Langlauf Kurznews: ÖSV-Talent muss aufhören, News aus Russland und Verletzungen bei Maloney Westgård, Ogden und Lovera - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Kurznews: ÖSV-Talent muss aufhören, News aus Russland und Verletzungen bei Maloney Westgård, Ogden und Lovera

In der aktuellen Kurznews haben wir euch wieder einige Neuigkeiten von den Langläufern. Meistens geht es um Verletzungen und eine junge Österreicherin muss sogar ihre Karriere beenden.

Zwei Herzstillstände, Defibrillator und Karriereende

In Österreich musste eine 18-jährige Nachwuchslangläuferin zwangsweise ihre Karriere beenden. Im Januar feierte die Ramsauerin bei den nationalen Meisterschaften mit der Silbermedaille in der Damen-Kategorie noch ihren bisher größten Erfolg, auch beim Europäischen Olympischen Jugendfestival und den Jugend-Olympischen Winterspielen war sie 2025 und 2024 am Start, aber nun endete ihre junge Karriere abrupt. Im Juli während des Sommertrainings brach sie zusammen und erlitt zwei Herzstillstände, nach denen sie vier Tage im Koma lag. Ursache dieses schockierenden Ereignisses war eine Herzmuskelentzündung, wie sie nun mit Foto aus dem Krankenhausbett über Social Media bekannt gab und ihr Karriereende mitteilte. „Mein Leben hat sich von einem Tag auf den anderen verändert und man sieht, dass man für jeden Tag dankbar sein sollte. Mir wurde erst später erzählt, dass ich zweimal einen Herzstillstand hatte und vier Tage im Tiefschlaf war, aufgrund einer Herzmuskelentzündung. Zusätzlich haben sie mir einen Defibrillator eingesetzt, um einen weiteren Herzstillstand zu vermeiden. Selbst die sehr guten Ärzte in Linz dachten, ich würde es nicht schaffen,“ schreibt sie. So weit kam es aber glücklicherweise nicht und die 18-Jährige kämpfte sich zurück ins Leben: „Sie haben falsch gedacht, weil ich es geschafft habe. Bereits nach einer Woche war ich von der Intensivstation weg und alle waren fassungslos. Ich weiß nicht mehr alles, aber ich glaube, es ist besser so.“ Katharina Engelhardt fühlte sich bereits einige Tage vor dem Zusammenbruch im Training unwohl. Da der Körper unter Hochleistung stand, kam es schließlich zu den zwei lebensgefährlichen Herzstillständen. Aus dieser bitteren Erfahrung heraus richtete sie auf Instagram auch einen eindringlichen Appell an alle anderen Sportler, Infektionen niemals zu unterschätzen und sich immer ausreichend zu schonen. „Leider spielt der Leistungssport nun keine Rolle mehr in meinem Leben. Sport hat mir immer so viel gegeben: Ich habe so vieles gelernt, habe gelacht, aber auch geweint“, sagte sie.

Vaterschaft und zweimal Karriereende in Russland

Auch wenn er in absehbarer Zeit nicht international starten wird, da die FIS auch nach Wiederzulassung Russlands durch das IOC weiter an der Regelung neutraler Athleten festhält, gibt es für Alexander Bolshunov einen großen Grund zur Freude. Der 29-Jährige ist zum zweiten Mal Vater geworden. Seine Frau Anna brachte eine zweite Tochter zur Welt, die den Namen Olivia tragen wird. Die fast vierjährige Eva, die mit dem Papa schon seit zwei Wintern auf Ski steht, ist nun also eine große Schwester. „Heute kam eine neue große Liebe zu unserer Familie. Unsere Olivia. Herzlich Willkommen, Kleine! Wir lieben dich so sehr. Papa, Mama und deine große Schwester Eva“, schreibt er auf Social Media. Die ebenfalls dem russischen Militär angehörigen Sergey Ustiugov und Gleb Retivykh wollen nicht mehr als die vollständige Wiederzulassung Russlands ohne Einschränkung warten. Sie hatten in den letzten Jahren wie viele andere verständlicherweise mit Motivationsproblemen zu kämpfen und haben nun im Alter von jeweils 34 Jahren ihren Rücktritt erklärt.

Belarussin geht zum Biathlon

Hanna Karialova hielt in Gedanken die belarussischen Farben bei den Olympischen Spielen hoch, wo sie als neutrale Athletin im Langlauf starten durfte. Nun ist aber Schluss mit Langlauf und die 27-Jährige macht ihren Kindheitstraum wahr, indem sie mit sofortiger Wirkung zum Biathlon wechselt. International starten wird die Athletin aus Navapolatsk im Norden von Belarus aber nicht, denn die IBU lässt keine neutralen Starter zu. Als Neuling am Gewehr kann sie sich also die Zeit zur Eingewöhnung nehmen, bis der Biathlonverband ihr einen Start erlaubt.

