Johannes Dale-Skjevdal ist Olympiasieger im Massenstart. Mit zwanzig Treffern gewinnt er bei den olympischen Winterspielen 2026 in Antholz verdient die Goldmedaille vor Sturla Holm Laegreid. Philipp Horn zieht nach großem Kampf um die Bronzemedaille auf der letzten Runde den Kürzeren gegen Quentin Fillon Maillet und erntet den undankbaren vierten Platz.
Letzte Medaillenjagd im Massenstart
Der Massenstart ist der letzte Wettkampf im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2026, wo die Herren in Antholz um Medaillen kämpfen. Bisher gab es im Weltcup in dieser Saison zwei Massenstarts. Den ersten in Annecy Le Grand Bornand gewann der Italiener Tommaso Giacomel. Er kam als großer Medaillenfavorit nach Antholz, seinem Heimstadion. Bisher errang der Hoffnungsträger, mit Ausnahme von Silber zu Beginn der Spiele im Massenstart, keine Einzelmedaille. Bislang konnte er allerdings dem Druck vor heimischen Fans nicht standhalten und im Massenstart bleibt ihm die letzte Chance. Den zweiten Massenstart in Nove Mesto na Morave entschied der Franzose Eric Perrot für sich. Er führt in dieser Disziplin der Weltcupwertung. Perrot ist bereits mit zwei Goldmedaillen dekoriert, nachdem er Teil der siegreichen Mixed-Staffel und auch der Herren-Staffel war. Im Einzel erreichte er mit Silber bereits eine Einzelmedaille. Im starken Team der Norweger reichte es nicht aus, auf einem Platz unter den Top-15 in der Gesamtweltcupwertung zu den Olympischen Winterspielen zu kommen und damit automatisch für den Massenstart qualifiziert zu sein. Martin Uldal wäre als 13. zwar über die Top-15 der Gesamtweltcupwertung für den Massenstart qualifiziert, aber nachdem jede Nation nur vier Startplätze zur Verfügung hat und Johan-Olav Botn, Vetle Sjaastad Christiansen, Sturla Holm Laegreid über die Medaillen und Johannes Dale-Skjevdal im Gesamtweltcup als Sechster vor ihm platziert ist, fiel er raus, ebenso Isak Frey, der derzeit auf Rang 15 der Gesamtweltcupwertung rangiert. Das volle Kontingent mit vier Startern brachte nur Finnland, Frankreich und Norwegen an den Start. Jeweils drei Athleten kommen aus Deutschland, Italien, Schweiz und Schweden, zwei aus Tschechien und der Ukraine. Jakov Fak, der nach der olympischen Saison seine Karriere beendet, hat sich für Slowenien qualifiziert und mit Campbell Wright ein Athlet aus den USA. Bei den olympischen Winterspielen 2022 in Peking wurde Johannes Thingnes Boe Olympiasieger im Massenstart und bei der letzten WM 2025 holte sich Endre Stroemsheim (NOR) in Lenzerheide den Titel.
Jacquelin übernimmt Führung
Mit hohem Speed begann vor allem der aktuelle Olympiasieger in der Verfolgung, Martin Ponsiluoma, das Massenstartrennen der Herren über 5 x 3 Kilometer. Aufgereiht hielten sich die Verfolger bis zur Huber-Alm hinter ihm und dann übernahm beim folgenden Anstieg Quentin Fillon Maillet die Spitzenposition bis zum Schießstand. Emilien Jacquelin ging mit einer schnellen Schießeinlage im ersten Liegendanschlag volles Risiko, traf alles und übernahm die Führung vor Otto Invenius aus Finnland, Vetle Sjaastad Christinsen und dem Italiener Tommaso Giacomel. Die drei Deutschen hielten sich schadlos, wobei in der Runde Philipp Nawrath der Schnellste von ihnen war, allerdings am Schießstand die längste Zeit für seine fünf Treffer benötigte. Auf der Runde zum zweiten Schießen baute der Franzose seinen Vorsprung vor Laegreid, Christiansen und Dale-Skjevdal auf 19,3 Sekunden aus.
