Biathlon-Elite beim Blink Festival 2026 - V. S. Christiansen feiert Doppelsieg - xc-ski.de Langlauf

Biathlon-Elite beim Blink Festival 2026 – V. S. Christiansen feiert Doppelsieg

Beim ersten internationalen Sommerbewerb 2026 auf Rollski trafen sich viele aus dem Biathlon Weltcup bekannte Skijäger im norwegischen Sandnes zum Blink Festival und einer ersten Standortbestimmung. Nach einem Schießduell stand ein Supersprint auf dem Programm und zum Abschluss Massenstartrennen. Ein Team aus Österreich ging an den Start, für Deutschland und Italien passte der Termin nicht in die Saisonvorbereitung. Vetle Sjaastad Christiansen setzte mit Siegen in Supersprint und Massenstart ein Ausrufezeichen. Auch ein Björndalen sorgte am Schießstand für Aufsehen. 

Erster internationaler Termin der Biathlon-Elite

Elvira Oeberg (SWE) © BLINK/Hans Lie

Neben einem großen Team aus Norwegen waren die Top-Stars aus Frankreich, drei Schwedinnen, Teams aus Lettland und Polen, ein Grönlander, ein Däne und aus Österreich Anna Gandler,  Anna Andexer, Anna Juppe, Lea Rothschopf und Tamara Steiner bei den Damen sowie Lukas Haslinger, Patrick Jakob, Thomas Marchl und Dominic Unterweger bei den Herren gemeldet. Das italienische Biathlon-Team bereitet sich während des Blink Festivals in Obertilliach und in dem bereits wieder so weit hergestellten Stadion in Antholz auf die kommende Saison vor. Sie haben ihre Vorbereitung etwas später begonnen und befürchteten zum Blink-Termin noch nicht in wettkampftauglicher Verfassung zu sein, wie Fondo Italia von Klaus Höllrigl, Technischer Direktor bei den italienischen Biathleten, erfuhr. Neben der Olympiasiegerin Lisa Vittozzi fehlt aber auch die Gesamtweltcupsiegerin Lou Jeanmonnot. Da die Teilnahme den Skijägern aus dem französischen Team freigestellt ist, verzichtete Jeanmonnot bewusst auf einen Start. Wie der französische Sportdirektor Stephane Bouthiaux dem Nordic Magazine erklärte „Sie möchte nicht gleich wieder eine Startnummer anziehen und Anfang August eine weite, lange Reise auf sich nehmen“. Auch für das deutsche Nationalteam passten die Wettkämpfe nicht in das Vorbereitungsprogramm. Für das gesamte DSV-Team findet parallel ein Trainingslager am WM-Ort 2027 in Otepää statt, in erster Linie um die Strecken des bisher noch weniger bekannten Austragungsorts zu erkunden.

  

Björndalen bester Schütze

Sivert Bjoerndalen (NOR), Oceane Michelon (FRA), (r-l) © BLINK/Hans Lie

Lange bestimmte der Name Björndalen die Biathlon-Welt. Dabei handelte es sich allerdings um den Ausnahme-Athleten Ole Einar Björndalen. Beim Schießduell im norwegischen Sandnes setzte sich nunmehr wieder ein Björndalen durch, nämlich Sivert Björndalen. Er ist der Sohn von Ole Einars Bruder Dag und damit sein Neffe. Der 23jährige Sivert trat bisher lediglich in der Saison 21/22 bei der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft in Soldier Hollow mit mäßigem Erfolg international auf. Nun hat er sich in Sandnes den Titel „bester Schütze“ geholt und dabei Olympiasieger und Weltmeister hinter sich gelassen. Im Schießbewerb geht es darum mit geschultertem Gewehr im stehenden Anschlag so schnell wie möglich fünf Ziele weiß werden zu lassen, wobei Ersatzpatronen verwendet werden dürfen. Die 50 Teilnehmerinnen bei den Damen wurden in vier, die 53 Herren in fünf Gruppen eingeteilt. Die jeweils Besten aus den einzelnen Runden qualifizierten sich für das Semi-Finale und wiederum die Besten draus standen im Finale. Der Österreicher Dominic Unterweger war Erster in seiner Gruppe, war auch Sieger in seinem Semi-Finale, wo er Emilien Claude, Sverre Dahlen Aspenes und auch den späteren Sieger Björndalen hinter sich ließ. Im Finale benötigte er als Sechster 7,8 Sekunden mehr als der Sieger. Hinter Sivert Bjönrdalen musste sich Sturla Holm Laegreid mit einem Rückstand von 2,8 Sek. mit Rang zwei begnügen und Dritter (+ 6 Sek.) wurde der beste Schütze des letzten Jahres, Martin Uldal.
Bei den Damen kamen die Österreicherinnen Tamara Steiner, Lea Rothschopf und Anna Andexer in die zweite Runde, wo sich schließlich Lea Rothschopf für das Finale qualifizierte. Siegerin bei den Damen wurde mit einer eindrucksvollen Vorstellung am Schießstand die Französin Oceane Michelon vor der 22jährigen Norwegerin Pernille Alexandra Rud (+1,9 Sek.). Dritte wurde Justine Braisaz-Bouchet knapp vor Elvira Oeberg  und mit Camille Bened, Jeanne Richard und Julia Simon folgten drei weitere Französinnen. Im Superfinale wo die siegreiche Dame gegen den siegreichen Herren antritt, räumte Sivert Björndalen seine fünf Scheiben in nur 12 Sekunden ab und konnte es selbst gar nicht fassen, was ihm da gelungen ist. Michelon unterbrach sogar ihr Schießen um dem Sieger als bestem Schützen zu gratulieren. 