Knieverletzung von Maloney Westgård

Thomas Maloney Westgård, der Norweger mit irischer Mutter, musste einen schweren Rückschlag in seinem Sommertraining hinnehmen. Wie erst jetzt bekannt wurde, verletzte er sich am 10. Juni bei einem Trainingssturz auf seiner Heimatinsel Leka, die etwa fünf Autostunden nördlich von Trondheim liegt, schwer. Beim Training auf Skirollern passierte das Unglück auf einer Schotterstraße. Wegen frisch aufgeschüttetem Schotter blockierten seine Rollski abrupt, wodurch der 30-Jährige nach vorne fiel und ungebremst mit dem Knie aufschlug. Skilangläufer nutzen unbefestigte Schotterwege im Sommer ganz bewusst mit speziellen Gelände-Skirollern. Diese haben deutlich größere, luftgefüllte Gummireifen statt der kleinen, harten Standard-Rollen für Asphalt. Damit trainiert man auf Naturwegen die Kraftausdauer, da der Rollwiderstand viel höher ist. Auf festgefahrenem, älterem Schotter funktioniert das sehr gut. Zum Verhängnis wurde ihm jedoch der frisch aufgeschüttete, extrem lose Kies auf diesem Weg. Obwohl der Aufprall heftig war, dachte Westgård zunächst an eine reine Prellung. Er zog die Trainingseinheit knallhart durch und fuhr noch zwei Stunden lang weiter. Erst am nächsten Tag konnte er kaum noch gehen und suchte einen Arzt auf. Die Kniescheibe war glatt in zwei Teile gebrochen (Patellafraktur). Die Knochenenden lagen so nah beieinander, dass er eine Operation umgehen konnte und das Knie in einer Schiene von selbst zusammenwächst. Eine OP hätte das vorzeitige Aus für den gesamten kommenden Winter bedeutet. Er musste sechs Wochen lang eine Beinschiene tragen. Inzwischen absolviert er wieder vorsichtiges Krafttraining und erste, ruhige Einheiten mit Stöcken auf Skirollern, meidet aber steile Abfahrten. Die Sommer-Rennen wie das Blinkfestivalen, Toppidrettsveka oder die Trollhättan Action Week muss er zwar sausen lassen, sein großes Ziel bleibt aber die Nordische Ski-WM in Falun im kommenden Winter.

Ogden erholt sich von Knie-OP

Wie bereits erwähnt zog sich Ben Ogden im April einen Meniskusriss zu und musste sich einer Operation unterziehen. Der mit zwei Silbermedaillen erfolgreichste amerikanische Olympionike im Langlauf sprach nun mit Langrenn über seine Rehabilitation und erzählte, dass er inzwischen wieder ohne Krücken unterwegs ist. Der 26-Jährige hatte sich für OP mit langwieriger Reha entschieden wegen der besseren Prognose für die Zukunft. „Ich fühle mich nun jede Woche besser und bin immer zuversichtlicher wegen meiner Rückkehr. Es wird seine Zeit brauchen, aber ich werde es schaffen. Ich schwimme viel, mache SkiErg und Krafttraining. Ich muss einfach daran glauben, dass mich das zu einem besseren Athleten macht, auch wenn ich davon jetzt noch nichts spüre. Ich muss wohl noch eine Weile auf mein Knie achten, aber im Winter werde ich zurück sein. Vielleicht mit etwas weniger Training aus geplant, aber bereit, um alles zu geben“, so Ogden, der mit Humor auch noch Positives an seiner Verletzung findet. „Diesen Sommer war ich drei oder vier mal in der Woche im Kraftraum und habe mich enorm bei Klimmzügen verbessert. Vielleicht gibt mir das auch mehr Kraft im Doppelstockschub.“

Zerrung bremst Victor Lovera

Victor Lovera, der den Sommer größtenteils bei seiner norwegisch-australischen Freundin Ellen Søhol Lie in Lillehammer verbringt, zog sich im Trainingslager in Tignes eine Zerrung im Psoas-Muskel, also im Hüftbeuger, zu. „Ich habe mir im Klassiksprint-Training den Hüftbeuger gezerrt. Das war ein Rückschlag. Ich musste drei vier Tage komplett pausieren, bevor ich wieder beginnen konnte. Ich möchte 200 Prozent geben, aber das war nicht so leicht. Ich hatte eine anstrengende Phase im Training hinter mir, so dass ich etwas erschöpft war“, sagte er Le Dauphiné libéré. „Glücklicherweise war ich gerade beim Team und dem medizinischen Personal. Ich wurde bestens unterstützt von den Trainern, Physios und dem Arzt. Obwohl der Schmerz bald nachließ, habe ich nun nach zehn Tagen immer noch etwas Probleme, das Bein zu heben.“ Nach Tignes reiste das Team weiter nach Prémanon, wo die Franzosen in der Sommerhitze ankam, die ihnen in der Höhe von Tignes am Gletscher noch entgangen war. Seit Mitte Juli ist er nun wieder in Norwegen, wo inzwischen seine Teamkollegen Théo Schély und Sabin Coupat zu ihm stießen, bevor sie Anfang August wieder auf den Rest des Teams treffen.

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