Mechanische Klappscheiben, Papierziele und Scheiben, die nach jedem Rennen von Hand gestrichen werden müssen, könnten bald der Vergangenheit angehören. Mit einem elektronischen Schießstandsystem will Biathlon Target System Kurvinen eine neue Ära am Biathlonschießstand einläuten. Acht Jahre hat die Firma aus Finnland daran geforscht und entwickelt.
Nachhaltigkeit steht im Vordergrund
Das neue System, genannt „Electronic System Biathlon Shooting 2“ zeigt die Treffer nicht mehr mechanisch an, sondern durch einen elektronischen Motor. Der Athlet gibt den Schuss ab, die Patrone durchdringt die Scheibe und setzt eine motorisierte weiße Klappe in Gang, die anzeigt, dass der Schuss ein Treffer war. Nachdem die Patrone die Scheibe durchdrungen hat, zerspringt sie nicht, sondern wird aufgefangen. „Der große Vorteil des elektronischen Systems ist, dass keine Bleirückstände der Patronen am Schießstand bleiben. Sie werden aufgefangen, gelangen damit nicht in die Umwelt und können recycelt werden“, erklärt Marko Kurvinen, CEO von Biathlon Target System Kurvinen. Es sei dann auch nicht mehr nötig, die Scheiben nach jedem Wettkampf händisch zu streichen. Das spare Arbeitszeit und Kosten für die Schießstandbetreiber. Beim Loop One Festival im Oktober in München kam das System bereits zum Einsatz. Marko Kurvinen habe überwiegend positives Feedback von Trainern und Athleten bekommen. „Jeder Schuss wird aufgezeichnet und ist dann über die App abrufbar. So können die Athleten allein trainieren und die Trainer können trotzdem die Ergebnisse sehen. Es ist nun mal die Realität, dass in vielen Nationen die Trainer nicht immer vor Ort bei ihren Athleten sind.“
Welcher Weltcuport macht den ersten Schritt?
Die elektronische Aufzeichnung soll zudem dazu führen, dass der Sport fairer wird. „Jeder Schuss kann präzise nachverfolgt werden. Es sollten in Zukunft also keine Diskussionen mehr darüber aufkommen, ob der Schuss ein Treffer war oder nicht“, so Kurvinen weiter. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis die Trainer statt mit einem Klemmbrett und Stift mit dem Tablet am Schießstand stehen. Einen genauen Plan, wann das System erstmals im Weltcup zum Einsatz kommt, gibt es aber noch nicht. „Wir hoffen, dass wir in der nächsten Saison zumindest bei einer Weltcupstation das neue System sehen werden.“, sagt Kurvinen. Im Moment könne er aber noch nicht sagen, wie hoch die Kosten für die Anschaffung für einen Schießstand mit 30 Bahnen sind.


