holt Bronze bei den Juniorinnen

Inka Hamalainen (FIN), Estere Volfa (LAT), Sydney Wuestling (GER), (l-r) © Deubert/IBU

Entgegen dem Sprint der Junioren, wo die Besten die letzte Startgruppe wählten, war es bei den Juniorinnen genau umgekehrt. Die starken Juniorinnen gingen früh ins Rennen. Sydney Wüstling hat sich nach schnellem Angang in der ersten Runde im Liegendanschlag viel Zeit gelassen, dennoch eine Strafrunde kassiert. Die zuvor führende Tschechin Mikolasova hatte sich durch zwei Schießfehler im Stehen aus den Medaillenplätzen verabschiedet. Wüstling blieb stehend fehlerfrei und bog 21,7 Sekunden hinter Estere Volfa in die Schlussrunde. Die Deutsche hatte die Weltcup-Athletin Caserman aus Slowenien hinter sich, konnte aber den Abstand von etwa zehn Sekunden bis ins Ziel halten und überquerte nach einem respektablen Endspurt die Ziellinie vorerst auf Rang zwei hinter Estere Volfa, die sowohl auf der letzten Runde als auch gesamt Schnellste in der Spur war. Die Finnin Inka Hämäläinen hatte sich eingangs der Schlussrunde nur 3,1 Sekunden hinter Wüstling  einsortiert und auf der Schlussrunde gut zur Deutschen aufgeholt. Im Fernduell an der letzten Zwischenzeit lag die Finnin bereits vor Wüstling und im Ziel schob sie Sydney Wüstling mit einem Vorsprung von 6,9 Sekunden auf den dritten Platz. Estere Volfa wurde Junioren-Weltmeisterin im Sprint vor Inka Hämäläinen auf dem Silberrang und Sydney Wüstling gewann die Bronzemedaille. „Beim Einlaufen war die Spur noch richtig hart. Ich hatte so richtig Lust zum Laufen und es ging wie von allein,“ so Wüstling nach dem Rennen im ARD-Stream. Auf der zweiten Runde nahm Wüstling etwas von ihrem Tempo raus. „Da habe ich ein bißchen rausgenommen in der zweiten Runde, aber nur, dass ich hinterher die Null schießen kann.“

Johanna Lehnung kam in beiden Schießen ohne Strafrunde durch, aber in der Spur verlor sie in der letzten Runde und konnte den vierten Rang, den sie noch eingangs der Schlussrunde hatte, nicht ins Ziel bringen. Am Ende wurde es für Lehnung der siebte Rang. „Über das Schießen bin ich sehr glücklich. Im Laufen lief es besser als im Einzel.“ Die Strecke zeigte sich beim Sprint der Juniorinnen besser als im Einzel zu Beginn der JWM und Lehnung meinte dazu: „Es macht mental schon sehr viel aus, wenn man nicht so eine tiefe Spur hat. Das Rennen hat sehr viel Spaß gemacht, es ist ein cooles Gefühl vor so vielen Zuschauern, die alle anfeuern.“ Es gab fünf weitere Null-Schützinnen im Sprint der Juniorinnen, aber Lehnung war unter ihnen am Besten platziert. Leni Dietersberger begann mit zwei Fehlern und nach der Null im Stehendanschlag wurde es schließlich im Ziel Platz 30. Melina Gaupp (2:1) belegte Platz 40.
Aus dem österreichischen Team platzierte sich Anna Millinger (1:2) auf dem 19. Platz als Beste und Alessia Laager (1:1) wurde als 27. Beste aus der Schweiz.        

Ergebnis Sprint Juniorinnen

Kurze Zusammenfassung Sprint Juniorinnen

Ehrungen für Junior-Cup Gesamtwertungen vorgenommen

Thomas Marchl (AUT), Winner globe sprint © Deubert/IBU

Die Ergebnisse der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft zählen zur IBU Cup-Gesamtwertung. Die Sprints der Junioren und Juniorinnen der JWM waren die letzten, die zur Wertung gezählt wurden und damit standen der Sieger und die Siegerin der Sprintwertung des IBU Junior Cups fest. Bei den Junioren ging die Sprintkugel an den Österreicher Thomas Marchl. Er kam mit so großem Vorsprung zur JWM, dass er ohne im JWM-Sprint gestartet zu sein, mit immer noch sieben Punkten Vorsprung vor dem Kroaten Matija Legovic die Wertung gewann und mit der Trophäe geehrt wurde. Bei den Damen wurde die Ukrainerin Tetiana Tarasiuk ausgezeichnet, obwohl sie im JWM-Sprint nur Neunte wurde. Die Junioren-Weltmeisterin Estere Volfa kam durch ihren Sieg bis auf sechs Punkte an Tarasiuk heran.  

Der weitere Wettkampfplan

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