Biathlon Weltcup Östersund: Nawrath glänzt - Deutsche Herrenstaffel auf Rang vier - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup Östersund: Nawrath glänzt – Deutsche Herrenstaffel auf Rang vier

Die norwegischen Herren siegen mit der Herrenstaffel beim Biathlon Weltcup in Östersund vor Frankreich und Schweden. Das deutsche Herrenteam kommt auf Rang vier besser in die Saison als zuvor die Damen, wobei Philipp Nawrath mit zehn sauberen Treffern seine Staffel entscheidend nach vorne brachte. 

Norwegen gewinnt auch ohne Boe´s

Vetle Sjaastad Christiansen (NOR), Sturla Holm Laegreid (NOR), Isak Leknes Frey (NOR), Martin Uldal (NOR), (l-r) © Nordnes/NordicFocus

In der ersten Saison ohne die Boe-Brüder galten dennoch die Norweger zusammen mit den Franzosen als große Favoriten für den ersten Staffelsieg. Zu Bedenken war, dass die Schweden in ihrem Heimstadion agierten und schon deshalb auch zu den Sieganwärtern zählten. Wenn es am Ende der norwegische Schlussläufer auch noch einmal spannend machte, geht der Sieg nach einer Strafrunde und zehn Nachladern mit einem Vorsprung von 15,3 Sekunden an das norwegische Team mit Martin Uldal, Isak Frey, Sturla Holm Laegreid und Vetle Sjaastad Christiansen. Die Podestplätze dahinter waren hart umkämpft, aber am Ende setzten sich die Franzosen mit Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet, Emilien Jacquelin und Eric Perrot nach drei Strafrunden und 11 Nachladern durch. Sie gewannen Silber vor den Schweden auf dem Bronzerang. Viktor Brandt, Jesper Nelin, Martin Ponsiluoma und Sebastian Samuelsson hatten ebenfalls drei Strafrunden im Gepäck und 14 Nachlader dazu.

 

Deutschland auf Platz vier

Philipp Nawrath (GER) © Manzoni/NordicFocus

Das deutsche Team mit Justus Strelow, Danilo Riethmüller, Philipp Nawrath und Philipp Horn hatte, blickt man oberflächlich auf das Ergebnis, am Schießstand am Besten gearbeitet. Keine Strafrunde und nur neun Nachlader, dennoch reichte es nicht auf das Podest. Justus Strelow hatte sich nach zwei Nachladern im Liegen beim Stehendanschlag für die Variante „ohne Strafrunde“ entschieden und dabei in jeden Schuss mehr Zeit investiert. Es waren schwer beherrschbare Windverhältnisse und viele der Athleten kreiselten bereits. Ob eine Strafrunde besser gewesen wäre, oder der Zeitverlust im Kampf um die Treffer, weiß man nicht. Danilo Riethmüller jedenfalls gelang es bereits die Staffel um sechs Plätze verbessert an Philipp Nawrath zu übergeben. Er war es schließlich, der mit zwei fehlerfreien Schießen sein Team wieder Richtung Podest führte. Am Ende haben nach den siegreichen Norwegern die Franzosen und Schweden um die verbliebenen Podestplätze gerungen und obwohl Philipp Horn hervorragende Laufzeiten hatte, reichte es am Ende nicht ganz nach vorne. „Am Ende beginnen wir die Saison, wo wir die letzte aufgehört haben, auf Platz vier. Nichts destotrotz sind wir in Schlagdistanz,“ so Philipp Horn nach dem Rennen in der ARD. „Es war auf jeden Fall nicht ganz einfach. Ich war liegend auch leicht verunsichert, ob ich drehen soll oder nicht. Ich war dann froh, dass ich nach dem ersten Fehler die Serie doch noch retten konnte“. Philipp Horn, der sein Weltcupticket nach seinen Ergebnissen in der Qualifikation aufgrund Trainerentscheid gelöst hat, hatte von Anfang an Druck. „Sobald man die Startaufstellung hört und weiß, dass man Schlussläufer ist, ist der Druck schon da und ich muss auch sagen, ich war heute Vormittag schon nervös. Erstes Rennen der Saison, man weiß nicht so genau, wo man steht und so ein Start kurz vor 18 Uhr am Abend ist auch ungünstig, weil sich dann der Spannungsbogen über den ganzen Tag so aufbauen kann. Aber ich muss trotzdem sagen, ich hatte richtig Bock aufs Rennen, es hat auch echt Spaß gemacht, auch wenn nicht alles hundertprozentig geklappt hat. Aber ich glaube wir sind auf dem richtigen Weg.“
Das Team der Schweiz musste kurzfristig den Ausfall von Niklas Hartweg kompensieren. Für ihn kam Dajan Danuser. Zusammen mit Sebastian Stalder, James Pacal und Joscha Burkhalter erreichten sie nach 17 Nachladern den achten Platz. Die Österreicher Simon Eder, David Komatz, Fredrik Mühlbacher und Patrick Jakob waren in der ersten Hälfte des Rennens noch gut dabei, vor allem Simon Eder als Startläufer übergab die Staffel auf dem dritten Rang. Seine Teamkollegen konnten diese Platzierung nicht halten und am Ende reichte es nach fünf Strafrunden und 16 Nachladern nur zu Platz 19. 

