Biathlon-Kurznews: Jacquelin wechselt zum Radsport, Giacomel kämpft sich zurück, private Glücksmomente - xc-ski.de Langlauf

Biathlon-Kurznews: Jacquelin wechselt zum Radsport, Giacomel kämpft sich zurück, private Glücksmomente

Der französische Olympiasieger Emilien Jacquelin wechselt vorübergehend zum Radsport, Italiens Hoffnungsträger Tommaso Giacomel lässt einen schwierigen Sommer hinter sich und neben Hanna Oeberg verabschiedet sich auch Anamarija Lampic in eine Babypause. Unterdessen gibt es im Hause Oeberg noch weiteren Grund zum Feiern.  

Radsport statt Biathlon

Emilien Jacquelin (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Über eine Videobotschaft des französischen Skiverbands hat der Biathlon-Olympiasieger Emilien Jacquelin bekannt gegeben, dass er für die anstehende Saison komplett zum Radsport wechseln wird. Seit Anfang Mai hat er beim Radsport-Nachwuchsteam Decathlon-CMA CGM ein Praktikum absolviert und nun entschieden, die kommende Saison auszusetzen und 2027 vorerst im Radsport statt im Biathlon an den Start zu gehen. Dabei begann sein Ausflug auf den Asphalt im Mai mit einem herben Rückschlag: Bei einem Sturz während einer Trainingsfahrt zog er sich eine Schlüsselbeinfraktur zu. Nach ersten Einheiten auf dem Hometrainer kehrte er jedoch nur wenige Wochen später zurück ins Straßentraining. Bei seinen ersten offiziellen Radrennen leistete er enorme Helferdienste und bestätigte auch, dass er im Profibereich mithalten kann. In der Videobotschaft sagte er: „Wir hatten vereinbart, uns Mitte September beim Trainingslager der französischen Nationalmannschaft zusammenzusetzen, um zu sehen, ob ich für die Wintersaison zurückkehre oder nicht. Ich habe nun die Entscheidung getroffen, in den kommenden Monaten beim Radsport zu bleiben und folglich den nächsten Winter nicht mit dem Biathlon-Team zu bestreiten.“

Trainer hoffte auf Rückkehr

Simon Fourcade (FRA), coach team France © Thibaut/NordicFocus

Sein Trainer Simon Fourcade gab gegenüber dem Portal Nordicmag an, dass er bis zuletzt auf die Rückkehr Jacquelins gehofft hat. „Wir werden ihn mit Sicherheit vermissen,“ so Fourcade, der gleichzeitig betonte, dass das französische Team stark genug sei, um auch ohne ihn ganz vorne mitzulaufen. Durch Jacquelins Pause wird ein Platz im französischen Weltcupaufgebot der Männer frei. Junge Nachwuchstalente oder Athleten aus dem französischen B-Kader erhalten dadurch eher eine Chance auf einen Weltcupstart. Die Biathlon-Karriere von Emilien Jacquelin ist damit allerdings nicht endgültig beendet, sein langfristiges Ziel im Biathlon bleiben weiterhin die Olympischen Winterspiele 2030, die in den französischen Alpen stattfinden. Erst im Februar 2026 holte Jacquelin bei den Olympischen Winterspielen in Antholz Gold mit der Staffel und Bronze in der Verfolgung. „Die Geschichte mit dem Biathlon ist damit aber nicht vorbei. Das große Ziel bleiben die Olympischen Spiele 2030. Heute ist der Weg, den ich einschlage, zwar ein anderer und speziell, aber ich spüre, dass er genau dem entspricht, worauf ich Lust habe. Ich möchte die Regler im Radsport jetzt wirklich bis zum Maximum aufdrehen, um zu sehen, wie weit ich mich in diesem Umfeld weiterentwickeln kann. Ich verfolge die Ergebnisse der Kollegen im Trainingslager und bei internationalen Wettkämpfen aber natürlich weiter. Ich hoffe, dass ich beim Weltcup in Le Grand-Bornand dabei sein kann – dieses Mal eben auf der anderen Seite der Strecke, um das Team anzufeuern.“ 

Tommaso Giacomel brennt auf den Weltcup-Auftakt

Tommaso Giacomel (ITA) © Thibaut/NordicFocus

Der 26jährige Italiener Tommaso Giacomel blickt auf ein extrem turbulentes und emotionales Jahr 2026 zurück. Die große Zukunftshoffnung der Italiener wurde durch gesundheitliche Rückschläge radikal ausgebremst. Erst das Drama bei den Olympischen Winterspielen im Februar in Antholz, als er im Massenstart auf Goldkurs lag und das Rennen wegen extremer Atemnot abbrechen musste. Später wurde ein Herzfehler diagnostiziert und eine Herz-OP folgte. Seine bis dahin überragende Saison, in der er sogar zeitweise das Gelbe Trikot getragen hatte und um den Gesamtweltcup kämpfte, musste er vorzeitig beenden. Nachdem er sich im Frühjahr mühsam wieder zurück gekämpft hatte, folgte im Juni ein weiterer Tiefschlag: Eine schwere Schulterverletzung zwang ihn zu einer erneuten wochenlangen, absoluten Pause. In der wichtigen Vorbereitungsphase verpasste er insgesamt zwei Trainingsmonate und konnte weder an den Trainingslagern in Norwegen noch an den italienischen Meisterschaften teilnehmen. Erst jetzt stieg Giacomel beim Trainingslager in Antholz wieder voll in das Mannschaftstraining ein. „Mir fehlen zwei komplette Trainingsmonate, das kann ich so schnell nicht aufholen. Dennoch freue ich mich riesig auf den nächsten Weltcup-Winter,“ so Giacomel gegenüber SportNews.bz. Am Gewehr fühlt sich der Italiener aber unverändert stark. „In dieser Hinsicht hat sich nichts geändert. Alles ist genau wie vorher. Ich musste lediglich ziemlich lang warten, bis ich wieder mit dem Schießen beginnen konnte, vor allem im Liegendanschlag,“ so der Biathlet gegenüber Fondo Italia, und dort weiter: „Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich das Gefühl, kein konkretes Ziel haben, weil ich zu diesem Zeitpunkt der Saison weiter im Rückstand bin als sonst. Es wird sicher eine unvorhersehbare Saison.“ 

Nachwuchsfreuden

Unterdessen gibt es abseits der Strecke wunderschöne private Neuigkeiten. Hanna Oeberg erwartet zusammen mit ihrem Partner Martin Ponsiluoma das erste gemeinsames Kind (wir berichteten). Die Olympiasiegerin hatte bereits vor Wochen bekanntgegeben, dass sie die komplette Saison 2026/27 aussetzen wird. Nun zog auch Anamarija Lampic nach: Die slowenische Biathletin und ehemalige Weltklasse-Langlauf-Sprinterin verkündete in den sozialen Medien ihre Schwangerschaft und wird die anstehende Wintersaison 2026/27 ebenfalls verpassen.     

Bei Familie Oeberg in Schweden gibt es jedoch nicht nur Nachwuchsfreuden, sondern auch Hochzeitspläne. Hannas jüngere Schwester, Elvira Oeberg, hat sich verlobt. Auf Instagram postete die Gesamtweltcup-Dritte ein Foto von sich und ihrem Partner, dem ehemaligen Biathleten, Oskar Brandt. Stolz zeigen die beiden ihre Ringe an der rechten Hand. Elvira kommentierte den Schnappschuss schlicht mit den Worten „Du und ich“ und erntete dafür in kürzester Zeit zahlreiche Glückwünsche aus der gesamten internationalen Biathlon-Familie.

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