Oceane Michelon und Emilien Claude gewinnen die Quali zum Supersprint

Elvira Oeberg (SWE) © BLINK/Hans Lie

Dem eigentlichen Super-Sprint-Rennen gingen Qualifikationsbewerbe voraus, in denen sich 14 Starter für das Hauptrennen qualifizieren konnten. Wie schon in den Vorjahren wurden zuvor Wildcards vergeben, bei den Herren an Eric Perrot, Sturla Holm Laegreid, Johan-Olav Botn, Vetle Sjaastad Christiansen, Johannes Dale-Skjevdal, Martin Uldal und Einar Hedegart, also insgesamt sieben und bei den Damen sechs, an Julia Simon, Oceane Michelon, Marthe Kraakstad Johansen, Karoline Offigstad Knotten, Ingrid Landmark Tandrevold und Elvira Oeberg. Oceane Michelon sicherte sich den Sieg mit einem Schießfehler vor Julia Simon, die ebenfalls eine Scheibe im zweiten Anschlag verfehlte. Bei den Herren siegte Emilien Claude, der in jedem Anschlag eine Scheibe verfehlte, mit knappem Vorsprung von 1,4 Sekunden vor Eric Perrot, der allerdings mit drei Schießfehlern belastet war. Martin Nevland lag acht Sekunden hinter dem Sieger (2 Fehler) und nur 0,4 Sekunden dahinter reihte sich Sturla Holm Laegreid mit makelloser Schießbilanz ein.  

Französischer Doppelerfolg bei den Damen im Supersprint

Marthe Krakstad Johansen (NOR), Oceane Michelon (FRA), Julia Simon (FRA) © Trine Nessler Wichmann

Die 14 Athletinnen hatten fünf kurze Runden auf Rollski durch Sandnes zu drehen und dazwischen vier Schießeinlagen, zwei liegend und zwei stehend, zu absolvieren. Julia Simon übernahm nach dem ersten Schießen die Führung mit knappem Vorsprung vor Oceane Michelon und Natalia Sidorowicz. Zum zweiten Anschlag kam Michelon auf Schießbahn eins zum Anschlag und baute ihre Führung nach fünf Treffern aus. Die Polin Jakiela arbeitete sich durch eine Null auf die zweite Position nach vorne, dicht gefolgt von der Norwegerin Marthe Kraakstad Johansen und Julia Simon. Richtung drittes Schießen hatten die Verfolgerinnen zwar etwas zu Michelon aufgeschlossen, die aber mit der Null mit nahezu 20 Sekunden Vorsprung in die nächste Runde einbog. Ihre Verfolgerinnen kreiselten in der Strafrunde, aber Jakiela konnte mit nur einem Schießfehler die zweite Position behaupten. Beim entscheidenden Schießen stand Michelon allein am Schießstand und machte es noch einmal spannend, als der vorletzte Schuss nicht ins Ziel kam. Sie war bereits in die Strafrunde eingebogen als die Verfolgerinnen sich zum Schießen bereit machten. Jakiela verfehlte zwei Scheiben, Johansen räumte ab und zeitgleich mit ihr Julia Simon. Johansen kam 15,5 Sekunden hinter der führenden Michelon zurück in die Spur und nur 0,5 Sek. dahinter, also an den Rollerenden der Norwegerin, machte sich Simon auf die Schlussrunde. Dahinter war der Abstand für Jakiela bereits zu groß um noch in den Kampf um einen Podestplatz eingreifen zu können. Während Michelon dem Sieg entgegen fuhr, entbrannte dahinter ein Zweikampf um die Platzierungen. Am letzten kleinen Anstieg scherte Simon aus und zog mit kräftigen Schüben an der Norwegerin vorbei. Julia Simon brachte den zweiten Platz (+16 Sek.) ins Ziel vor Marthe Kraakstad Johansen (+ 18,7 Sek.). Johansen war damit die beste Norwegerin – ihre Teamkolleginnen belegten die Platzierungen acht bis 14. „Es ist ein guter Tag für mich und ich bin sehr glücklich,“ sagte Oceane Michelon nach ihrem Sieg im NRK. 