Der Rennverlauf

Martin Uldal bringt Norwegen in Führung

Martin Uldal (NOR) © Manzoni/NordicFocus

Wie bei den Damen waren 21 Staffeln am Start und wie erwartet setzte sich Martin Uldal an die Spitze, dicht gefolgt vom Franzosen Fabien Claude, dem Schweden Viktor Brandt und Justus Strelow. Keiner der vier hielt sich schadlos und so lag nach der Schießeinlage der Italiener Patrick Braunhofer ganz vorne, gefolgt vom Österreicher Simon Eder. Frankreich, Norwegen und Deutschland belegten nach jeweils zwei Nachladern vorerst die Ränge neun, zehn und elf bei Schießstandausgang. Uldal und Claude haben schnell zur Spitze aufgeschlossen, aber auch Strelow hat Richtung Stehendanschlag seinen Rückstand deutlich verringert. Zum Schießen kam eine Gruppe aus acht Läufern gemeinsam, allen voran der Italiener. Viele Fehler wurden geschossen, nachdem der Wind deutlich aufgefrischt hatte und als Erster kam nach zwei Nachladern der Norweger Martin Uldal zurück. Frankreich kassierte zwei Strafrunden, Schweden drei und nach einer unendlich langen Schießzeit von 1:53 Minuten vermied Strelow zwar die Strafrunde, lag aber mit einem Rückstand von 1:19 Minuten auf Rang 14 eingangs der Schlussrunde. An der Spitze baute Uldal seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten schnell und deutlich aus. Simon Eder auf der dritten Position verlor ebenfalls deutlich auf den starken Norweger. Mit 25,7 Sekunden Vorsprung übernahm Isak Frey, der IBU-Cup-Gesamtsieger des letzten Jahres, die norwegische Staffel vor Italien, Österreich und Belgien und der Schweiz. Frankreich wechselte auf der neunten Position mit über einer Minute Rückstand, Deutschland auf Rang 15 mit 1:48 Min. Rückstand und Schweden auf der 18.

Isak Frey behauptet sich an der Spitze

Isak Leknes Frey (NOR) © Nordnes/NordicFocus

Insbesondere der Franzose Quentin Fillon Maillet konnte bereits in seiner ersten Runde mehrere Plätze gut machen. Aber Isak Frey lief nach seinen fünf Treffern bereits aus dem Schießstand, als seine Verfolger dort ankamen. Der Österreicher David Komatz kam als Zweiter zurück in die Runde, gefolgt vom Italiener Lukas Hofer und dem Schweizer Dajan Danuser, der kurzfristig für Niklas Hartweg zum Einsatz kam. Fillon Maillet rückte nach fünf Treffern auf den fünften Rang nach vorne. Danilo Riethmüller hielt sich schadlos und war nach dem Liegendanschlag an 13. Position. Richtung Stehendanschlag betrug der Vorsprung von Frey bereits um die 50 Sekunden. Abgeklärt und schnell traf er eine Scheibe um die andere und bog mit einem Vorsprung von 55 Sekunden vor Lukas Hofer in seine letzte Runde. Fillon Maillet lag zu diesem Zeitpunkt an dritter Position und Danilo Riethmüller benötigte einen Nachlader und rückte auf die neunte Position vor. Für Norwegen kam der Gesamtweltcupsieger Sturla Holm Laegreid, für Italien Didier Bionaz und für Frankreich Emilien Jacquelin. Österreich lag auf Platz vier vor der Schweiz und Deutschland auf Rang acht wechselte knapp vor Schweden. 

