Tour de Ski Erfinder Jürg Capol: Wie kann Skilanglauf als Olympische Sportart überleben? - xc-ski.de Langlauf

Tour de Ski Erfinder Jürg Capol: Wie kann Skilanglauf als Olympische Sportart überleben?

Im Rahmen des Forum Nordicum in Nove Mesto hat Tour de Ski Erfinder und Ex-Renndirektor Jürg Capol seine Ideen vorgestellt, wie Skilanglauf als Olympische Sportart relevant bleiben kann und nicht dasselbe Schiksal erleidet wie die Nordische Kombination. 

Gelbe Karte für Skilanglauf

IOC Auswertung (KI-generiert) © Jürg Capol

Das ist keine gute Nachricht für den Skilanglauf! Bei der Auswertung der Olympischen Sportarten, die der Nordischen Kombination zum Verhängnis wurde, schneidet auch der Skilanglauf nicht mehr gut sondern eher mittelmäßig ab (siehe Grafik). Von 140 Punkten, die über 14 Kriterien verteilt wurden, erhielt der Skilanglauf lediglich 72, also etwas mehr als die Hälfte. Nur bei der TV-Reichweite und der allgemeinen Medienberichterstattung ist man im guten Bereich, ansonsten steht die Ampel durchweg auf gelb. Das muss ein deutliches Warnzeichen sein, hatte es schließlich mit der Nordischen Kombination 2014 auf ähnliche Weise begonnen. Wie das Ganze endete, nämlich mit dem Ausschluss von Olympia, ist bekannt. „Wir sollten jetzt nicht davon ausgehen, dass der Skilanglauf komplett aus dem Olympischen Programm fliegt. Aber das IOC bewertet bestimmte Wettbewerbe derzeit als unattraktiv und könnte daraus folgenschwere Schlüsse ziehen“, so Jürg Capol. Insbesondere beim jüngeren Publikum schneidet man eher schlecht ab und wird deutlich weniger wahrgenommen als andere Sportarten.

Neues Format mit Jugend-Potential?

Skilanglauf Skills Course (KI-generiert) © Jürg Capol

Was also tun, um den Skilanglauf weiterhin attraktiv zu halten und deutlich relevanter für die jüngere Zielgruppe zu machen? Der Erfinder der Tour de Ski und jetzige Sportdirektor Nordisch von Swiss Ski hat da so seine Ideen. „Es geht nicht darum, die Tradition des Skilanglauf komplett über den Haufen zu werfen. Aber wir sollten darüber nachdenken, von zwölf Medaillenentscheidungen bei Olympia eventuell ein, zwei Wettbewerbe auf das jüngere Publikum auszurichten“, so Capol. Einen ersten Entwurf eines Wettbewerbs liefert der Schweizer, der selbst bei zwei Olympischen Spielen am Start stand, gleich mit. Angeregt von den Agility-Skills des US-Amerikaners Andy Newell zeigt Capol ein Setup für einen Skilanglauf Skills Course, der kompakt in ein Fußballstadion passt. Das Format würde Schnelligkeit und Attraktivität für das junge Publikum kombinieren. Zudem wäre es in den urbanen Raum transferierbar und damit für neue Zielgruppen erreichbar. „Wir müssen jetzt die Warnzeichen ernst nehmen und uns über die Zukunft Gedanken machen. Dann können wir die Trendwende schaffen“, ist Capol zuversichtlich.

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