Auf Spitzenposition folgt Rennaufgabe
Emilien Jacquelin lag auf Schießbahn eins und kassierte bei erneut hohem Risiko eine Strafrunde. Seine Verfolger arbeiteten konzentriert und Tommaso Giacomel kam als Erster in die Spur zurück, zeitgleich gefolgt von Laegreid, der fehlerfrei blieb, und Emilien Jacquelin, der in der Runde Bestzeit lief und auch am Schießstand am Schnellsten agierte. Aus dem deutschen Team blieb nur Philipp Horn fehlerfrei und bog als Achter mit einem Rückstand von 12,9 Sekunden in die Spur. Große Besorgnis herrschte um Tommaso Giacomel, der schnell mit großem Rückstand weit zurückfiel und offensichtlich mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Erst lief Johannes Dale-Skjevdal ganz vorne vor Jacquelin, dann übernahm Laegreid die Führungsarbeit und Dale-Skjevdal hielt sich an seinen Skienden. Quentin Fillon Maillet, der bereits eine Strafrunde in den Beinen hatte, lief wieder an die führende Gruppe heran und Giacomel musste das Rennen tatsächlich aufgeben. Einem Betreuer zeigte er während der Runde mit einer Handbewegung zur linken Brustseite, dass er offensichtlich dort extreme Schmerzen verspürte, die ihm ein Weiterkämpfen unmöglich machten. Wie fondoitalia berichtete, „gab der Verband nach dem Rennen bekannt, dass Giacomel, der aufgrund einer leichten Erkrankung kurzzeitig aufgeben musste, umgehend vom Mannschaftsarzt behandelt wurde. Es geht ihm inzwischen besser und er kann sich selbstständig bewegen. Weitere Informationen sollten folgen.“
Dale-Skjevdal geht an die Spitze
Bei extrem tänzelnden Windfahnen war der erste Stehendanschlag zu absolvieren, bei dem Emilien Jacquelin schnell schoss, aber vier Scheiben verfehlte und sich damit um jegliche Chancen brachte. Johannes Dale-Skjevdal blieb mit der Null in Führung und Philipp Horn schaffte eine dritte fehlerfreie Serie. Mit nur 11,4 Sekunden Rückstand hinter dem Norweger verließ er den Schießstand als Zweiter und hatte einen Vorsprung von zehn Sekunden auf Sturla Holm Laegreid. Philipp Nawrath lief in der Runde zweite Zeit hinter Fillon Maillet und nach einer Strafrunde, der zweiten bereits, sortierte er sich mit einem Rückstand von 51,4 Sekunden als Siebter ein. In der Loipe gab Dale-Skjevdal anschließend richtig Gas, verdoppelte seinen Vorsprung auf Philipp Horn, an den Laegreid bis auf 5,2 Sekunden herangelaufen und beim Schießstand zum letzten Anschlag an Horn vorbeigezogen war. Philipp Nawrath dahinter hielt seinen Abstand nach vorne konstant an der siebten Position.
Gold und Silber scheinen vergeben – wer holt Bronze?
Johannes Dale-Skjevdal räumte auch im entscheidenden Schießen ab, während Sturla Holm Laegreid, Philipp Horn und Quentin Fillon Maillet zeitgleich am Schießstand bereit waren. Philipp Horn war zwar zuerst fertig, musste allerdings eine Strafrunde drehen, ebenso Fillon Maillet. Sturla Holm Lagreid traf seine fünf Scheiben und mit 20,9 Sekunden Rückstand bog er als Zweiter in die Schlussrunde. Weitere 23,6 Sekunden dahinter kam Philipp Horn auf der dritten Position aus der Strafrunde zurück, aber der starke Fillon Maillet sortierte sich nach nun mittlerweile vier Strafrunden nur 6,3 Sekunden hinter dem Deutschen ein. Philipp Nawrath verfehlte drei Scheiben, aber nachdem im letzten Anschlag viele strauchelten, blieb er mit einem Rückstand von über zwei Minuten auf dem sechsten Rang. Bei der ersten Zwischenzeit auf der Schlussrunde wurde der Abstand von Laegreid zum Führenden etwas mehr und Fillon Maillet hatte sich an Philipp Horn herangeschoben. Gold und Silber schien vergeben, aber der Franzose kämpfte um Bronze gegen Philipp Horn. Der Angriff war auf dem Anstieg zur Huber-Alm zu erwarten und dabei dürfte es darauf ankommen, wer die größeren Reserven hat. Mit starkem Antritt schob sich Fillon Maillet an dem Deutschen vorbei und Horn musste auch gleich abreißen lassen, er kam nicht mehr in den Windschatten des Franzosen. Die Körpersprache des Franzosen war eindeutig, er wollte dieses letzte Podium erreichen. Horn gab nicht auf und versuchte immer noch an den Franzosen heranzulaufen, während an der Spitze Dale-Skjevdal als Olympiasieger im Massenstart die Ziellinie überquerte. Sturla Holm Laegreid holte sich Silber und Fillon Maillet komplettierte das Podest auf dem Bronzerang. Philipp Horn hat gekämpft, auf der Strecke alles gegeben und musste sich schließlich mit dem Blechrang zufrieden geben. Fillon Maillet lief die schnellste Schlussrunde.
