Mit Laura Dahlmeier zieht posthum eine unvergessene Sympathieträgerin des Wintersports in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ ein. Damit wächst die Ruhmeshalle auf 142 Mitglieder. Die Stiftung deutsche Sporthilfe würdigt damit eine Athletin deren bleibendes Vermächtnis weit über den Medaillenspiegel hinausreicht.
Eine Ehre für die Ewigkeit
Ein Jahr nach ihrem tragischen Unfalltod im Karakorum-Gebirge wird der zweimaligen Biathlon-Olympiasiegerin, der siebenfachen Weltmeisterin und Gewinnerin des Biathlon-Gesamtweltcups Laura Dahlmeier posthum große Ehre zuteil. Sie wurde von der Jury in die von der Sporthilfe initiierte „Hall of Fame des deutschen Sports“ gewählt. Neben ihr wurden auch der Olympiasieger und Weltmeister im Kunstturnen Fabian Hambüchen, Deutschlands erfolgreichster Skirennläufer im alpinen Weltcup, Felix Neureuther, sowie die Doppel-Olympiasiegerin und frühere Weltrekordhalterin im Schwimmen, Britta Steffen, ausgewählt. Die virtuelle Ruhmeshalle wächst damit auf 142 herausragende Sportpersönlichkeiten an. Die offizielle Aufnahmefeier findet am 26. November 2026 bei PwC Deutschland in Frankfurt/Main statt.
Wie Laura Dahlmeier Erfolg und Freiheit vereinte
Laura Dahlmeier war weit mehr als eine Ausnahmesportlerin – sie war eine Persönlichkeit, die durch ihre tiefe Bodenständigkeit und Authentizität bestach. Trotz zweier Olympiasiege und sieben WM-Titeln verlor sie nie die Bodenhaftung. Ihr Lebensantrieb war nicht das Scheinwerferlicht, sondern eine ausgeprägte Naturverbundenheit. Als sie 2019 mit nur 25 Jahren ihre Biathlon-Karriere beendete, folgte sie konsequent ihrer Sehnsucht nach Freiheit. Diese Zielstrebigkeit bewies sie auch abseits der Loipe: Sie absolvierte die extrem anspruchsvolle Ausbildung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin. Als ambitionierte Bergsteigerin machte sie sich einen Namen und wurde hochgeschätzt von vielen Bergsteigerkolleginnen und -kollegen. In den Bergen bewegte sie sich mutig, aber mit tiefem Respekt vor den Kräften der Natur. Sie ging konsequent ihren eigenen Weg und blieb sich dabei bis zuletzt selbst treu. Daneben war sie nach ihrem Rücktritt als Biathletin für das ZDF als Expertin aktiv.
Ein Vorbild an mentaler Stärke
Wenn Wegbegleiter an Laura Dahlmeier denken, fällt meist ein Begriff sofort: mentale Stärke. Am Schießstand und auf der Strecke strahlte sie in den entscheidenden Momenten eine unerschütterliche Gelassenheit gepaart mit unglaublichem Siegeswillen aus. Doch was sie wirklich zu einer Ausnahme-Persönlichkeit reifen ließ, war ihre Art. Sie war bescheiden und frei von Starallüren. Ihr Mut und ihr Ehrgeiz endeten nicht mit ihrem Rücktritt vom Biathlon-Leistungssport. Laura Dahlmeier bezwang extreme Gipfel und lebte ihre Freiheitsliebe als Bergführerin und Mitglied der Bergwacht aus. Trotz ihrer historischen Erfolge blieb sie bodenständig und mit einem klaren Blick für das, was im Leben wirklich zählt. Der Unfall und ihr tragischer Tod im Juli 2025 mit 31 Jahren am Laila Peak in Pakistan hinterlässt eine tiefe Lücke. Dass sie nun posthum in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen wird, unterstreicht, dass ihr Erbe weit über die Medaillen hinausreicht und bewahrt ihr Andenken. Es ist die Erinnerung an eine Frau, die Erfolg mit Demut und Leidenschaft lebte.
„Bodenständig und nahbar“
Die emotionalen Worte ihrer langjährigen Zimmerpartnerin Maren Hammerschmidt machen deutlich, wie tief die Spur ist, die Laura Dahlmeier hinterlässt. Die frühere Staffel-Weltmeister-Kollegin hat die Aufnahme mit persönlichen Worten verkündet: „Wenn ich an Laura denke, denke ich vor allem an einen Menschen, der immer seinen eigenen Weg gegangen ist und sich trotz allem immer treu geblieben ist. Ich durfte sie lange Zeit als Zimmerkollegin, Konkurrentin, aber vor allem als Freundin begleiten. Und das sind die Momente, die mir besonders in Erinnerung bleiben. Sie war ein unglaublich ehrgeiziger, fokussierter und zielstrebiger Mensch, aber auf der anderen Seite halt auch einfach: die Laura – bodenständig und nahbar, genau das hat sie für mich ausgemacht. Sie hatte immer den Mut, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, auch dann, wenn sie vielleicht nicht jeder verstanden hat. Genau das macht sie für mich zu einer echten Ausnahme-Persönlichkeit. Nicht nur ihre Erfolge, sondern die Art, wie sie den Sport und die Menschen in ihrem Umfeld geprägt hat. Deswegen gehört Laura für mich ganz selbstverständlich in die „Hall of Fame“ und ich freue mich wirklich sehr, dass sie diese besondere Anerkennung bekommt.“
(Quelle: u.a. PM Stiftung Deutsche Sporthilfe)