Spannender Schlusssprint – Knappes Herrenpodest

Emilien Claude (FRA), Vetle Sjaastad Christiansen (NOR), Eric Perrot (FRA) © Trine Nessler Wichmann

Für die Herren war die Strecke dieselbe wie zuvor bei den Damen und auch der Modus blieb gleich. Eric Perrot und Martin Uldal übernahmen nach fünf Treffern im ersten Anschlag die Führung, Sturla Holm Laegreid folgte als Nächster nach einer ersten fehlerfreien Schießeinlage. Mit kleinem Vorsprung kamen die beiden zum zweiten Liegendanschlag und machten sich nebeneinander bereit. Uldal begann mit Fehler, auch Perrot ließ eine Scheibe stehen, agierte schneller und war vor Uldal in die Strafrunde eingebogen. Während die beiden kreiselten übernahm Lagreid die Führung, aber nur 0,4 Sekunden hinter ihm kam bereits Perrot zurück. Christiansen schob sich mit fünf Treffern nach vorne und zusammen mit Martin Uldal nahm er nur 0,5 Sekunden hinter Laegreid die Verfolgung auf. Laegreid verlor die Führung nach einem Stockbruch und Uldal kam als Erster zum ersten Stehendanschlag, zusammen mit Vetle Sjaastad Christiansen und Eric Perrot. Uldal verfehlte drei Scheiben, Perrot und Christiansen jeweils nur eine und der Franzose übernahm erneut die Spitzenposition. Als Führender kam er schließlich auch zum entscheidenden Anschlag. Knapp hinter ihm waren auch Emilien Claude und V. S. Christiansen schussbereit. Perrot verfehlte gleich die erste Scheibe und ließ vier Treffer folgen. Christiansen und E. Claude agierten schnell, hielten sich schadlos und neben ihnen hat Sturla Holm Laegreid mit zwei Schießfehlern eine Spitzenposition vergeben. Emilien Claude hatte eingangs der Schlussrunde nur 0,2 Sekunden Vorsprung vor dem aus der Strafrunde einbiegenden Eric Perrot. Der Rückstand von V. S. Christiansen auf der dritten Position betrug ebenfalls nur 0,2 Sekunden. Christiansen und Perrot schoben sich schnell an Claude vorbei und wechselten sich an der Spitze ab. Christiansen setzte sich schließlich im Schlusssprint durch, Perrot kam nicht mehr an ihm vorbei und musste sich mit 0,4 Sekunden Rückstand mit Rang zwei zufrieden geben, gefolgt von seinem Teamkollegen Emilien Claude mit einem Rückstand von 0,6 Sekunden zum Sieger auf dem dritten Platz. V. S. Christiansen hatte sich offensichtlich in der Qualifikation im Hinblick auf seine Wildcard einige Körner für das Finale gespart, denn er kam dort, obwohl er zwei Mal die Null brachte, mit einem Rückstand von 53,9 Sek. als Vierzigster ins Ziel.  

