Rückkehr nach Sperre: Victoria Carl ab Ende November wieder startberechtigt - xc-ski.de Langlauf

Rückkehr nach Sperre: Victoria Carl ab Ende November wieder startberechtigt

Skilanglauf Olympiasiegerin Victoria Carl darf zu Beginn der Saison 2026/2027 wieder ins aktive Wettkampfgeschehen eingreifen, nachdem ihre nun bestätigte Sperre Ende November ausläuft. Dementsprechend erleichtert zeigte sich die 30-Jährige im DSV-Interview.

Das lange Warten hat ein Ende

Über ein Jahr hatte es zunächst gedauert, bis das Strafmaß im Fall der positiven Dopingprobe von Victoria Carl feststand. Das war Anfang April diesen Jahres. Nun wurde das vom deutschen Sportschiedsgericht festgelegte Strafmaß von 18 Monaten auch von der FIS und der NADA bestätigt. Damit steht fest, Carl ist gerade rechtzeitig zum Saisonbeginn Ende November wieder startberechtigt. „Ich bin jetzt einfach froh, dass wir es schriftlich haben, dass das Strafmaß so anerkannt ist“, so Carl. „Man  musste jetzt noch die Widerspruchsfrist abwarten. Das hat sich gezogen wie ein Kaugummi. Man wollte eigentlich drauf anstoßen, dass es die kommende Saison wieder losgeht, dass ich wieder mit dem Team trainieren kann, und ich habe gewartet und gewartet und gewartet und war so nervös, weil es einfach so lange gedauert hat.“

Rückkehr in Etappen

Die letzten Monate musste Victoria Carl alleine und ohne Unterstützung durch den Verband trainieren. Dabei durfte sie zum Beispiel auch keine Einrichtungen nutzen, die nur dem Spitzensport vorbehalten sind. Das wird sich in Richtung Herbst dann wieder ändern. „Ich fühle mich wesentlich besser, da jetzt endlich das Ergebnis da ist und Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Das macht natürlich das Training extrem viel leichter“, so die Thüringerin. Auf die Frage, wann sie zur Normalität zurückkehren darf und kann antwortete sie: „Was das Training mit der Mannschaft betrifft Ende September, da ist dann wieder alles zugänglich für mich, damit ich mich perfekt auf die Wintersaison vorbereiten kann und Ende November darf ich dann wieder in die Wettkämpfe starten.“ Allerdings steht noch nicht fest, ob sie direkt in den Weltcup einsteigen darf. Aktuell wird sie in der FIS-Punkteliste ohne Ergebnis geführt, ihre Punkte aus der Saison 2024/2025 sind inzwischen verfallen. Das hätte zur Folge, dass sie im Weltcup nicht startberechtigt wäre. Das Team hofft jedoch auf eine Ausnahmegenehmigung durch die FIS, um der Olympiasiegerin von 2022 und Gesamtweltcup-Zweiten von 2024/2025 einen Saisoneinstieg in Ruka zu ermöglichen.  

Noch mindestens zwei Jahre

Stellt sich natürlich die Frage, wie lange uns Victoria Carl auf internationaler Bühne noch erhalten bleibt. „Auf jeden Fall sind jetzt für mich nochmal zwei Jahre gesetzt. Ob ich nach dem Zwischenjahr weitermache oder nicht, entscheide ich, wie es mir gesundheitlich geht. Natürlich kommt 2031 dann eine Heim-WM. Ob ich bis dahin weiter mache, lasse ich mir ganz offen. Aber es wäre ein schönes Ziel, nach einer Heim-WM aufzuhören.“ Und auch die sportlichen Ziele sind nicht kleiner geworden: „Ich möchte schon dort anknüpfen, wo ich mal war. Und dann ist natürlich eine Einzelmedaille bei einer WM der Traum, den ich noch habe und ich kämpfe dafür, dass ich mir den erfülle.“ Angesprochen darauf, ob sie gegenüber beteiligten Personen im Nachgang noch Groll verspüre antwortete Carl: „Nein, gar nicht! Ich denke, wir müssen alle aus diesen Situationen und diesem Fehler lernen. Mir hat es nochmal gezeigt, dass ich, auch wenn ich im Eimer bin, alles nochmal kontrollieren MUSS, das Vertrauen zwar da ist, aber auch manche Systemabläufe nochmal überarbeitet und gecheckt werden müssen auf der anderen Seite.“

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