Johannes Dale-Skjevdal läuft zu Gold, für Horn bleibt nur Blech
Mit 20 Treffern wurde Johannes Dale-Skjevdal Olympiasieger im Massenstart vor seinem Teamkollegen Sturla Holm Laegreid. Der große Kämpfer Dale-Skjevdal hat damit den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere erreicht. Laegreid verfehlte eine Scheibe und hatte im Ziel einen Rückstand von 10,5 Sekunden. Bronze ging an den Franzosen Quentin Fillon Maillet, der nach vier Strafrunden 25,6 Sekunden hinter dem Goldmedaillengewinner ins Ziel kam. Auf Rang vier landete Philipp Horn, mit einer Strafrunde belastet, 9,9 Sekunden hinter Fillon Maillet. „Ich bin auf der einen Seite super happy, dass ich am Schießstand so gut durchgekommen bin. Ich habe mich gestern an die geilsten Rennen der Saison erinnert. Trotz aller Nervosität war ich so fokussiert und habe mich so auf das Rennen gefreut,“ so ein enttäuschter Philipp Horn nach dem Wettkampf. „Ich war fast schon überrascht, dass es so gut lief. Beim dritten Schießen war ich überrascht, als es schwer war zu schießen.“ Hier schaffte Philipp Horn die Null, obwohl der Wind schwer einschätzbar war. Auf der Schlussrunde konnte Philipp Horn sich nicht gegen den Angriff von dem heranstürmenden Fillon Maillet, der auch schnellste Gesamtlaufzeit hatte, erwehren. „Felix sagte, dass Fillon Maillet hinter mir ist und ich dachte mir, warum er. Der hat auf der Huber Alm so einen Druck drauf gehabt, ich weiß nicht wie das geht, unnormal. Ich habe versucht alles aus mir rauszuholen, mir ist alles eingeschlafen, Arme und Beine. Ich wollte dran bleiben, aber er ist oben an der Kuppe weggezogen.“ so Philipp Horn nach dem Rennen im ZDF. Vetle Sjaastad Christiansen wurde nach drei Strafrunden Fünfter und hatte bereits einen Abstand von 1:48 Minuten auf die Spitze. Der Tscheche Michal Krcmar (5 Fehler) wurde Sechster vor Philipp Nawrath. Im letzten Anschlag musste Nawrath riskieren, um eventuell noch weiter nach vorne zu kommen, allerdings blieben drei Scheiben stehen und am Ende blieb ihm Platz sieben vor Johan-Olav Botn (5 Fehler) auf Rang acht. David Zobel begann mit der Null, ließ dann zwei Scheiben schwarz und im dritten Anschlag bei schwierigen Windbedingungen brachte er nur eine Patrone ins Ziel. Nach sieben Strafrunden überquerte er die Ziellinie als 23.
Aus der Schweiz waren Joscha Burkhalter, Sebastian Stalder und Niklas Hartweg im Rennen. Burkhalter kam nach zwei Strafrunden als Bester seines Teams auf Platz elf ins Ziel. Stalder verfehlte nur im zweiten Anschlag eine Scheibe und wurde 13., während Hartweg insgesamt sechs Strafrunden im Gepäck hatte und auf Platz 24 ins Ziel kam. Aus Österreich war kein Athlet qualifiziert.
Der Wettkampfplan der olympischen Biathlonbewerbe