Elvira Oeberg siegt im Massenstart der Damen

Elvira Oeberg (SWE) © BLINK/Hans Lie

Die 14 startberechtigten Damen qualifizierten sich aus 40 Teilnehmerinnen in drei Vorläufen, erst für das Semi-Finale und daraus für das Finale des Massenstarts der Damen. Julia Simon entschied das erste Semifinale für sich vor Elvira Oeberg, Karoline Offigstad Knotten und Justine Braisaz-Bouchet. Im zweiten überquerte Jeanne Richard als Erste die Ziellinie vor Silje Berg-Knutsen, Oceane Michelon und Gro Randby. Sie waren fix im Finale und über die Lucky-Looser-Regelung schafften es Elza Bleidele, Joanna Jakiela, Karoline Erdal, Une Kvelvane, Tamara Steiner und Martha Krakstad Johansen. Elvira Oeberg setzte sich nach dem vierten Schießen deutlich an die Spitze, hatte 9,6 Sekunden Vorsprung vor der fehlerfrei gebliebenen Julia Simon und 19,2 Sekunden später bog Karoline Offigstad Knotten in die Schlussrunde ein. Die Schwedin brachte den Sieg (2 Fehler) sicher ins Ziel, Julia Simon (3 Fehler) sicherte sich Platz zwei vor der Norwegerin Knotten (3 Fehler) auf dem dritten Rang. Tamara Steiner (3 Fehler) wurde Sechste und hatte im Ziel einen Rückstand von 40,3 Sekunden auf die siegreiche Elvira Oeberg.  

Auch im Massenstart: V. S. Christiansen gewinnt vor Eric Perrot

Vetle Sjaastad Christiansen (NOR) © Trine Nessler Wichmann

14 Herren von 49 Teilnehmern qualifizierten sich in vier Vorläufen, wie bei den Damen zuvor erst für das Semi-Finale- und die besten daraus für das Finale des Massenstarts der Herren. Die jeweils vier Bestplatzierten aus den Vorläufen waren für das Finale qualifziert, nämlich Vetle Sjaastad Christiansen, der im ersten Semi siegte vor Gregor Galica, Eric Perrot und Kaspar Kalkenberg. Das zweite Semi entschied der Österreicher Dominic Unterweger für sich vor Emilien Claude, dem weiteren Österreicher Patrick Jakob und Martin Uldal. Über die Laufzeit als Lucky Looser reihten sich in der Startreihe dahinter Sturla Holm Laegreid, Johannes Dale-Skjevdal, Emil Skjellberg, der dritte Österreicher Lukas Haslinger, Oskar Lombardot und Renars Birkentals ein. Der vom Langlauf wieder zum Biathlon zurückgewechselte Einar Hedegart durfte über eine Wildcard im Semifinale starten, konnte sich dort aber nicht für das Finale qualifizieren. V. S. Christiansen übernahm nach fünf Treffern im ersten Anschlag deutlich die Führung, blieb trotz eines Fehlschusses im zweiten Anschlag an der Spitze, da auch seine engsten Kontrahenten nicht fehlerfrei blieben. Der Norweger war schnell unterwegs und konnte in der Runde seinen Vorsprung auf Emilien Claude ausbauen. Auch im dritten Anschlag unterlief ihm ein Fehler, aber auch Claude und Dale-Skjevdal, die neben ihm agierten, mussten eine Strafrunde drehen. Zum entscheidenden Anschlag bog Emilien Claude als Erster in den Schießstand ein, gefolgt von Uldal, Christiansen, Kalkenberh und Perrot. Alle trafen sich in der Strafrunde wieder, keiner blieb ungeschoren und es musste sich auf der Schlussrunde entscheiden. Perrot kam als Erster zurück in die Spur, hinter ihm Christiansen und dann Laegreid. Christiansen blieb erst an Perrot dran um am letzten Anstieg an ihm vorbeizuziehen. Vetle Sjaastad Christiansen (3 Fehler) erreichte das Ziel eine Sekunde vor dem Franzosen (5 Fehler). Eric Perrot wurde im Massenstart letztes Jahr ebenfalls Zweiter, damals hinter Martin Uldal. Sturla Holm Laegreid (3 Fehler, + 5 Sek.) komplettierte das Massenstart-Podest 2026 auf dem dritten Rang. Dominic Unterweger (2 Fehler) hatte im Ziel einen Rückstand von 19,1 Sekunden und belegte den achten Rang, Patrick Jakob und Lukas Haslinger die Plätze elf und zwölf (jeweils 6 Fehler).     

Alle Biathlon-Ergebnisse des Blink Festivals 2026 sind hier zusammengefasst.

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