Gewinneinlösung im Val di Fiemme: "Fast paradiesische Zustände" - xc-ski.de Langlauf

Gewinneinlösung im Val di Fiemme: „Fast paradiesische Zustände“

Walter Weber © Walter Weber

Langlaufen im Val di Fiemme – welcher ambitionierte Langläufer würde da keine leuchtenden Augen bekommen. Schließlich gehört das Loipenangebot hier zu den Besten im Alpenraum. Schon zweimal fanden hier die nordischen Skiweltmeisterschaften statt und 2013 wird dieses Top-Event erneut hier zu Gast sein. Zudem lockt der legendäre Marcialonga jedes Jahr tausende Marathonläufer ins Tal und der spektakuläre Abschluss der Tour de Ski an der Alpe Cermis trägt den Ruf als Langlauf Mekka in die ganze Welt hinaus.

Wir hatten Glück. Als Gewinner des XC-Ski Gewinnspiels genießen wir hier ein paar Tage als Gäste des Tourismusverbands Fleimstal. Mitte März hat die Sonne zwar den Loipen am Lago Tesero stark zugesetzt, so dass im Tal an Langlauf nicht mehr zu denken ist. Aber das ist kein Problem, gibt es doch am Lavaze-Joch ein weiteres, sehr schneesicheres Nordic Zentrum. Hier, auf 1800m, finden wir beste Bedingungen vor. Die Tage zuvor hat es nochmals geschneit und so präsentieren sich die ca. 80 km Loipen in fast paradiesischem Zustand. Die Spuren werden täglich frisch präpariert und lassen somit keine Wünsche offen, zumal die Sonne aus einem wolkenlosen Himmel das Hochplateau in ein glitzerndes Winterwunderland verwandelt. Mehrere Schleifen, für die klassische und freie Lauftechnik gespurt, bieten sich an und lassen sich jederzeit auch miteinander kombinieren. So kommen auch ambitionierte Langläufer auf ihre Kilometer. Allzu euphorisch sollte man allerdings nicht loslegen, schließlich gilt es die Höhenlage zu berücksichtigen und die Loipen könnte man durchaus als herausfordernd bezeichnen.. „Dicesa impegnativa“- dieser Hinweis sollte ernst genommen werden. Folgt doch meist darauf eine steile, oft kurvenreiche Abfahrt die auch schon mal ein paar Serpentinen bereithält. Selbstredend geht es dafür auch schon bald ebenso wieder schweißtreibend bergauf. Auf rund 1550m liegt der tiefste Punkt, fast 2100m die höchste Stelle des Loipenverbunds -das rechtfertigt das Prädikat anspruchsvoll. Trotzdem gibt es immer wieder auch längere Abschnitte zum genussvollen Gleiten. Aber es ist März und ich habe fast 1000 Schneekilometer in den Beinen. Damit kommt man schon gut zurecht und auch längere Anstiege verlieren ihren Schrecken.


Meiner Frau dagegen fordern die Strecken dagegen einiges ab -genießen, nicht Keulen, ist ihr Motto. Und Recht hat sie, man sollte sich schon auch mal die Zeit nehmen anzuhalten, um das phantastische Dolomitenpanorama zu bewundern. Latemar, Rosengarten und Lagaroikette bilden eine grandiose Kulisse rundum. Am Besten lässt sich das natürlich bei einer Pause an einer der Almen, die an der Strecke liegen, tun. Typische Trentiner und Südtiroler Küche helfen dabei, das Kaloriendefizit wieder auszugleichen. Malga Costa – Liegalm, Malga Ora – Auerlegeralm, Malga Bel Riposo – Schönstattalm, wie die Namen schon vermuten lassen verläuft auf dem Hochplateau die Provinzgrenze zwischen Südtirol und dem Trentino. Um diese Jahreszeit ist es bereits ziemlich ruhig in den Spuren und die wenigen Langläufer verlieren sich fast in den weitläufigen Spuren. Nur zum Wochenende herrscht mehr Betrieb, kommen doch viele Loipenfans gerne hier herauf um ihrem Hobby nachzugehen.
Irgendwann wird auch der aktivste Langläufer müde. Wir fahren hinunter nach Varena oberhalb von Cavalese wo wir untergebracht sind. Bis zum Abendessen bleibt noch Zeit die müden Knochen zu pflegen. Ein, zwei Durchgänge in der Sauna beleben die Geister wieder, oder man legt die Beine in den letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse hoch. Dabei schweift der Blick auf die andere Talseite zur Alpe Cermis. Ein weißes Band zieht von der Mittelstation ins Tal herab. Erinnerungen werden wach und Bilder drängen sich in die Erinnerung. Unvergessen der Triumph von Tobias Angerer an eben diesem Anstieg bei der ersten Tour de Ski, und ebenso präsent die totale Erschöpfung von Petter Northug in diesem Jahr als er den heranstürmenden Lukas Bauer ziehen lassen musste. Der Anstieg wird allerdings nur zum Finale der Tour de Ski für Langläufer gespurt, und das ist gut so. Sonst müsste man ja mal …!
Fünf tolle Langlauftage liegen hinter uns. Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Heimweg. Vom Schnee in den Frühling, denn der kommt mit Macht ins Land. Unvergessen bleiben jedoch die Erinnerungen, und wer uns sieht wird unverkennbar jenes Leuchten in den Augen bemerken wenn der Name Val di Fiemme fällt. Ein rundum gelungener Saisonabschluß. Das motiviert, sich in der schneefreien Zeit fit zu halten, um im nächsten Winter wieder dabei sein zu können. Unser besonderer Dank gilt natürlich dem Tourismusverband Fleimstal und der Redaktion von XC-Ski – sie haben uns dieses Erlebnis ermöglicht.

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