Nawrath bringt deutsche Staffel auf Podestkurs

Philipp Nawrath (GER) © Nordnes/NordicFocus

Während Sturla Holm Laegreid an der Spitze weiterhin das Tempo hoch hielt, fiel der Italiener hinter den Franzosen auf die dritte Position zurück. Beim Liegendanschlag musste Laegreid ein Mal nachladen, aber Jacquelin traf seine fünf Scheiben und minimierte den Rückstand auf 41,5 Sekunden. Der Italiener Bionaz verteidigte trotz eines Nachladers Rang drei und der Österreicher Mühlbacher vermied zwar die Strafrunde, aber durch fünf schnelle Treffer zog Philipp Nawrath an ihm vorbei auf die vierte Position. Beim Stehendanschlag setzte Laegreid zwei Patronen vorbei. Mit dem zweiten Nachlader wurden die Scheiben weiß. Während Laegreids Nachlader feuerte Emilien Jacquelin neben ihm eine unheimlich schnelle Fünferserie, aber zwei Schüsse trafen nicht. Sein Risiko wurde nicht belohnt, denn die Nachlader reichten nicht und er musste in die Strafrunde. Auch der Italiener hatte Probleme, das war die gebotene Chance für Nawrath. Er schoss Null und 22,4 Sekunden hinter dem zweitplatzierten Franzosen bog er als Dritter in seine letzte Runde ein. Hinter ihm hatte Campbell Wright die Staffel der Amerikaner auf den vierten Rang gelaufen, vor den Schweden als Sechste. Martin Ponsiluoma schob sich auf der Schlussrunde an Campbell Wright vorbei und hatte nun Nawrath vor sich. Norwegen wechselte gut eine Minute vor den Franzosen, wo Eric Perrot als Schlussläufer ins Rennen kam. Philipp Horn übernahm 12,5 Sekunden hinter Perrot und der Schwede Sebastian Samuelsson nur 10,9 Sekunden hinter dem Deutschen. Zu seinem Rennen meinte Philipp Nawrath: „Ich konnte die Nervosität gut ablegen und habe erst einmal versucht, die Übersicht zu bewahren. Immer an die Renneinteilung denken, dass man nicht zu sehr überpaced, was mir in der Vergangenheit schon mal passiert ist.“    

Der Norweger macht es noch einmal spannend

Vetle Sjaastad Christiansen (NOR) © Nordnes/NordicFocus

Als Schlussläufer der Norweger kam Vetle Sjaastad Christiansen ins Rennen und sein Vorsprung gegenüber Frankreich und Deutschland hielt sich anfangs gleich. Lediglich der Schwede Samuelsson konnte seinen Abstand zu Philipp Horn verkürzen. Im Liegendanschlag leistete Christiansen sich erst einmal drei Fehlschüsse. Der erste Nachlader verfehlte sein Ziel, der nächste traf und auch der dritte Nachlader traf, allerdings musste er eine Strafrunde laufen. Währenddessen kam auch schon der Franzose Perrot an den Stand und realisierte, dass der Norweger eine Strafrunde kassierte. Auch Perrot schoss zwei Fehler, Samuelsson neben ihm zog fehlerfrei durch, und Frankreich kam mit zwei Nachlader als Dritter aus dem Schießstand. Philipp Horn verfehlte eine Scheibe, traf mit dem ersten Nachlader und war erst einmal als Vierter hinter dem führenden Norweger, dem Schweden und dem Franzosen in die nächste Runde eingebogen. Vetle Christiansens Vorsprung war Richtung Stehendanschlag auf zehn Sekunden geschmolzen. Jetzt musste er treffen um die Sieg zu holen. Und er traf seine fünf Scheiben, ging als Erster in die letzte Runde, während neben ihm Samuelsson eine Scheibe verfehlte. Frankreich und Schweden kämpften um die verbliebenen Podestplätze. Der Franzose schoss schnell und vor allem fehlerfrei und mit nur 8,9 Sekunden Rückstand nahm er die Verfolgung von Christiansen auf. Der Schwede kam mit einem Nachlader aus und als Dritter hatte er 15,9 Sekunden Rückstand auf Eric Perrot. Philipp Horn benötigte im entscheidenden Schießen noch zwei Nachlader und war als Vierter in die Schlussrunde eingebogen mit einem uneinholbaren Rückstand von 26,3 Sekunden auf das Podest.  

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Östersund

Bildergalerie

Die mobile Version verlassen
Die mobile Version verlassen